Moringa – Was kann das Pulver des Wunderbaums?

Moringa-Pulver wird aus dem Wunderbaum, der auch Baum der Unsterblichkeit genannt wird, gewonnen. Doch wie viel Wunder steckt wirklich darin und kann es bei chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen helfen? Dieser Frage gehen wir hier auf den Grund und zeigen Ihnen, ob der Name hält, was er verspricht. Zudem stellen wir Ihnen aktuelle Studienergebnisse dazu vor.

Moringa

Zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2019 um 10:40

Das Wichtigste zu Moringa auf einen Blick

• Der Moringabaum wird auch in Südamerika auch Baum der Unsterblichkeit genannt.
• Die Samen werden zur Aufbereitung von Trinkwasser verwendet, da sie Bakterien und einige Schadstoffe binden können.
• Bereits zwei Esslöffel Moringapulver täglich können der Unterernährung vorbeugen, da das Pulver sehr nährstoffreich ist.
• In der Pflanze sind über 90 Nährstoffe enthalten.
• Moringa soll einen positiven Einfluss auf chronische Entzündungen haben.

Was ist Moringa und woher kommt es?

Das Moringa, wie wir es kaufen können, wird aus den Blättern des Moringabaums hergestellt. Moringa oleifera zählt zu den Meerrettich-Bäumen und ist in den Subtropen Afrikas, Asiens und Südamerikas beheimatet.

Der Baum zeichnet sich durch sein rasantes Wachstum aus: In seinem ersten Jahr wächst er etwa 8 Meter und in den darauffolgenden Jahren jeweils um noch einmal 1 bis 5 Meter. Er wächst auch in Dürrezeiten ohne Zugabe von Düngern. Insgesamt kann er so Höhen von über 30 Metern erreichen.

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Schon 1000 v.Chr. waren die vielseitigen Wirkungen des sogenannten „Wunderbaums“ bekannt. Von der Blüte bis zur Wurzel kann alles weiterverarbeitet werden.
Die Blätter des Meerrettichbaums sind am nährstoffreichsten und werden häufig weiterverarbeitet. In den Anbauländern nehmen die Menschen sie auch roh zu sich, um von dieser Nährstoffdichte zu profitieren. In Deutschland sind sie lediglich als Pulver oder getrockneter Tee erhältlich. Für 1 Kilogramm Moringapulver werden 10 Kilogramm frische Blätter benötigt.

Die verschiedenen Anwendungen Produkten des Moringa-Baumes

Moringablüten werden ganzjährig geerntet und dann mit heißem Wasser übergossen – und so als stimulierender Tee verzehrt.

Moringafrüchte schmecken ähnlich wie Spargel und können gedünstet oder gekocht werden. In ihnen stecken wertvolle Nährstoffe wie Eiweiß, Vitamin C oder Kupfer.

Auch die Rinde lässt sich weiterverarbeiten: Sie wird meist bei Schmerzen im Ohr oder Magen eingesetzt. Doch auch Kordeln und Seile lassen sich daraus herstellen. Aus dem Harz werden Gewürze gewonnen.

In den Wurzeln sind Senfölglykoside enthalten. Das sorgt nicht nur für einen scharfen und intensiven Geschmack, sondern soll auch gegen Entzündungen und Darmerkrankungen helfen1.

Aus den Samen des Wunderbaums kann unter anderem Öl gewonnen werden, welches für Haare und Haut verwendet wird. In ihm steckt noch mehr: Wird der Samen zu Pulver weiterverarbeitet, soll dieses Schwebstoffe und Bakterien im Trinkwasser an sich binden und so auch verschmutztes Wasser trinkbar machen2.

Welche Nährstoffe sind in Moringa enthalten?

In Moringa-Pulver stecken über 90 verschiedene Nährstoffe. Deshalb wird es auch gerne als Superfood bezeichnet. Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind hier auch die Makronährstoffe Kohlenhydrate und Protein zu finden. Die Pflanze ist so gehaltvoll, dass es Untersuchungen gab, wie sich mit Moringapulver die Hungersnot in Afrika verringern ließe 3. Es wurde beobachtet, dass es mit dem Verzehr zu einem Gewichtsanstieg bei Versuchspersonen kam.

