Multiple Sklerose (MS) von A bis Z

Multiple Sklerose (MS) von A bis Z

Zuletzt aktualisiert am 6. November 2018 um 14:44

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und des Rückenmarks. Sie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Zellen als Feind erkennt, angreift und zerstört. Multiple Sklerose beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, 70 % aller Betroffenen sind Frauen. Die Symptome äußern sich von Patient zu Patient sehr unterschiedlich, weswegen die Krankheit auch den folgenden Namen trägt: „Krankheit mit 1000 Gesichtern“.

Multiple Sklerose - Kurze Zusammenfassung
  • Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunkrankheit des zentralen Nervensystems und des Rückenmarks.
  • Bei Autoimmunerkrankungen greifen Immunzellen körpereigene Zellen an und zerstören diese.
  • Da Teile des Zentralnervensystems geschädigt werden, sind Betroffene in ihren kognitiven und motorischen Fähigkeiten mehr oder weniger stark eingeschränkt.
  • Die wichtigsten Formen der MS sind schubförmig, progressiv und chronisch progredient. Bei letzterem kommt es zu Schüben und die Krankheit verschlimmert sich fortschreitend.
  • Die schulmedizinische Therapie ist sehr vielschichtig, je nach Symptomatik und betroffenen Körperregionen werden verschiedene Therapieformen und Medikamente angewandt.
  • Ernährung und Lebensführung sind für den Großteil der Auslöser und Risikofaktoren bei multipler Sklerose verantwortlich, gesundes Ernähren und ein gesundes Leben verbessern das Krankheitsbild.

Multiple Sklerose – Inhaltsangabe

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems, die meist lebenslang bestehen bleibt. Bei der Erkrankung wird das Immunsystem fehlgeleitet, bildet autoreaktive (gegen den Körper gerichtete) Antikörper und greift die Myelinscheiden der Nervenbahnen sowie die Blut-Hirn-Schranke an.

Je nachdem, wo die Entzündungsherde/Läsionen auftreten, kommt es zu einer mehr oder weniger starken Beeinträchtigung der Sehkraft, Motorik und Kognition. Die Krankheit gilt als unheilbar.

Multiple Sklerose wird auch „Enzepahlomyelitis disseminata“ bezeichnet, was übersetzt „in Gehirn und Rückenmark verstreute Krankheiten“ heißt. Dies beschreibt die an vielen Stellen auftretenden Entzündungen und Verhärtungen, was zu eingeschränkter Muskelfunktion, Spasmen und Muskelstarre führt.

 

1Wieviele Menschen sind in Deutschland von MS betroffen?

Deutschlandweit sind etwa 200.000 Menschen betroffen, davon 70 % Frauen. Die Hormone scheinen bei der Entstehung der Krankheit eine bedeutende Rolle zu spielen. Die Häufigkeit von MS nimmt seit etwa 40 Jahren stetig zu, was für einen bedeutenden Einfluss der „westlichen Lebensführung“ auf den Ursprung der Krankheit schließen lässt.

 

Wie verläuft multiple Sklerose?

Durch die Erkrankung kommt es zur chronischen Entzündung und zum Abbau der Myelinscheiden. Dies ist die Isolierschicht um die Nervenbahnen, ähnlich wie bei einem Stromkabel: Geht die Isolierschicht verloren, fließt Strom (Informationen) nur noch stotternd.

Durch die Unterbrechung der Signalweitergabe im Zentralnervensystem kommt es zu Einschränkungen in den kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Betroffenen. Was genau und wie stark beeinträchtigt ist, hängt vom Areal des Nervensystems ab, das von der Autoimmunreaktion betroffen ist.

Bei zu später oder unzureichender Therapie nehmen die Symptome immer weiter zu und schränken Betroffene immer stärker in ihrer Lebensführung ein. Daher ist eine rasche und effektive, integrative Therapie wichtig, welche Methoden der Schulmedizin (Symptomunterdrückung) mit denen der Komplementärmedizin verbindet.

 

Welche Symptome zeigt multiple Sklerose?

Es gibt viele Symptome, die individuell ausfallen – je nachdem, wo die Erkrankung im ZNS auftritt.

Die Symptome werden in spezifisch (motorische Störungen, Lähmungen, Taubheitsgefühl, Muskelzuckungen, Sehstörungen) und unspezifisch (Erschöpfbarkeit, Fieber, Müdigkeit, Depressionen, Schwindelgefühle) unterteilt. Sie fallen bei jedem Betroffen unterschiedlich aus, da die Läsionen im Zentralnervensystem an verschiedenen Orten und unterschiedlich stark auftreten können.

