Schluckbeschwerden bei Hashimoto

Schluckbeschwerden bei Hashimoto

Zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2018 um 22:49

Wenn Sie an Hashimoto Thyreoiditis leiden, eine von zwei bekannten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, geht es Ihnen wie 4 bis 8 Millionen Menschen in Deutschland. Die Erkrankung ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen und mittlerweile prävalent wie Typ 2 Diabetes. Doch nur selten wird darüber gesprochen. Heute wollen wir uns der Frage widmen, warum Schluckbeschwerden bei Hashimoto auftreten können.

Ein Überblick über Hashimoto und die Schilddrüse

Etwa 10 bis 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Autoimmunerkrankungen. Diese Krankheitsbilder sind nach Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Häufigsten in Deutschland und das noch vor Diabetes. Die Schilddrüse ist zwar nicht lebenswichtig, aber das Gaspedal unseres Körpers. Sie produziert wichtige Hormone für die Stoffwechselgesundheit.

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Bei Hashimoto kommt es zu einem Autoimmunangriff auf die Schilddrüsenzellen, die dadurch stark beschädigt und zerstört werden. Die Schilddrüse kann nur noch eingeschränkt ihre Funktion ausführen.

Durch die chronische Entzündung und die Unterfunktion kommt es zu den Hashimoto Symptomen, die sich auch als Schluckbeschwerden manifestieren. Im Folgenden finden Sie zusätzliche und hilfreiche Informationen, warum es bei der Autoimmunerkrankung zu Schluckbeschwerden kommt:

Warum treten Schluckbeschwerden bei Hashimoto auf?

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Die Schilddrüse sitzt unter dem Kehlkopf und umschließt Luftröhre und Speiseröhre.

Bei der Erkrankung ist die Schilddrüse chronisch entzündet und aufgrund der Schilddrüsenunterfunktion häufig vergrößert. Durch die Entzündung und die Vergrößerung drückt die Schilddrüse auf Luftröhre und Speiseröhre. Die dort liegenden Muskeln, die den Schluckreflex ausführen, sind dadurch irritiert und es kommt zu Schluckbeschwerden.

So simpel ist der Zusammenhang, wenn man die Hintergründe von Hashimoto verstanden hat. Daher auch die lange Herleitung.

Wie können Sie nun dagegen angehen? Wie können Sie die Hashimoto Behandlung optimal unterstützen und die Entzündung reduzieren, damit Schluckbeschwerden wieder verschwinden?

Erfahren Sie hier mehr über die Therapie bei Hashimoto und wie Sie sie aktiv unterstützen können. Außerdem wichtig für Sie: eine angepasste Ernährung, um den Entzündungsprozess möglichst zu minimieren.

Ein wichtiger Zusatz: In Ausnahmefällen kann sich hinter starken Schluckbeschwerden bei Hashimoto ein Schilddrüsen-Krebs verstecken. Dieser ist sehr selten (2500 Neuerkrankungen pro Jahr). Gehen Sie jedoch auf Nummer sicher und lassen Sie sich von einem Schilddrüsen-Spezialisten genauer untersuchen, sollten die Symptome über Wochen hinweg andauern. Ein Ultraschall und Szintigrafie sollten mindestens durchgeführt werden.

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Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München). Seine Doktorarbeit (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt sich mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Herr Auerswald, sehr interessant Ihr Artikel und gut zu verstehen.
    Ich nehme schon seit Jahren (weiß nicht wieviel) L-Thyroxin 100 wegen Unterfunktion.
    Bei der letzten Blutuntersuchung hatte ich einen TPO Wert von 1125,6.
    Ich habe die typischen Schwankungen von Hashimoto. Unter und Überfunktion. Habe mit Selen 200 und Zink abwechselnd angefangen. Abends noch Vitamin Bkomplex.
    Mein Ferritinwert war bei 30. Habe Infusion bekommen, jetzt bin ich nicht mehr so müde. Vitamin D war 38. Abends (ich geh auch abends arbeiten- abends bin ich fitter)
    Will mit Arzt sprechen, dass ich zum Endrikolgen Überweisung bekomme.
    Östrogendominanz – weiß aber nicht das Verhältnis. Aber beim Speicheltest hatte ich mehr Östrogene als Progesteron. Nehme Progesteronsalbe -2 mal 2 Hubs

    Meine Frage: Ist es sinnvoll L-Thyroxin auf 150 zu erhöhen? Oder muss das L-Thyroxin auf 50 runter?

    Meine Werte waren TSH 1,47,FT4 1,36, FT3 3,3 -eigentlich gar nicht so schlecht.
    Ich danke für die Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gertrud Schuranski

    • Hallo Frau Schuranski,
      vielen Dank für das Feedback!
      Leider dürfen wir hier weder Diagnosen stellen noch direkte Medikamenten-Empfehlungen aussprechen.
      Aber was Sie schreiben, klingt sehr nach Hashimoto – ausführliche Informationen dazu finden Sie hier: https://autoimmunportal.de/hashimoto-thyreoiditis/
      Es kann bei Hashimoto und trotz Thyrox-100 niedrigen fT3-Werten nötig sein, die Dosis auf 150 oder gar 175 zu erhöhen, dies sollten Sie jedoch nur in Absprache mit Ihrem Arzt tun. Aber Dosierungen höher als 100 sind nicht unüblich und in der Regel risikoarm. Lassen Sie sich idealerweise an einen Endokrinologen überweisen, der sich mit Hashimoto gut auskennt.
      Mit gesunder Ernährung, Nährstofftherapie und Progesteron (bei Östrogendominanz, über Speicheltest messbar) haben Sie da weitere wertvolle Standbeine, die Sie bei der Behandlung unterstützen – weiter so! 🙂
      Weiterhin wünschen wir Ihnen viel Erfolg und falls Sie noch weitere Fragen haben, können Sie uns jederzeit erreichen.

      Viele Grüße,
      Martin Auerswald und das Team vom Autoimmunportal

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