Studie belegt: Starker Zusammenhang von Depressionen und Angststörungen mit Hashimoto

Hashimoto, Depressionen

Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2019 um 12:22

Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Alleine in Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an Depressionen. Deutsche Forscher konnten jetzt einen starken Zusammenhang der beiden Erkrankungen mit Hashimoto demonstrieren. Die neuen Erkenntnisse können vielen Betroffenen helfen.

Ursache Hashimoto?

Dr. Teja Wolfgang Grömer, niedergelassener Psychologe in Bamberg und Privatdozent am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, hatte bereits mehrere hundert Patienten behandelt, als ihm Ende 2015 etwas auffiel: Es gibt einen starken Zusammenhang von Depressionen und Angstgefühlen, insbesondere wenn beide Erkrankungen vorliegen, mit Hashimoto. Eine Studie musste her! Ich plante eine Forschungsarbeit, da es bei mehr als jedem zweiten Fall von Angst und Depression – und nur in diesen Fällen, nicht bei anderen Erkrankungen – zu einem positiven Antikörpernachweis kam.

Er erstellte mit seinem Forschungsteam daraufhin eine systematische Übersichtsarbeit zum aktuellen Forschungsstand. Für die Metastudie analysierten die Forscher 21 voneinander unabhängige Studien mit über 36.000 Teilnehmern. Davon litten etwa 35.000 an Depressionen und 34.000 an Angststörungen. Die Ergebnisse der Studie bestätigen Dr. Grömers Verdacht. Patienten mit Hashimoto hatten ein 3.5-fach erhöhtes Risiko für Depressionen und ein 2.3-fach erhöhtes Risiko für Angststörungen. Das klingt im ersten Moment nicht viel. Doch die Zahlen bedeuten, dass etwa 40 Prozent der Patienten mit Depressionen und 30 Prozent der Patienten mit Angsterkrankungen auch an Hashimoto erkrankt sind.

Die Entdeckung kann vielen Patienten helfen, die von den psychischen Erkrankungen betroffen sind. Dr. Grömer empfiehlt für alle Patienten mit Depressionen und Angstgefühlen ein Hashimoto-Antikörperscreening. „Die meisten Patienten zeigten sich durch die Stellung der Diagnose befreit“, erzählt Dr. Grömer, „denn oft hatten sie vorher keine Erklärung für ihr Krankheitsbild.“ Weitere Forschungsarbeiten sollen jetzt die Zusammenhänge näher beleuchten.

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