Neue Entdeckung: Forscher identifizieren Darmbakterien, die Depressionen beeinflussen

Darmbakterien, Depressionen

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 16:04

Der Zusammenhang von Darmflora und psychischer Gesundheit ist noch immer ein umstrittenes Thema in der Mikrobiomforschung. Studien zur Kommunikation von Darm und Gehirn wurden bisher hauptsächlich an Tiermodellen erforscht. Jetzt untersuchten belgische Wissenschaftler in einer großangelegte Studie den Stuhl von über 1.000 Menschen. Dabei identifizierten sie verschiedene Darmbakterien, die einen potenziellen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit haben. 

Darmbakterien und Depressionen

Für ihre Studie analysierte Studienleiter Professor Jeroen Raes und sein Team von der KU Leuven den Stuhl von 1.054 Menschen. Zusätzlich standen ihnen Befunde über depressive Störungen der Teilnehmer zur Verfügung. Die Teilnehmer gaben außerdem selbst Auskunft über ihre körperliche Gesundheit, ihr emotionales Befinden und über ihre Zufriedenheit mit ihrem Sozialleben. 

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Die Wissenschaftler identifizierten mehrere Gruppen von Bakterien, die Depressionen und Lebensqualität bei einer Vielzahl von Menschen zu beeinflussen scheinen. Bereits in früheren Studien hatten das Team eine Bakteriengruppe namens Bacteroides2 identifiziert, die bei Patienten mit Morbus Crohn häufig im Darm zu finden ist. Sie waren überrascht, als sie feststellten, dass eine ähnliche Bakteriengruppe mit Depression und einer schlechteren psychischer Gesundheit verbunden ist.

Professor Raes erklärt: Diese Studie liefert weitere Belege dafür, dass Bacteroides2 einen negativen Einfluss haben kann. Mikrobielle Gemeinschaften, die mit einer Darmerkrankung in Verbindung stehen, scheinen bestimmte Merkmale mit denen einer verringerten psychischen Gesundheit zu teilen.

Dank einer neuen Untersuchungsmethode konnten das Team auch die zugrunde liegenden Mechanismen untersuchen. Sie stellten fest, dass Mikroorganismen DOPAC produzieren. Dabei handelte es sich um eine Substanz, die mit dem Neurotransmitter Dopamin zusammenhängt. Diese beeinflusst das Gehirn sowie das zentrale Nervensystem und ist mit einer besseren mentalen Lebensqualität verbunden.

In weiteren Forschungsarbeiten sollen die Ergebnisse nun bestätigt werden. Raes und sein Team arbeiten dafür bereits an den Vorbereitungen für eine weitere Studie, die nächsten Frühling startet.

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