Was ist Diabetes Typ 1? Ein kurzer Überblick

Was ist Diabetes Typ 1? Zucker

Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2018 um 22:17

Typ 2 Diabetes hört man heutzutage vielerorts, aber was ist Diabetes Typ 1? Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), in dessen Folge es zu einem absoluten Insulinmangel im Körper kommt.

Betroffene müssen zunächst eine Insulintherapie beginnen, später wird der Übergang zu einer gesunden Ernährung und Lebensführung geraten.

Lesen Sie hier mehr über Diabetes Typ 1 im Überblick.

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Normalerweise sind unsere Immunzellen dazu da, den Körper vor Eindringlingen zu schützen: Bakterien und Viren. Außerdem bauen sie tote Zellen ab, damit Platz für neue und frische Zellen geschaffen wird. Immunzellen erkennen Feinde und Giftstoffe hochspezifisch über Abwehrproteine, die sogenannten Antikörper.

Bei Autoimmunerkrankungen ist die Unterscheidung zwischen Freund und Feind verloren gegangen und die Immunzellen erkennen fälschlicherweise körpereigene, gesunde Zellen als Feind an. Das liegt auch an den Auto-Antikörpern, also Antikörper gegen körpereigene Zellen.

Die Immunzellen können gar nicht anders, als die gesunden Zellen zu bekämpfen. In der Folge kommt es weitestgehend zur Zerstörung des betroffenen Organs oder Gewebe.

 

Was ist Diabetes Typ 1?

Sie wissen nun, was eine Autoimmunerkrankung ist. Bei Typ 1 Diabetes kommt es zu einem Autoimmunangriff auf die Betazellen der Bauchspeicheldrüse.

Die Bauchspeicheldrüse ist ein wichtiges Organ, das Verdauungssäfte und Stoffwechselhormone produziert. In den Betazellen der Bauchspeicheldrüse wird Insulin produziert, ein wichtiges metabolisches Hormon, das bei ansteigenden Blutzuckerspiegeln den Blutzucker senkt und ihn in die Zellen schleust.

Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse werden bei Diabetes Typ 1 überwiegend zerstört, daher kommt es zu einem chronischen und absoluten Insulinmangel. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel krankhaft an und es besteht ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Typ 1 Diabetes und Typ 2 Diabetes?

Diese Frage ist auch wichtig: Denn während Typ 1 Diabetes eine Autoimmunerkrankung ist und es zu einem Insulinmangel kommt, ist es bei Typ 2 Diabetes etwas anders:

Denn hier besteht eine Insulinresistenz. Es wird zwar noch genug Insulin produziert, aber es wirkt nicht mehr so, wie es sollte. Daher besteht sowohl ein hoher Insulin- als auch ein hoher Blutzuckerspiegel. Das Symptom des hohen Blutzuckerspiegels ist bei beiden Erkrankungen gleich, jedoch die Ursache unterschiedlich.

Mehr zu Symptome und Ursachen finden Sie hier: Diabetes Typ 1 Symptome, Diabetes Typ 1 Ursachen

 

Wer bekommt Diabetes Typ 1?

Die zwei häufigsten Formen von Typ 1 Diabetes sind die folgenden:

Juveniler Typ 1 Diabetes: Hier tritt die Erkrankung erstmals in jungen Jahren (10-15 Jahre) auf. Dabei muss eine genetische Veranlagung auf verschiedene Faktoren der Lebensführung treffen.

LADA: Diese Abkürzung bezeichnet das Einsetzen der Erkrankung im Erwachsenenalter. Die Symptome sind nicht ganz so stark, und teilweise können die Betroffenen noch mehrere Monate lang auch ohne Insulinspritzen ihren Blutzucker halten.

Sie sehen gleich, wer am meisten von Typ 1 Diabetes betroffen ist: Kinder mit genetischer Veranlagung sowie Erwachsene ab 35 Jahren. Frauen sind hierbei deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Genetik spielt bei LADA eine untergeordnete Rolle; und damit Typ 1 Diabetes entsteht, müssen immer mehrere Ursachen aufeinandertreffen.

 

Typ 1 Diabetes Symptome

Durch den chronisch krankhaft erhöhten Blutzucker kommt es zu einigen charakteristischen Symptomen wie erhöhter Harndrang, Durst, Erbrechen und Übelkeit sowie Müdigkeit. Eine komplette Auflistung aller Symptome können Sie hier (Diabetes Typ 1 Symptome) nachlesen.

 

Typ 1 Diabetes Symptome bei Kindern

Die Symptome äußern sich bei Kindern eigentlich genauso wie bei Erwachsenen. Kinder reden eher über ihre Symptome als Erwachsene; auf jeden Fall sollten Sie erhöhte Vorsicht walten lassen, wenn Diabetes Typ 1 in Ihrer Verwandtschaft auftritt.

Ebenso hilft ein provisorischer Antikörpertest, was ausführlich hier (Diabetes Typ 1 Diagnose) besprochen wird.

