Neue Entdeckung: Darm und Gehirn kommunizieren über Nervensystem

Darm, Gehirn

Darm und Gehirn gehören irgendwie zusammen – das wissen alle, die auch mal auf ihr Bauchgefühl hören. Längst ist wissenschaftlich bewiesen, dass Hormone Information vom Darm zum Gehirn überliefern. Jetzt haben Neurowissenschaftler an der Duke University in der USA entdeckt, dass die Verbindung sogar noch direkter ist. Sie weisen erstmals nach, dass Zellen im Inneren der Darmwand mit dem autonomen Nervensystem interagieren. So werden Signalen in Bruchteilen von Sekunden vom Verdauungstrakt zum Gehirn gesendet.

Direkte Verbindung von Darm und Nervensystem

Das Forschungsteam um Melanie Kaelberer konnte jetzt erstmals demonstrieren, dass Signale aus dem Darminneren in weniger als 100 Millisekunden über die Nervenbahnen zum Gehirn gesendet werden. Enteroendokrine Zellen im Darm stehen in Verbindung mit den Ausläufern des Vagus-Nervs. Dieser gehört zu den Hirnnerven und ist die wichtigste Verbindung zwischen Organen und Hirnstamm. Mehr als zwölf verschiedene Zelltypen wurden entdeckt, die an dem Vorgang beteiligt sind.

Bisher wurde vermutet, dass Hormone alleine die Informationsübertragung im Darm regeln. Sie steuern unter anderem die Verdauungstätigkeit und bereiten den Stoffwechsel auf die Zufuhr von Nährstoffen vor. Im Gegensatz zu der Millisekunden schnelle Signalübertragung über den Vagus-Nerv tritt eine hormonelle Wirkung aber erst nach mehreren Minuten ein. Durch die neuronale Übertragung wird das Gehirn schnellstmöglich darüber informieren, was im Verdauungstrakt vor sich geht. Die Forscher beobachteten beispielsweise, dass der Vagus-Nerv der Mäuse Signale in höherer Frequenz abgibt, wenn die Tiere Zucker zu essen bekamen.

Aus den neuen Erkenntnissen ergeben sich spannende Fragen für weitere Studien: Welche neuronalen Signale senden die Darmzellen wohl, wenn sie mit Umweltgifte konfrontiert werden oder bei Erkankungen?

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