Diese 9 Nahrungsmittel schaden Ihrem Darm und sollten gemieden werden!

Nahrungsmittel die dem Darm schaden

Zuletzt aktualisiert am 3. November 2018 um 20:30

Nahrungsmittel, die dem Darm schaden? Wie Sie vielleicht mittlerweile wissen, ist der Darm ein Organ der absoluten Superlative! Unser Magen-Darm-Trakt ist bis zu 12 m lang und hat eine Oberfläche von der Größe eines halben Fußballfeldes.

Aber der Darm hat auch ein Problem: Er ist dünn, sogar sehr dünn. Wenige Mikrometer (tausendstel Millimeter) trennen den Darminhalt vom Blutkreislauf. Wenn Probleme im Darm bestehen, wenn die Darmwand löchrig wird, drohen massive gesundheitliche Beschwerden (zum Beispiel Leaky Gut Syndrom oder Reizdarmsyndrom).  Zu diesen gehören auch Autoimmunerkrankungen.

Die Ernährung und Lebensführung hat darauf einen großen Einfluss. Lesen Sie hier, welche Nahrungsmittel dem Darm längerfristig schaden. Außerdem erfahren Sie, welche Lebensmittel bei Darmproblemen und zur Vorbeugung von Darmproblemen gemieden werden sollten.

Welche Bedürfnisse hat der Darm?

Der Darm ist ähnlich wie der Magen ein echtes Sensibelchen und reagiert empfindlich auf Störungen von außen. Eine Weile kann das Immunsystem das kompensieren, aber irgendwann können die Probleme zu zahlreich werden. Dann droht der Super-GAU!

Der Darm hat Bedürfnisse, die gedeckt werden müssen:

  • Nährstoffe
  • Nützliche Darmbakterien
  • Nahrungsmittel, die die Darmperistaltik anregen
  • Das Vermeiden von Krankheitserregern und Schadstoffen über die Nahrung
  • Ausreichend Ballaststoffe
  • Ausreichend entzündungshemmende, sekundäre Pflanzenstoffe, Farbstoffe, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren
  • Sofortige Reparatur bei Löchern im Darm

Das ist eine ganze Menge, oder? Nun, der Darm ist sehr lang und hat eine sehr große Oberfläche. Potenziell können hier sehr viele Giftstoffe und Krankheitserreger in den Körper gelangen, wenn die Probleme überhandgewinnen. Daher ist es so wichtig, dem Darm die richtigen Nährstoffe und Nahrungsmittel zu liefern. Gleichzeitig sollten schädliche Nahrungsmittel beziehungsweise Reizstoffe gemieden werden.

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung von Nahrungsmitteln, die dem Darm schaden, und warum:

Nahrungsmittel, die dem Darm schaden

Fast Food

Fast Food und Junk Food sind Sammelbezeichnungen für industriell verarbeitetes Essen. Egal, ob es sich dabei um McDonald‘s, Burger King, eine Tiefkühlpizza, Döner, Erdnussflips oder tief gekühlte Torte handelt.

Mit Nahrung hat das nichts mehr zu tun. Diese „Nahrungsmittel“ enthalten zahlreiche ungesunde Begleitstoffe (Transfette, chemische Zusatzstoffe, Omega-6-Fettsäuren…), die dem Darm dauerhaft schaden. Wenn Sie sich selbst und Ihrem Darm also wirklich helfen wollen, vermeiden Sie industriell verarbeitete Nahrung und Fast Food.

Industrielle Speiseöle

Dies ist eine Sammelbezeichnung für Speiseöle, die industriell hergestellt werden und nicht für den menschlichen Verzehr in dieser Menge gedacht sind. Ihnen ist gemein, dass sie zu viele Omega-6-Fettsäuren enthalten. Diese sind eine Klasse von Fettsäuren, die Entzündungen im Körper fördern.

Das beginnt schon im Darm und daher sollten diese Speiseöle vermieden werden:

Rapsöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Erdnussöl, Sojaöl, Nussöle, Margarine.