 

Diabetes Typ 1 Diagnose

Mittels einer Blutuntersuchung (Nüchternblutzucker, Langzeitblutzucker, Antikörper) und einer Urinuntersuchung (Zucker im Urin) lässt sich Diabetes (Typ 1 und Typ 2) problemlos diagnostizieren.

Ein Hausarzt, Endokrinologe, Internist oder Funktioneller Mediziner kann diese Diagnose durchführen.

Auf was alles bei der Diagnose zu achten ist, können Sie hier (s. Diabetes Typ 1 Diagnose) nachlesen.

 

Diabetes Typ 1 Therapie

Der erste Schritt ist eine Senkung des chronisch erhöhten Blutzuckerspiegels mittels Insulintherapie. Worauf zu achten ist und wie Sie Ihren Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren können, können Sie hier (Diabetes Typ 1 Behandlung) nachlesen.

Es wird empfohlen, eine schulmedizinische Insulintherapie in jedem Fall durch eine gesündere Lebensweise und Ernährung zu ergänzen. Die Symptome werden so zusätzlich gesenkt, der Blutzucker stabilisiert, die Lebensqualität erhöht und die Ursachen der Erkrankung bekämpft.

Zu Ernährung und Lebensführung, um die Ursachen zu bekämpfen und die Lebensqualität deutlich zu verbessern, können Sie hier (s. Diabetes Typ 1 Ernährung) mehr fahren.

 

Diabetes Typ 1 Schwangerschaft

Typ 1 Diabetes bedeutet schon einmal eine Belastung für den Körper, eine Schwangerschaft zusätzlich. Stark schwankende Blutzuckerspiegel sind nicht nur für betroffene Frauen ein Gesundheitsrisiko, sondern auch für das ungeborene Kind. Eine Schwangerschaft kommt daher nur während einer weniger aktiven Krankheitsphase infrage.

Worauf noch zu achten ist während der Schwangerschaft, können Sie hier (Diabetes Typ 1 im Alltag) nachlesen.

Eine gesunde Ernährung ist bei Schwangerschaft und Typ 1 Diabetes absolute Pflicht: Wie Sie die richtigen Nährstoffe für sich und Ihr Kind zuführen können und die Ursachen der Erkrankung bekämpfen, können Sie hier (Ernährung bei Typ 1 Diabetes) nachlesen.

 

Typ 1 Diabetes Ursachen

Neben der genetischen Veranlagung kommt besonders ein ungesunder Lebensstil als größter Risikofaktor für Typ 1 Diabetes infrage. Dabei gilt die Faustregel: Die ungesünder und unnatürlicher der Lebensstil, desto größer das Risiko, an Typ 1 Diabetes zu erkranken.

Dazu kommen Infektionen, die das Risiko weiter erhöhen.

Alle Ursachen können Sie hier (Diabetes Typ 1 Ursachen) nachlesen.

 

Was darf ich essen bei Typ 1 Diabetes?

Von offizieller Seite heißt es, man könne essen, was man möchte, solange genug Insulin gespritzt wird. Das ist leider Quatsch, da sich am Krankheitsbild so absolut nichts verändern, geschweige denn verbessern wird.

Ergänzend zu Insulintherapie ist eine gesunde Ernährung und gesunde Lebensführung  absolut notwendig, um die Ursachen der Erkrankung zu bekämpfen und den Autoimmunprozess möglichst einzuschränken.

Neben einer Nährstofftherapie wird eine gesunde Ernährung nach Maßstäben der Paleo Ernährung mit viel Gemüse, Fisch, gesunden Fetten und gesunden Kohlenhydraten empfohlen.

Worauf im speziellen Sie Acht geben können, um Ihren Körper zu helfen, können Sie hier (Ernährung bei Typ 1 Diabetes) nachlesen.

Wenn Sie sich mehr für das Thema Diabetes Typ 1 interessieren, so folgen Sie einfach den hinterlegten Beiträgen.

 

Fazit – Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung der Bauchspeicheldrüse

Wir haben uns heute im Überblick der Frage „Was ist Diabetes Typ 1“ gewidmet. Es ist eine Autoimmunerkrankung – bei Autoimmunerkrankungen greifen Immunzellen fälschlicherweise körpereigene, gesunde Zellen an. Bei Typ 1 Diabetes sind Betazellen der Bauchspeicheldrüse das Ziel, diese Zellen produzieren normalerweise Insulin.

Durch die weitgehende Zerstörung der Betazellen kommt es zu einem absoluten Insulinmangel, der sofort behandelt werden muss.

Um die Ursachen der Erkrankung anzugehen, den Blutzucker weiter zu stabilisieren sowie die Lebensqualität zu erhöhen, empfiehlt sich eine gesunde Ernährung nach Maßstäben der Paleo Ernährung.

Die Insulintherapie bedeutet wieder ein halbwegs normales Leben für die Betroffenen, sollte jedoch durch eine gesunde Ernährung ergänzt werden, um den Insulinbedarf zu senken.

 

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