Multiple Sklerose: Unbekannte Immunzellen im Gehirn entdeckt

Immunzellen, Multiple Sklerose

Zuletzt aktualisiert am 31. März 2019 um 23:52

Ein deutsches Forschungsteam unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg hat bislang unbekannte Immunzellen entdeckt. Die im Tiermodell nachgewiesenen Zellen befinden sich im entzündeten Gehirn bei Multipler Sklerose (MS). Die Entdeckung lässt auf spezifischere und nebenwirkungsarme Therapieansätze hoffen.

Immunzellen-Entdeckung dank neuer Technologie

Dank der Einzelzellenanalyse, einer hochauflösenden Methode zur Untersuchung von Einzelzellen aus Geweben, konnte das Forschungsteam die bisher unbekannten Zellen aufspüren. Erstmals gelang es den Forschern damit, die komplexe Zusammensetzung der am Entzündungsherd vorhandenen Zellen, das Entzündungsinfiltrat, zu entschlüsseln. So konnten sie eine Art Immunzellen-Atlas für das Gehirn erstellen. “Diese Methoden erlauben uns, ein völlig neues zelluläres Bild von sehr komplexen Geweben wie dem Hirn zu erlangen“, sagt Dr. Dominic Grün, einer der Pioniere dieser Technik und Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik Freiburg, der an der Studie mitarbeitete.

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Für das Team ist das Potenzial der neuentdeckten Zellen groß. Die Therapie von Multipler Sklerose könnte erheblich verbessert werden. „Unsere Ergebnisse stellen einen Durchbruch für das Verständnis von autoimmunen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose dar. Wir haben die Hoffnung, dass jetzt neue zellspezifischere und nebenwirkungsarme Therapieansätze entwickelt werden können, mit denen sich entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose behandeln lassen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Das Hauptproblem bei der bisher unzureichenden Therapie war, dass das gesamte Immunsystem gehemmt wurde. Wir konnten jedoch neuartige Subtypen von Zellen finden, die spezifisch für die lokale Entzündung und Zerstörung bei der MS sind. Die könnten somit ganz gezielt ausgeschaltet werden“, so Prof. Prinz.

Außerdem spannend und eine weitere hilfreiche Entdeckung, um die Autoimmunerkrankung besser zu verstehen: Die Erstautorin der Studie Marta Joana Costa Jordão, Doktorandin am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg, konnte zeigen, dass verschiedene Fresszellen im Gehirn während der Erkrankung chronisch aktiviert bleiben. Bisher vermuteten Forscher, dass diese eigentlich durch zirkulierende Blutzellen schnell erneuert werden. „Diese Daueraktivierung der Immunzellen könnte erklären, warum bei Multiple Sklerose das Gehirn über Jahre chronisch angegriffen wird“, sagt Costa Jordão.

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