Bei einer Verschlimmerung der Krankheit ist schwer vorhersehbar, welches Areal als nächstes betroffen sein könnte und welche Symptome sich anschließend zeigen. Daher und aufgrund der vielfältigen Symptome wird MS auch als „Krankheit der 1000 Gesichter“ bezeichnet.

 

Wie wird multiple Sklerose (MS) diagnostiziert?

Multiple Sklerose wird auch als „Krankheit der 1000 Gesichter“ bezeichnet und ist entsprechend schwer zu diagnostizieren; dies gilt besonders für frühe Stadien der Erkrankung, die selbst erfahrene Ärzte schwer erkennen können.

Aber gerade im Frühstadium ist eine Diagnose am wichtigsten, da hier bleibende Schäden am Nervensystem erkannt und therapiert werden können.

Die Diagnose unterteilt sich in die fünf Bereiche Anamnese, neurologische Körperuntersuchungen (z.B. Klopfen), Test der Nervenleitfähigkeit, Lumbalpunktion (Entnahme von Nervenflüssigkeit) und MRT.

Bei 95% der Betroffenen sind im Nervenwasser Antikörper nachweisbar, dort sollten im gesunden Körper keine Antikörper vorzufinden sein. Dies erleichtert die Diagnose, die ein Mischmosaik der verschiedenen Diagnostik-Schritte ist.

 

Wie wird multiple Sklerose therapiert?

Die schulmedizinische Therapie sieht eine Unterdrückung der Symptome und eine Linderung der Schmerzen, der körperlichen Beeinträchtigung und der Schübe vor, sowie eine möglichst lange beschwerdefreie Zeit.

Eine Ursachentherapie oder gar Remission sieht die Schulmedizin nicht vor. Verschiedene Therapieansätze sind etabliert und sorgen für eine vorübergehende, starke Besserung bei den Betroffenen.

Die Therapie unterteilt sich in Schubtherapie (Entzündungslinderung), symptomatische Therapie, Immunmodulation (Änderung der Immunaktivität) und Immunsuppressiva (Unterdrückung der Immunaktivität). Diese Art von Therapie bringt üblicherweise eine schnelle Besserung mit sich – diese Zeit sollte dazu genutzt werden, die Ursachen der Krankheit zu erkennen und mittels Komplementärmedizin zu behandeln.

 

Was sind die Ursachen hinter multipler Sklerose?

Ebenso wie die Diagnose ist auch die Ursachenfindung ein Mischmosaik, welches bei jedem Betroffenen anders ausfällt und hoch individuell ist. Es gibt mittlerweile verschiedene Faktoren, die zur Entstehung der Krankheit beitragen und als Ursachen bzw. Risikofaktoren bezeichnet werden können:

Genetische Veranlagung, Infektionen (z.B. EBV), Trauma (größere Verletzung am ZNS), Vitamin D-Mangel, Leaky Gut Syndrom, Mitochondrienschäden, Rauchen, Übergewicht, eine entzündungsfördernde Darmflora und eine ungesunde Ernährung sind die wichtigsten gesicherten Faktoren.

 

Welche Ernährung bei multipler Sklerose?

Mittels ergänzender gesunder Ernährung, Nährstofftherapie, Kräutertherapie und gesunder Lebensführung lässt sich eine starke Besserung der Symptome und die Beseitigung von Ursachen erreichen.

Die Ernährung sollte möglichst nährstoffreich sein und Stoffe, die Darm und Immunsystem schaden, meiden oder zumindest stark reduzieren. Eine naturnahe und möglichst unverarbeitete Ernährungsform wie die Paleo-Ernährung sind dazu besonders geeignet. Spezifische Ernährungsempfehlungen entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Kapitel, ebenso wie Ratschläge zur Nährstofftherapie bei multipler Sklerose.

 

Ist multiple Sklerose (MS) heilbar?

Aus Studien und zahlreichen Erfahrungsberichten ist bekannt, dass multiple Sklerose nicht zwangsläufig unheilbar und lebenslang sein muss. Die Erkrankung liegt nur zu einem geringen Teil in der Genetik begründet, zu einem Großteil in der Lebensführung. Dies bedeutet, dass Sie mit einer guten schulmedizinischen Therapie sowie einer gesunden Ernährung und Lebensführung einen bedeutenden Einfluss auf die Erkrankung nehmen können.

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