Was ist kutaner und systemischer Lupus Erythematodes?

Kutaner und systemischer Lupus Erythematodes - Junge Frau mit Schmetterlingserythem

Zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2018 um 23:23

Lupus Erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung des Bindegewebes und gehört zu den Rheumaerkrankungen. Er tritt in zwei typischen Formen auf: kutaner und systemischer Lupus Erythematodes.  Erkennung und Behandlung der Erkrankung ist immens wichtig, daher sollten auch diese zwei Formen erklärt werden.

Erfahren Sie hier mehr über die zwei wichtigen Lupus Erythematodes Formen, was sie ausmacht und wie Sie sie erkennen.

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Normalerweise sind unsere Immunzellen dazu da, uns vor Krankheitserregern und Giftstoffen zu schützen und tote Zellen aus dem Körper zu räumen. Dadurch können Giftstoffe und Infekte unser Leben nicht gefährden und durch das Wegräumen der toten Zellen wird Platz für neue geschaffen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen im Körper.

Wenn die Unterscheidung zwischen Freund und Feind bei Immunzellen verloren geht, können Autoimmunerkrankungen entstehen. Dann werden plötzlich körpereigene und gesunde Zellen als Feind erkannt, attackiert und das betroffene Gewebe massiv beschädigt.

Etwa 12 bis 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Autoimmunerkrankung, wobei viele Fälle durch die vielfältigen Symptome nicht oder nicht rechtzeitig diagnostiziert werden können. Problematisch wird es bei Autoimmunerkrankungen mit allgemeinen Symptomen, die für vieles stehen können.

Systemischer Lupus Erythematodes ist ein Beispiel dafür:

Was ist Lupus Erythematodes?

Was ist Lupus? Lupus Erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung des Bindegewebes. Immunzellen greifen dabei Zellen im Bindegewebe, das überall im Körper vorkommt, an und beschädigen diese.

Bindegewebe hat im ganzen Körper eine Stützfunktion. Durch die Beschädigung können auch Schäden an den umliegenden Organen auftreten. Ursächlich für die Autoimmunreaktion wird angenommen, dass sich Giftstoffe im Bindegewebe anreichern und die dortigen Zellen beschädigen und entzünden.

Dazu kommt eine verminderte Müllabfuhr im Körper – die sogenannte Phagozytose. Wir hatten eben geschrieben, dass Immunzellen tote Zellen aus dem Körper räumen. Wenn dieser Prozess nicht mehr gut vonstattengeht, platzen tote Zellen irgendwann auf, der Inhalt ergießt sich in das umliegende Bindegewebe.

Das gibt den Immunzellen Anlass, diese Zellbestandteile zu beseitigen, wobei sich die Reaktion auf gesunde Zellen ausweitet.

Das Unheil nimmt seinen Lauf, Bindegewebe im gesamten Körper und die Haut nehmen Schaden und es äußern sich die Lupus Symptome. Welche Symptome besonders für Lupus sprechen und was der Name Lupus Erythematodes bedeutet, können Sie hier (Lupus Symptome) nachlesen.

Lupus tritt in zwei häufigen Formen auf:

Die Formen von Lupus Erythematodes

Zu den weniger häufigen Lupus-Formen kommen wir gleich, konzentrieren wir uns zunächst auf die häufigeren zwei. Konkret sind das systemischer Lupus Erythematodes und kutaner Lupus Erythematodes:

Kutaner Lupus Erythematodes

Bei dieser Form des Lupus beschränken sich die Symptome zunächst nur auf die Haut. Die Autoimmunreaktion läuft also nur in der Haut bzw. den Haut- und Hornschichten der Haut ab. Entweder, die Hautzellen werden mit zu vielen Giftstoffen überlastet, oder aber die körpereigene Müllabfuhr leistet hier nicht so gute Arbeit, wie sie sollte.

Die Symptome des kutanen Lupus zeigen sich besonders im Gesicht, an den Schultern und dem Dekolleté sowie über Knie und Ellbogen.

Diese Form des Lupus ist daher leichter zu erkennen und leichter zu diagnostizieren (s. Lupus Diagnose). Es ist aber auch hier sehr wichtig, dass nicht nur die Symptome der Erkrankung behandelt werden, sondern auch die Lupus Ursachen. Ansonsten entwickeln sich nämlich 10 % aller kutanen Lupus Fälle zu einem systemischen Lupus. Und spätestens dann wird es gefährlich für den Körper.

