Wie Sie Reizdarm Symptome erkennen und sofort beseitigen!

Reizdarm Symptome - Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen

Zuletzt aktualisiert am 3. November 2018 um 20:59

Ständige Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit, unregelmäßiger Stuhlgang – Reizdarm ist wahrlich kein Spaß. Aber ist es überhaupt Reizdarmsyndrom? Erfahren Sie hier mehr über die Reizdarm Symptome und wie sie zu erkennen sind.

Was ist Reizdarm?

Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden

Reizdarm ist ein Überbegriff für eine funktionelle Störung im Darm, die zu besagten Symptomen führt. Die Reizdarm Diagnose ist relativ umfangreich und erfolgt durch Ausschlussverfahren.

Bei Reizdarm liegt eine Entzündung oder Störung im Darm vor, die zu Durchfall, Blähungen, Druckschmerz oder Verstopfung führt. Wenn diese Symptome längerfristig sind und die Lebensqualität beeinträchtigt ist, wird es immer wahrscheinlicher, dass es sich hier um Reizdarm handelt.

Etwa 10 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Reizdarmsyndrom, Tendenz steigend. Frauen sind dabei zweimal häufiger betroffen als Männer, daher scheinen die Hormone eine Rolle zu spielen. Genau weiß man es jedoch noch nicht.

Was die Lage erschwert ist, dass die Symptome oft nicht eindeutig sind und andere Erkrankungen des Darms dahinterstecken könnten.

Dieser Beitrag heute soll Licht ins Dunkel bringen: Denn anhand einiger Kriterien sind die Symptome dem Reizdarm eindeutig zuordenbar. Eine Reizdarm Diagnose erklärt die Frage dann ein für alle Mal.

Reizdarm Symptome

Die vier Typen des Reizdarms

Es gibt vier zentrale, wichtige Reizdarm Symptome. Sie sind die dominanten Symptome bei Reizdarm. Durch sie können Betroffene einem Reizdarm-Typ zugeordnet werden, da in der Regel eines dieser Reizdarm Symptome deutlich heraussticht. Dazu gesellen sich allgemeine Symptome (im Anschluss).

Die vier Typen des Reizdarms sind die folgenden:

Blähungen

Der Blähtyp: Deutlich geblähter Bauch, unabhängig von Nahrungsaufnahme, Bewegung und Stress. Der Unterbauch ist immer gebläht und fällt deutlich auf. Bei Druck auf die betroffenen Stellen gibt der Bauch schnell nach.

Durchfall

Der Durchfalltyp: Üblicherweise geht ein gesunder Mensch einmal täglich für ein großes Geschäft auf die Toilette. Beim Durchfalltyp ist es bis zu dreimal täglich und immer ist die Konsistenz eher zu flüssig als zu fest. Jedoch ist der Durchfall immer nur tagsüber und nicht nachts.

Verstopfung

Der Verstopfungstyp: Gegenteilig zum Durchfalltyp klagen Betroffene hier über Verstopfung. Der große Stuhlgang erfolgt nur ein- bis dreimal wöchentlich, was natürlich viel zu wenig ist. Durch eine schlechte Zusammensetzung der Darmflora, ungesunde Ernährung und zu viel Methanproduktion im Unterbauch verstopft der Darm dann schnell.

Bauchschmerzen

Der Schmerztyp: Mit dem Stuhlgang passt alles. Der Bauch ist nicht so stark gebläht wie beim Bläh-Typ, schmerzt aber ohne Unterlass. Egal, ob es dabei der krampfartige, der Seitenstechen artige, der Druckschmerz oder der strahlende Schmerz ist; eine konstante Reizung und Entzündung im Darm sorgt für permanente Bauchschmerzen.

Bei jedem Reizdarm-Betroffenen ist eines dieser Symptome/ Typen dominant. Natürlich gibt es auch Mischformen, natürlich können mehrere dieser Symptome gleichzeitig auftreten. Jedoch ist einer immer sehr dominant und sticht heraus.

Dazu gesellen sich allgemeine Symptome, die bei Reizdarm entstehen können. Sie müssen nicht unbedingt am Reizdarm liegen, sondern können auch bei anderen Problemen ihren Ursprung haben.

Dennoch sollten sie erwähnt werden. Mit ihnen kann die (zusammen mit den vier Typen) Diagnose Reizdarm erleichtert werden:

Allgemeine Reizdarm Symptome

Schleimiger Stuhl

Der Stuhl ist fest, jedoch eher schleimig. Er schwimmt oben auf dem Wasser und ein deutlicher Fettfilm zu erkennen.

