Warum haben so viele Frauen Hashimoto?

Warum haben so viele Frauen Hashimoto

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 15:16

Etwa vier bis acht Millionen Menschen leiden in Deutschland an der Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis. 80 % davon sind Frauen, manche Quellen sprechen sogar von 90 %1. Warum haben so viele Frauen Hashimoto? Steigen wir direkt ein:

Warum haben so viele Frauen Hashimoto?

Vier erste Hinweise für Hashimoto bei Frauen

Frauen scheinen anfälliger für Hashimoto zu sein als Männer. Generell leiden ein Vielfaches mehr Frauen als Männer unter Autoimmunerkrankungen, bei Hashimoto ist es mit einem Frauenanteil von 80 bis 90 % sehr schlimm.

Warum ist das so?

Es gibt viele für Hashimoto mittlerweile bekannte und erwiesene Ursachen (Hashimoto Ursachen), die die Krankheit begünstigen. Von einigen dieser Ursachen sind Frauen stärker betroffen.

Um Sie jetzt nicht mit leeren Händen gehen zu lassen, verraten wir Ihnen die wichtigsten Ursachen. Warum sind Frauen so viel häufiger von Hashimoto betroffen als Männer?

Stress

Frauen gehen mit Stress anders um als Männer. Das ist Fakt. Frauen schlucken Stress viel eher hinunter und wehren sich nicht stark aktiv gegen den Stressor wie Männer. Frauen nehmen Stress anders wahr, sind in der Regel selbstkritischer und eher ein Kandidat für längerfristige Stressprobleme als Männer.

Sexualhormone

Frauen haben eine andere Zusammensetzung von Sexualhormonen als Männer. Ein wichtiger Grund, warum Frauen Hashimoto häufiger betrifft, sind also die Hormone. Während Testosteron (Männerhormon) als vorbeugend vor Hashimoto gilt, ist es besonders Östrogen, das aktuell als potenzieller Auslöser gehandelt wird.

Frauen haben sehr viel mehr Östrogen im Blut als Männer. Durch unsere moderne und industrielle Lebensführung haben Frauen mehr Östrogen im Blut als von der Natur vorgesehen. Die Pille (künstliches Östrogen) und Kosmetikprodukte (Mikroplastik und künstliche Östrogene, sogenannte Xenobiotika) sind hier die Hauptverdächtigen.

Östrogen scheint eine große Rolle zu spielen. Ein Mangel an Progesteron zählt auch dazu. Je höher das Verhältnis aus Östrogen zu Progesteron, desto mehr neigt der Körper zu Entzündungen. Ebenfalls wird die Leber schlechter entgiftet und umso höher scheint das Risiko für Autoimmunerkrankungen zu sein.

Die Natur hat sich beim Verhältnis gewisser Sexualhormone etwas gedacht. Durch unsere moderne und unnatürliche, ungesunde Lebensführung geraten biochemische Gleichgewichte aus dem Ruder. Hinsichtlich Autoimmunerkrankungen scheinen Frauen hier empfindlicher zu sein als Männer.

Mangelnde Leberentgiftung

Frauen scheinen von Natur aus unter einer schwächeren Leberentgiftung (Leber entgiften) zu verfügen als Männer. Das Hormon Östrogen scheint hier mit hinein zu spielen. Männer scheinen besser mit Giftstoffen und der chronischen Belastung durch ungesunde Substanzen (Gluten, Alkohol, Schwermetalle) zurechtzukommen als Frauen. Sinkt die Entgiftungsleistung der Leber, sammeln sich die Giftstoffe im Körper an, was das Gleichgewicht von Hormonen und Immunzellen gehörig durcheinanderbringt.

Es scheint, als ob Frauen von Natur aus eine schlechtere Leberentgiftung aufweisen als Männer. Tendenziell kommen Frauen mit mehr Giftstoffen in Kontakt (Kosmetikprodukte!).

Kosmetikprodukte

Ein weiterer offensichtlicher Faktor, warum Frauen häufiger an Autoimmunerkrankungen erkranken als Männer: Kosmetika. Frauen benutzen ein Vielfaches mehr an Kosmetikprodukten als Männer – mehr verschiedene, mehr Masse und Volumen. Was viele vergessen: Besonders die billigen Massen-Kosmetika sind im Grunde pure Chemie und pures Gift für den Körper. Und was Sie auf Haut, Haare und Zähne auftragen, das nimmt der Körper auch auf. Das sind atmungsaktive Organe, besonders die Haut: Wenn Sie sich eincremen, nimmt der Körper die Creme auf und darin gelöste Stoffe.

Kosmetikprodukte sind mit einer Vielzahl von Stoffen versetzt, die erwiesenermaßen im Körper Entzündungen verursachen, Gleichgewichte stören, die Leber belasten und somit auch längerfristig Autoimmunerkrankungen begünstigen.

Naturkosmetik ist hier die weitaus bessere Alternative. Wenn sie Ihnen zu teuer ist, lässt sich Naturkosmetik leicht selbst herstellen.

Dies war eine erste Übersicht und eine Erklärung, warum Frauen häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen sind als Männer. Aber warum ist es gerade bei Hashimoto so deutlich?

Warum sind Frauen von Hashimoto so viel mehr betroffen?

Generell sind Frauen häufiger betroffen, bei Hashimoto ist es stark. Es scheint, als ob die Schilddrüse generell anfälliger für Entzündungen und Autoimmunprozesse ist als andere Gewebe im Körper.

Es gibt bisher Theorien, warum die Schilddrüse so empfindlich ist. Vielleicht weil ihr schneller die Nährstoffe ausgehen als anderen Organen und sie sich somit schneller entzündet? Oder weil es durch molekulare Mimikry (Krankheitserreger) häufiger zu Verwechslungen kommt?

Darüber gibt es nur Spekulationen. Die heute aufgelisteten Ursachen von Autoimmunerkrankungen zeigen deutlich, warum Frauen viel stärker betroffen sind. Männer haben mit Testosteron und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ihr eigenes Päckchen zu tragen, bei Autoimmunerkrankungen sind es besonders die Frauen, die zu leiden haben.

Fazit – deswegen leiden Frauen häufiger an Hashimoto

Das klingt jetzt pauschal, kommt jedoch der Wahrheit nahe: Autoimmunerkrankungen sind heutzutage so ein großes Problem, weil sich unsere Lebensführung mehr und mehr von der Natur entfernt. Da brauchen wir uns nicht wundern, wenn ein unnatürlicher Prozess wie eine Autoimmunerkrankung plötzlich Alltag wird.

Frauen sind anfälliger für Ungleichgewichte der Sexualhormone. Sie scheinen eine schwächere Leberentgiftung zu haben, kommen durch Kosmetikprodukte tendenziell mit mehr Giftstoffen in Kontakt und gehen mit Stress anders um als Männer.

Das sind Erklärungsversuche, warum über 80 % aller Hashimoto-Betroffenen weiblich sind. Verwenden Sie dieses Wissen, um die Ursachen hinter Hashimoto zu verstehen und zu bekämpfen.

Außerdem sollte mit diesem Wissen auch aktive Prävention vor Hashimoto Thyreoiditis betrieben werden. Wenn die Ursachen einer Erkrankung wegfallen, ist doch die Wahrscheinlichkeit sehr viel niedriger, von dieser Krankheit betroffen zu sein.

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

 

Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Vorheriger ArtikelWarum habe ich Hashimoto?
Nächster ArtikelHashimoto nach der Geburt – warum?
Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München) und arbeitete in der klinischen Forschung (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte hinterlassen Sie uns Ihre Meinung als Kommentar!
Ihr Name (freiwillig)