Zum Kochen, Braten und zur kalten Verwendung in Salaten sollten Sie zu hochwertigem Kokosöl, Olivenöl aus Kreta, Kürbiskernöl und kaltgepresstem Leinöl greifen.

Zucker

Das Problem mit Zucker ist der Fruchtzucker (Fructose): Denn Haushaltszucker besteht zu 50 % aus Fruchtzucker.

Die Natur hat Fruchtzucker nur in Obst und Beeren verpackt und damit sichergestellt, dass Sie nicht zu viel davon auf einmal enthalten können. Süßigkeiten und gezuckerte Nahrungsmittel umgehen diesen Prozess. Zu viel Fruktose löst ebenso wie Omega-6-Fettsäuren eine Entzündungsreaktion im Darm aus9,11.

Versuchen Sie also, auf Zucker und Süßigkeiten weitestgehend zu verzichten. Vertrauen Sie stattdessen auf die Süßigkeiten von Mutter Natur: Obst, Beeren und Honig.

Produkte aus Massentierhaltung

Die Massentierhaltung ist eines der größten Verbrechen, die die Menschheit in der heutigen Zeit noch begeht. Das unglaubliche Leid, das den Tieren zugefügt wird, spiegelt sich später auch in den Produkten wider. In Wurst, Käse, Eiern, Fleisch und Butter aus Massentierhaltung.

Diese Nahrungsmittel enthalten überdurchschnittlich viele Omega-6-Fettsäuren, da die Tiere überwiegend mit Soja und Mais gefüttert werde. Außerdem enthalten sie auch zahlreiche Rückstände von Pestiziden, Antibiotika und Stressfaktoren.

Das wirkt sich auch auf Ihren Darm aus. Mein Rat an Sie:

Versuchen Sie, tierische Produkte nach und nach umzustellen und nur noch aus artgerechter Haltung zu beziehen.

Getreide

Getreide oder besser gesagt Gluten, das wichtigste Protein im Getreide, greift direkt die Darmwand an und beschädigt sie. Gluten ist ein wichtiger Risikofaktor für Leaky Gut Syndrom 16, Reizdarmsyndrom und Autoimmunerkrankungen. Außerdem ist es die direkte Ursache für Zöliakie und andere Probleme, die im Darm beginnen1,4-6,13.

Getreide sollten Sie nur in Form von Sauerteigprodukten konsumieren, wenn Sie Ihrem Darm nicht schaden wollen8.

Ansonsten versuchen Sie auf Brot, Nudeln, Cornflakes, Backwaren und andere Dinge zu verzichten, die Getreide enthalten.

Weißer Reis ist übrigens kein Risiko, da kein Gluten enthalten ist.

Nicht fermentierte Milchprodukte

Milchprodukte sollten nur fermentiert, das heißt vergoren, konsumiert werden. Also in der Form von gutem Bio-Käse, Naturjoghurt, Weidebutter und probiotische Buttermilch. Nicht fermentierte und nicht probiotische Milchprodukte werden zunehmend als Risiko für die Gesundheit betrachtet, da das Milchprotein Casein Allergien und Darmprobleme auslösen kann.

Versuchen Sie daher, Ihren Milchprodukt-Konsum auf Weidebutter, Bio-Käse, probiotische Buttermilch und Naturjoghurt zu beschränken.

Alkohol

Dies ist kein Geheimnis und sicherlich keine Überraschung. Dennoch werden die gesundheitlichen Schäden von Alkohol weiterhin maßgeblich unterschätzt.

Alkohol löst direkt bei der Aufnahme im Dünndarm Entzündungsreaktionen aus2. Versuchen Sie daher, aus dem täglichen Feierabendbier nicht zwei werden zu lassen. Oder finden Sie eine gesündere Alternative zu Alkohol nach Feierabend.