Chronische Müdigkeit

Auch nach Kaffee oder Tee, genug gesunder Schlaf, sind sie immer müde. Wenn der Darm gereizt ist, leidet auch die nächtliche Reparatur des Körpers.

Aufstoßen

Saures Aufstoßen durch übermäßige peristaltische Bewegungen aus dem Dünndarm (s. Magen-Darm-Trakt). Infolge einer Reizung ziehen sie sich bis in den Magen und die Speiseröhre und sorgen für Aufstoßen.

Haut

Wie gut es dem Darm geht, sieht man auch an der Haut. Denn wenn Entzündungen im Körper vorherrschen, nur wenige Nährstoffe aufgenommen werden können, aber auch Giftstoffe in den Körper gelangen, besteht ein erhöhtes Entgiftungspotenzial über die Haut. Das sieht man dann an Hautproblemen wie Akne oder Ekzemen.

Völlegefühl

Es besteht ein ständiger Druck im Bauch und ständig das Gefühl, eigentlich satt zu sein. Auch wenn Sie schon lange nichts mehr gegessen haben.

Gefühl der unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang

Depressive Verstimmungen

Auch diese können ihren Ursprung im Darm haben. Die Darmflora steht im direkten Zusammenhang mit dem Gehirn, über den Vagusnerv tauschen beide Informationen aus. Geht es dem Darm nicht gut, geht es häufig auch dem Gehirn und somit der Stimmung nicht gut.

Kreislaufprobleme

Bei Problemen im Darm kommt es zu unzureichender Durchblutung im Körper. Es steigt das Risiko für Infektionen und Nährstoffmangel. Dann kann auch der Kreislauf darunter leiden. Besonders bemerkbar ist das bei leichten sportlichen Betätigungen.

Schlafprobleme

Sie schlafen nicht gut, Sie fühlen sich früh nicht ausgeruht. Die Regeneration nachts ist aufgrund eines ständig meckernden Bauches eingeschränkt.

Konzentrationsstörungen

Ihnen fehlen Nährstoffe, der Darm ist entzündet, der Schlaf ist nicht erholsam oder Sie sie wollen die Konzentration verbessern? Aber nichts hilft? Das kann auch an einem Reizdarmsyndrom liegen.

Diese Symptome sind allgemein und können auch für andere Probleme und Krankheiten stehen. Doch treten sie in verschieden Zusammensetzungen fast immer bei Reizdarm mit auf. Zusammen mit den vier Typen können Sie einen guten Überblick bekommen, ob ein Reizdarm bei Ihnen vorliegen könnte oder nicht.

Reizdarm Symptome auch nachts – was bedeutet das?

Die Symptome der vier Typen des Reizdarms, besonders der Durchfall, sind nachts eher weniger stark als tagsüber. Was am sogenannten circadianen Rhythmus liegt, Ihre innere Uhr, da Ihr Körper einem 24 Stunden-Rhythmus unterliegt.

Nachts herrschen dabei andere Prozesse vor als tagsüber. Daher sind auch die Reizdarm Symptome nachts schwächer.

Wenn Sie trotzdem nachts geweckt werden, weil der Bauch ungewöhnlich schmerzt oder Sie auch nachts mit Durchfall auf die Toilette müssen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn dann kann es sich nicht nur um Reizdarm, sondern um ein anderes, schwerwiegendes Problem handeln.

Einige Darmerkrankungen, die schwerwiegender sind als Reizdarm, bewirken auch nachts die typische Symptomatik. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen für eine mögliche Reizdarm Diagnose.

Irreführende Reizdarm Symptome

Hierbei handelt es sich um Symptome, über die Betroffene häufig klagen, jedoch einen anderen Ursprung haben als Reizdarm:

Bei diesen Symptomen sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen, ihnen besondere Aufmerksamkeit schenken und bei Vorliegen einen Arzt aufsuchen. Denn hinter diesen Symptomen könnten ernstere Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn), Gastritis, SIBOLeaky Gut Syndrom oder etwas noch Schlimmeres stecken:

  • Blut im Stuhl
  • Wiederkehrendes Fieber in kurzen Abständen
  • Nächtlicher Durchfall (bei Reizdarm üblicherweise nachts kein Durchfall, nur tagsüber)
  • Starker und ungewollter Gewichtsverlust

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome beobachten, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Während Reizdarm noch relativ harmlos für die Gesundheit ist und „nur“ die Lebensqualität beeinträchtigt, sind es bei diesen Symptomen ernstzunehmende Erkrankungen, die sofort behandelt werden müssen.

