Neue Entdeckung: Gibt es ein weiteres Mikrobiom im Gehirn?

Mikrobiom, Gehirn

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 16:00

Das Mikrobiom im Darm mit seinen vielen verschiedenen Mikroorganismen hat großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Jetzt wurde ein Poster auf der Jahrestagung der amerikanischen Gesellschaft für Neurowissenschaften vorgestellt. Und das sorgt mit einer spektakulären Entdeckung für Schlagzeilen! Neurologen der University of Alabama fanden Bakterien in Gehirnproben toter Mäuse und toter Menschen. Wissenschaftler weltweit sprechen nun von einem möglichen Mikrobiom im Gehirn. 

Bakterien, der Darm und das Gehirn

Die Forschungsgruppe um Rosalinda Roberts war auf der Suche nach Unterschieden zwischen gesunden Menschen und solchen mit Schizophrenie. Dafür untersuchten die Wissenschaftler Hirngewebe, das auch noch Stunden nach dem Tod erhalten bleibt. Dabei machten sie in eine überraschende Entdeckung. Egal ob gesund oder mit Schizophrenie – alle 34 Gewebeproben enthielten Bakterien in unterschiedlichen Mengen. Dabei handelte es sich um Bakterien, die auch im Darm vorkommen.

Um sicherzugehen, dass die Bakterien nicht durch eine Reaktion nach dem Tod in das Gehirngewebe gelangten, wurden zehn Mäusegehirne getestet. Diese wurden zum Zeitpunkt des Todes sofort gesichert und untersucht. Auch hier fand man zahlreiche Bakterien. Um außerdem die Möglichkeit einer Kontamination auszuschließen, untersuchten die Neurologen zusätzlich vier keimfreie Mausgehirne, die auf identische Weise verarbeitet wurden. Hier wurden keine Bakterien gefunden. Interessanterweise gab es in keinem der untersuchten Gewebe Anzeichen für Entzündungen.

Derzeit ist noch unklar, über welchen Weg die Bakterien ins Gehirn zu gelangen. Vermutlich nutzen sie die Blut-Hirn-Schranke und/oder Nerven. Die Neurologen vermuten, dass die Bakterien die Gehirnfunktion und das Verhalten beeinflussen.  Roberts räumt aber auch ein, dass ihr Team noch immer nach Kontaminationsquellen suchen muss. Es könnten zum Beispiel Mikroben aus der Luft oder von chirurgischen Instrumenten während der Gehirnextraktion in das Gewebe gelangt sein. Sie möchte außerdem ausschließen, dass die Flüssigkeiten, in der das Mäusegehirn aufbewahrt wird, Bakterien einführen oder nähren. Weitere Studien werden mit Spannung erwartet.

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