Chemische Zusatzstoffe

Dies sollte noch einmal betont werden: Verarbeitete Nahrungsmittel, die nicht mehr dem ursprünglichen Naturprodukt ähneln, enthalten eigentlich immer zahlreiche Zusatzstoffe. Sie machen das Produkt länger haltbar, leckerer oder optisch ansprechender. Das geht jedoch alles auf Kosten Ihre Gesundheit, genauer gesagt auf Kosten Ihres Darms.

Halten Sie sich also an unverarbeitete und natürliche Nahrungsmittel und bereiten Sie diese selber zu. Die Paleo Ernährung oder das Paleo Autoimmunprotokoll sind dazu eine gute Hilfestellung.

Antibiotika

Antibiotika sind in so ziemlich allen Produkten aus Massentierhaltung in geringer Menge enthalten. Dies kommt einer konstanten Therapie mit Antibiotika gleich. Zeitgleich sollten Sie Antibiotika nur einnehmen, wenn ein Arzt sie aufgrund einer wirklich schlimme Infektion verschreibt. Oft werden Antibiotika nämlich auch bei viralen Infektionen verschrieben, bei denen sie überhaupt nichts bewirken.

Antibiotika radieren die komplette Darmflora aus, die guten und die schlechten Darmbakterien. Übrig bleibt ein kranker Darm. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich nach dieser Radikalkur schlechte Darmbakterien zuerst wieder ansiedeln. Und so nimmt das ganze Unheil erneut seinen Lauf.

Versuchen Sie die heute genannten Ratschläge zu berücksichtigen und die genannten Nahrungsmittel nach und nach aus Ihrem Ernährungsplan zu streichen. Ersetzen Sie sie mit gesunden Alternativen, die den Darm wieder gesunden können. Auf diese Weise tun Sie einen riesigen Schritt in Richtung nachhaltiger Gesundheit.

Ein gesunder Darm ist die absolute Grundlage für Gesundheit im Körper, für ein intaktes Immunsystem, und ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen7,12.

Fazit – Nahrungsmittel die dem Darm schaden

Versuchen Sie, die folgenden Nahrungsmittel zu meiden und auf gesunde Alternativen umzusteigen, um Ihren Darm nicht längerfristig zu schaden:

  • Fast Food und verarbeitete Nahrungsmittel
  • Industrielle Speiseöle
  • Zucker und Süßigkeiten
  • Fleisch, Butter, Eier und Milchprodukte aus Massentierhaltung
  • Getreideprodukte, die nicht aus Sauerteig hergestellt wurden
  • Nicht fermentierte und nicht probiotische Milchprodukte
  • Alkohol
  • Chemische Zusatzstoffe
  • Antibiotika

Besser: Natürliche Ernährung, gesunde Fette. Natürlich ist es auch wichtig, dem Darm die Nahrungsmittel beziehungsweise Nährstoffe zu geben, die er wirklich braucht. In diesem Beitrag (Lebensmittel für einen gesunden Darm) erfahren Sie Nahrungsmittel, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und Ihren Darm unterstützen.

Wenn Ihnen der heutige Beitrag gefallen hat, könnte Sie auch der Beitrag über den Magen-Darm-Trakt interessieren. Dort wird erklärt, in welche Bereiche der Darm unterteilt ist und welche Aufgaben die einzelnen Bereiche haben.

Habe ich ein bestimmtes Nahrungsmittel vergessen? Würden Sie diese Liste mit einem bestimmten Nahrungsmittel ergänzen, auf das ich hier nicht eingegangen bin? In welchen Punkten stimmen Sie mit uns überein, in welchen nicht?

