Dank “Glückshormonen”: Wissenschaftler finden neuen Weg zur Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen, Bekämpfung

Zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2019 um 11:33

Bei Autoimmunerkrankungen kann der Körper nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. Falsch aktiviert richten sich T-Zellen plötzlich gegen körpereigene Zellen, anstatt körperfremde Stoffe und Krankheitserreger anzugreifen. Das Immunsystem attackiert den eigenen Körper! Ein internationales Forschungsteam veröffentlichte jetzt völlig neue Erkenntnisse über die Biologie und Aktivierung von Immunzellen. Die Studienergebnisse könnten bald schon zu neuen Therapien bei Autoimmunerkrankungen führen. 

Wenn der Körper T-Zellen falsch aktiviert

T-Zellen werden im Körper aktiviert um körperfremde Stoffe anzugreifen und zu vernichten. Ein immer häufiger auftretendes Problem von aktivierten T-Zellen ist aber, dass sie sich gegen körpereigenen Zellen richten. Das löst allergische Reaktionen und Autoimmunerkrankungen aus.

Das Team um Josef Penninger vom Wiener IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie und Clifford Woolf vom Boston Children’s Hospital in Harvard fand jetzt überraschend heraus, dass T-Zellen ein Molekül benötigen, dass eine wichtige Rolle im Nervensystem spielt. Dieses Molekül, bekannt als Tetrahydrobiopterin oder BH4, wird im Gehirn benötigt, um dort Botenstoffe wie die „Glückshormone“ Serotonin oder Dopamin herzustellen. Indem BH4 den Eisen- und Mitochondrienstoffwechsel reguliert, kontrolliert es auch das Wachstum von T-Zellen. Dadurch erklärt sich nun auch, weshalb Menschen mit Eisenmangel oft an Immunproblemen leiden.

In den letzten Jahren wurden bereits einige Wege der T-Zell-Aktivierung aufgeklärt, was zu bahnbrechende Therapien geführt hat. Das Forschungsteam zeigt sich optimistisch, was ihre Entdeckung angeht. „Autoimmunerkrankungen und Allergien gehören zu den häufigsten ansteigenden Erkrankungen weltweit und Therapien werden dringend benötigt. Hier kann unsere Entdeckung enorm nützlich sein. Wenn man BH4 hemmt, können wir den ständigen Angriffsmodus dieser autoaggressiven T-Zellen hemmen, damit sie kein gesundes Gewebe zerstören oder chronische Entzündungen hervorrufen,“ erklärt Shane Cronin, Postdoc am IMBA und Erstautor der Studie. Die Ergebnisse könnten außerdem auch bei der Entwicklung von neuen Immunotherapien für Krebserkrankungen helfen.

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