Die Symptome kreisen häufig um den Stuhl. Über Stuhlfrequenz und -konsistenz erfahren Sie hier (Reizdarm Symptome) mehr. Wie sieht es mit Blut im Stuhl aus?

Reizdarm – Blut im Stuhl

Wenn Sie mitbekommen, dass in Ihrem Stuhl Blut landet – es kann Farben zwischen hellrot bis dunkelrot und schwarz annehmen – sollten Sie auch erhöhte Vorsicht walten lassen.

Die Ursachen hinter Blut im Stuhl können sehr harmlos, jedoch auch ein Indiz für schwerwiegendere Probleme sein.

Hier (Blut im Stuhl) erfahren Sie mehr, was dahinterstecken könnte und was dann zu unternehmen ist.

Aber ich möchte Sie beruhigen: Ein wenig Blut im Stuhl muss nicht zwangsläufig Darmkrebs bedeuten.

Reizdarm Symptome – was tun?

Sie haben also einige für Reizdarm charakteristische Symptome beobachtet. Sie leiden an einem oder mehreren der typischen Symptome der vier Reizdarm-Typen (Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Schmerzen) sowie an einigen allgemeinen Symptomen.

Dann ist der nächste Schritt, einen Termin bei einem Arzt für eine mögliche Diagnose auszumachen. Oder möchten Sie jahrelang mit diesem Reizdarm-Problem belästigt werden?

Sobald die Reizdarm Diagnose einmal gestellt wurde und die Reizdarm Ursachen angegangen werden, geht es relativ zügig bis zur erfolgreichen Behandlung.

Also wenden Sie sich an einen Arzt und erfahren Sie hier (Reizdarmsyndrom) mehr über Reizdarm und alles, was es wichtiges darüber zu wissen gibt.

Fazit – Reizdarm Symptome erkennen und handeln

Reizdarm ist eine funktionelle Störung des Darms, an der in Deutschland schätzungsweise 10 Millionen Menschen leiden. Die Symptome, die eindeutig für Reizdarm sprechen können, können in vier Typen eingeteilt werden:

Je nachdem, welche Reizdarm Symptome dominant ist, unterscheidet man zwischen dem Blähtyp, Durchfalltyp, Schmerztyp und Verstopfungstyp.

Dazu kommen einige allgemeine Symptome, die für Reizdarm, jedoch auch für andere Erkrankungen des Darms oder Immunsystems sprechen könnten.

Der erste Schritt ist, die Reizdarm Symptome eindeutig zu erkennen und zu beobachten. Ein Symptomtagebuch hilft weiter.

Wenn Sie den starken Verdacht hegen, dass Sie an einem Reizdarm leiden könnten, benötigen Sie einen Termin bei einem Hausarzt, Internisten, Gastroenterologen oder funktionellen Mediziner.

Sie verfügen nun über das nötige Wissen und die Instrumente, um eine mögliche Reizdarm Diagnose sowie eine erfolgreiche Behandlung (s. Reizdarm Ernährung) einzuleiten.

 

Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden
Autoimmunportal unterstützen, Spenden

1 KOMMENTAR

  1. Ich denke, dass sich ein Reizdarm über große Zeiträume hin entwickelt. Eine Veranlagung zu nervöser Überempfindlichkeit – vegetative Dystonie – gehört sicher auch dazu. Als Kind wurde mir übel, wenn der Reisebus (oder Schulbus) Kurven fuhr. Später litt ich an häufigen Kopfschmerzen, die ich (erfolgreich) mit Aspirin behandelte. Jetzt mit 57 Jahren habe ich selten Kopfweh, aber häufige Halsschmerzen und seit 2013 abendliches Zungenbrennen. Dagegen hilft: Viel trinken (Tee, Wasser), Entspannungstraining, Bewegung, Verzicht auf Haushaltszucker (stattdessen Traubenzucker), vegetarische bzw. vegane Ernährung. Allerdings traue ich mir schon längst nicht mehr zu, größere Portionen ohne Probleme zu verdauen. Daher esse ich nur noch wenig und mache teils große Pausen zwischen den Mahlzeiten. Ich rate Menschen mit ähnlichen Problemen, sich eine Liste von Lebensmitteln zu machen, die schon mal Probleme verursacht haben. Bei mir sind dies zum Beispiel: Wurstaufschnitt, Ölsardinen, Haushaltszucker, Natriumglutamat, geröstete Erdnüsse, Gänseschmalz, Schweineschmalz, Fisch in Dosen (mit schlechtem Rapsöl), Erdnussbutter.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte hinterlassen Sie uns Ihre Meinung als Kommentar!
Ihr Name (freiwillig)