Beachten Sie daher unbedingt neben der Therapie (Lupus Erythematodes Behandlung) unsere Empfehlungen zur gesunden Ernährung (Lupus Ernährung) und Lebensführung bei Lupus Erythematodes.

Nun die zweite wichtige Form: Systemischer Lupus Erythematodes.

Systemischer Lupus Erythematodes

Hier zeigt sich die Erkrankung nicht auf der Haut (zumindest nicht immer, es gibt auch Mischformen), sondern in den Bindegeweben im Körper. Das Bindegewebe ist sozusagen die Stütze für alle inneren Organe und Blutgefäße. Bindegewebe ist überall, was man auch daran sieht, dass Kollagen (das wichtigste Bindegewebe-Protein) das häufigste Protein im menschlichen Körper ist.

Geht der Autoimmunangriff nun gegen dieses allgegenwärtige Protein, wird es problematisch. Denn die Entzündung ist umso größer, die Produkte dieser Autoimmunreaktion überschwemmen den Körper geradezu und es kann zu Problemen mit der Niere kommen.

Daher ist auch bei dieser Form des Lupus eine sofortige Intervention durch Medikamente  sowie eine gesunde Ernährung essenziell.

Der Vollständigkeit halber kommen wir nun zu Unterformen des kutanen Lupus. Diese haben wir vorhin verschwiegen, um die Erklärung zu vereinfachen – neben dem „klassischen“ kutanen Lupus kann es auch so aussehen:

Die vielen Gesichter des kutanen Lupus

Der kutane Lupus kann in Unterformen aufgeteilt werden:

  • ACLE: Akut kutaner Lupus mit charakteristischem Schmetterlingserythem.
  • SCLE: Subakut kutaner Lupus mit kreisrunden Rötungen an sonnenexponierten Stellen.
  • CCLE: Chronisch kutaner Lupus – „Sammelbegriff“ für verschiedene, seltenere Lupus-Formen.
  • ICLE: Intermittierender kutaner Lupus mit angeschwollenen roten Knötchen an sonnenexponierten Stellen und großen Gelenken.
  • Lupus profundus: Seltene Sonderform des kutanen Lupus Erythematodes (etwa 2-3% der Fälle) mit schmerzhaften, entzündlich geröteten, in die Subkutis reichenden Knoten ohne wesentliche Epidermisbeteiligung. Abheilung unter Ausbildung eingezogener Narben. (enzyklopädie-dermatologie.de, 2018)

Ein Spezialfall: der medikamenteninduzierte Lupus Erythematodes

Die typischen Lupus Symptome können auch bei einer Unverträglichkeit oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten. Jedoch ist diese Form des Lupus reversibel – nach Absetzen der entsprechenden Medikamente verschwinden die Symptome in der Regel wieder.

Mehr Informationen darüber sowie den Link zu einer Auflistung aller Medikamente, die dazu führen können, finden Sie hier.

Kutaner oder systemischer Lupus Erythematodes – wie geht es weiter?

Die zwei häufigsten Formen des Lupus sind in ihren Symptomen zu erkennen, der kutane jedoch deutlich einfacher als der systemische.

Bei einer Lupus Diagnose, die bei einem Hausarzt, Internisten oder Rheumatologen gestellt werden kann, sollte unverzüglich mit der Therapie sowie einer Ernährungsumstellung begonnen werden.

Dann sind auch die besten Chancen auf Besserung zu erwarten.

Fazit – kutaner und systemischer Lupus Erythematodes

Lupus Erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung des Bindegewebes und gehört zu den Rheumaerkrankungen (Kollagenosen). Die Lupus Lebenserwartung ist geringfügig reduziert.

Je nachdem, ob das Bindegewebe in der Haut (kutan) oder im Körperinneren (systemischer Lupus Erythematodes) das Ziel des Autoimmunangriffs ist, gibt es zwei wichtige Formen des Lupus.

Beide haben unterschiedliche Symptome, jedoch auch einige Überschneidungen.

An den Lupus Symptomen können erste Hinweise gewonnen werden, ob es ein Lupus Erythematodes oder doch eine andere Erkrankung ist.

Lupus Erythematodes ist eine weniger häufig vorkommende Autoimmunerkrankung, jedoch wird sie auch deutlich schlechter diagnostiziert als andere Autoimmunerkrankungen.

Daher sollte diese Krankheit mehr ins Bewusstsein gerufen werden.

Wenn Sie einen großen Überblick über Lupus Erythematodes haben möchten, von Symptomen, Diagnose Therapie bis hin zur Ernährung, werden Sie hier (Lupus Erythematodes) fündig.

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Quellenverzeichnis

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