Wir freuen uns über jeden Kommentar 🙂

Quellenverzeichnis
  1. Biesiekierski, Jessica; Newnham, Evan; M Irving, Peter; Barrett, Jacqueline; Haines, Melissa; Doecke, James et al. (2011): Gluten Causes Gastrointestinal Symptoms in Subjects Without Celiac Disease: A Double-Blind Randomized Placebo-Controlled Trial. In: The American journal of gastroenterology 106. DOI: 10.1038/ajg.2010.487.
  2. Bjarnason, I.; Peters, T. J.; Wise, R. J. (1984): The leaky gut of alcoholism: possible route of entry for toxic compounds. In: Lancet (London, England) 1 (8370), S. 179–182.
  3. Cani, Patrice D.; Osto, Melania; Geurts, Lucie; Everard, Amandine (2012): Involvement of gut microbiota in the development of low-grade inflammation and type 2 diabetes associated with obesity. In: Gut Microbes 3 (4), S. 279–288. DOI: 10.4161/gmic.19625.
  4. Doherty, M.; Barry, R. E. (1981): Gluten-induced mucosal changes in subjects without overt small-bowel disease. In: Lancet (London, England) 1 (8219), S. 517–520.
  5. Drago, Sandro; El Asmar, Ramzi; Di Pierro, Mariarosaria; Grazia Clemente, Maria; Sapone, Amit Tripathi Anna; Thakar, Manjusha et al. (2006): Gliadin, zonulin and gut permeability: Effects on celiac and non-celiac intestinal mucosa and intestinal cell lines. In: Scandinavian Journal of Gastroenterology 41 (4), S. 408–419. DOI: 10.1080/00365520500235334.
  6. Fasano, Alessio (2011): Zonulin and its regulation of intestinal barrier function: the biological door to inflammation, autoimmunity, and cancer. In: Physiological reviews 91 (1), S. 151–175. DOI: 10.1152/physrev.00003.2008.
  7. Fasano, Alessio (2012): Leaky gut and autoimmune diseases. In: Clinical reviews in allergy & immunology 42 (1), S. 71–78. DOI: 10.1007/s12016-011-8291-x.
  8. Freed, David L. J. (1999): Do dietary lectins cause disease? In: BMJ 318 (7190), S. 1023–1024. DOI: 10.1136/bmj.318.7190.1023.
  9. Glushakova, Olena; Kosugi, Tomoki; Roncal, Carlos; Mu, Wei; Heinig, Marcelo; Cirillo, Pietro et al. (2008): Fructose induces the inflammatory molecule ICAM-1 in endothelial cells. In: Journal of the American Society of Nephrology : JASN 19 (9), S. 1712–1720. DOI: 10.1681/ASN.2007121304.
  10. Hollander, Daniel (1999): Intestinal permeability, leaky gut, and intestinal disorders. In: Current Gastroenterology Reports 1 (5), S. 410–416. DOI: 10.1007/s11894-999-0023-5.
  11. Kavanagh, Kylie; Wylie, Ashley T.; Tucker, Kelly L.; Hamp, Timothy J.; Gharaibeh, Raad Z.; Fodor, Anthony A.; Cullen, John M. (2013): Dietary fructose induces endotoxemia and hepatic injury in calorically controlled primates. In: The American Journal of Clinical Nutrition Am J Clin Nutr 98:264 98 (2), S. 349–357. DOI: 10.3945/ajcn.112.057331.
  12. Nouri, Mehrnaz; Bredberg, Anders; Westrom, Bjorn; Lavasani, Shahram (2014): Intestinal barrier dysfunction develops at the onset of experimental autoimmune encephalomyelitis, and can be induced by adoptive transfer of auto-reactive T cells. In: PloS one 9 (9), e106335. DOI: 10.1371/journal.pone.0106335.
  13. Pusztai, A.; Ewen, S. W.; Grant, G.; Brown, D. S.; Stewart, J. C.; Peumans, W. J. et al. (1993): Antinutritive effects of wheat-germ agglutinin and other N-acetylglucosamine-specific lectins. In: The British journal of nutrition 70 (1), S. 313–321.
  14. Tsai, Yueh-Ting; Cheng, Po-Ching; Pan, Tzu-Ming (2014): Anti-obesity effects of gut microbiota are associated with lactic acid bacteria. In: Applied microbiology and biotechnology 98 (1), S. 1–10. DOI: 10.1007/s00253-013-5346-3.

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