Entfernung des Blinddarms senkt Risiko für Parkinson

Blinddarm, Parkinson

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 16:00

Wissenschaftler vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen Blinddarmentfernung und Parkinson geben könnte. Für eine aktuelle schwedische Registerstudie wurden Daten von etwa 1,6 Millionen Menschen ausgewertet. Wurde der Appendix bereits in jungen Jahren entnommen, war das Risiko an Parkinson zu erkranken etwa 20 bis 25 % geringer.

Blinddarm hat Einfluss auf Parkinson

Bei Parkinson bilden sich Ablagerungen fehlgebildeter Alpha-Synuclein-Proteine in den Zellen des Gehirns. Die amerikanische Studie, die jetzt im Fachjournal „Science Translational Medicine“ veröffentlicht wurde, entdeckte nun erstmals große Mengen dieser Molekülform im Blinddarm bei erkrankten und gesunden Menschen jeden Alters. 

Wurde der Appendix schon in jungen Jahren entfernt, reduzierte sich das Risiko einer Parkinsonerkrankung deutlich. Brach die Erkrankung doch aus, geschah es aber fast vier Jahre später als bei Menschen, die ihren Blinddarm noch hatten. Besonders  bei Menschen, die auf dem Land lebten, verringerte sich das Risiko einer Erkrankung durch die Blinddarmentfernung. Die Forscher vermuten Umweltgifte hinter dieser Entdeckung. Es gäbe immer mehr Hinweise darauf, dass sich Schwermetalle, Lösungsmittel und Pestizide auf das Krankheitsrisiko auswirkten. Das könnte auch erklären, weshalb Parkinson in bestimmten Gebieten, wie zum Beispiel in landwirtschaftlichen Regionen, häufiger auftritt. 

Die Autoren vermuten, dass auch es weitere Quellen fehlgebildeter Alpha-Synuclein-Proteine im Körper gibt. In wenigen Fällen gab es nämlich keinen Zusammenhang zwischen Parkinson und der Entfernung des Blindadarms – immer dann, wenn eine vererbte Genkomponente der Erkrankung vorlag. Wahrscheinlich verfügen gesunde Menschen über bisher unbekannte Schutzmechanismen, die die Ansammlung der krankhaften Proteine auf den Appendix beschränken. Bei erkrankten Person hingegen breiten sich die Proteine vermutlich über den Vagusnerv bis zum Gehirn aus.

Anzeige
Autoimmunportal unterstützen, CBD

Die neuen Studienergebnisse könnten helfen, neue Vorsorge- und Behandlungsstrategien zu entwickeln. Diese könnten darauf abzielen, die Ablagerung fehlgebildeter Alpha-Synuclein-Proteine im Blinddarm und ihre Ausbreitung zu verhindern. 

Für mehr Nachrichten folgen Sie uns auf unserer Facebook-Seite „Autoimmunportal“ und treten Sie in unsere Facebook-Gruppe „Autoimmunportal“ ein.

Finden Sie diesen Beitrag interessant? Dann teilen Sie ihn per Facebook oder auf anderen sozialen Netzwerken!

Anzeige
Vorheriger Artikel600 000 Kinder starben an verschmutzter Luft im Jahr 2016
Nächster ArtikelFastfood begünstigt Depressionen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte hinterlassen Sie uns Ihre Meinung als Kommentar!

Ich akzeptiere

Ihr Name (freiwillig)