Das zeigt, dass in der Pflanze Nährstoffe stecken, die für den Körper und besonders für Wachstumsprozesse eine wichtige Rolle spielen. Die wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor:

Omega Fettsäuren

Omega-3- und 6-Fettsäuren sind für unseren Körper essentielle Fettsäuren. Sie sind Bestandteil der Zellmembranen, Ausgangsprodukt vieler Hormone und wirken teilweise lindernd gegenüber von Entzündungen. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, sodass sie über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Es gilt besonders darauf zu achten, dass das Verhältnis zwischen Omega-3 und Omega-6 richtig ist. Ein Zuviel an Omega-6 kann entzündungsfördernd wirken, was gerade bei Autoimmunerkrankten nicht erwünscht ist.

Der Überschuss an Omega-6 kann durch ausreichend Omega-3 ausgeglichen werden. Deshalb ist die Empfehlung, 3-mal mehr Omega-3 aufzunehmen als Linolsäure. Linolsäure kommt in vielen Lebensmitteln vor, während die Alpha-Linolensäure, also Omega-3, seltener vorkommt.

In Moringa kommen die beiden ungesättigten Fettsäuren in einem guten Verhältnis vor. Pro 100 Gramm Moringapulver sind 106 mg Omega-6 und 624 mg Omega-3 enthalten. Dabei handelt es sich um rein pflanzliche Omega-3-Fettsäuren, die entzündungslindernd wirken, jedoch nicht als Baustoff für Zellmembranen dienen können.

Selen

Selen ist ein Spurenelement, welches der Körper nicht selbstständig herstellen kann. Es ist vor allem in Innereien und Paranüssen enthalten. In Deutschland ist ein Selenmangel verbreitet, da die Böden hier wenig von diesem Element enthalten. Auch Personen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Mukoviszidose, Hashimoto Thyreoiditis oder einer Niereninsuffizienz sind gefährdet, einen Selenmangel zu bekommen, da bei diesen Erkrankungen die Aufnahme von Selen erschwert ist. Zudem können sie zu einem Verlust des Spurenelements führen.

Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Es wirkt antientzündlich und kann dem Körper dabei helfen, die entzündlichen Wirkungen von Omega-6-Fettsäuren abzuschwächen. Zudem ist es wichtig für die Schilddrüsenhormone. Pro 100 g Moringapulver sind 32 µg Selen enthalten.

Vitamin B

Insgesamt gibt es 8 verschiedene B-Vitamine. Vitamin B1,B3, B5, B6, B7, B9, und B12. Sie sind wasserlöslich und sollten täglich in ausreichender Menge eingenommen werden. In Moringa sind alle dieser Unterkategorien enthalten – sie spielen alle zusammen, weshalb die Kombination aller wertvoll ist. Jedes Einzelne hat eine andere wichtige Auswirkung auf den Körper. Dennoch ist der Gehalt der B-Vitamine in Moringa nicht ausreichend, um den Bedarf nur über dieses Pulver zu decken – aber es kann eine gute Ergänzung darstellen.

Besonders Betroffene mit einer chronischen Darmerkrankung sind gefährdet, einen Vitamin B-Mangel zu bekommen. Das rührt daher, dass sie im Darm nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können, auch wenn viele Vitamin B-haltige Nahrungsmittel verzehrt werden. Eine Überdosierung ist kaum möglich, da überschüssige B-Vitamine über die Niere mit dem Urin ausgeschieden werden.

Vitamin C

Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin und gilt als das „Vitamin für das Immunsystem. Es steckt in unzähligen Lebensmitteln und deshalb heißt es, dass ein Mangel daran in Deutschland nahezu ausgeschlossen ist. Jedoch ist ein Nicht-Mangel nicht das gleiche wie eine optimale Versorgung – viele Menschen hierzulande würden von einer höheren Vitamin C-Versorgung durchaus profitieren.

In vielen Haushalten wird wenig Rohkost verzehrt, sodass es keineswegs ein Nährstoff ist, worauf nicht geachtet werden sollte. Zudem weisen Raucher und Diabetiker einen erhöhten Bedarf auf. Mit 17 mg pro 100 mg Moringapulver trägt Moringa einen eher kleinen Teil zum täglichen Tagesbedarf bei.

Vitamin E

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin und gilt als eines der wichtigsten Antioxidantien. Diese sind wichtig, um freie Radikale, die die Zellwände angreifen, unschädlich zu machen. Es spielt damit beim Schutz des Körpers eine wichtige Rolle

Bei Problemen mit dem Fettstoffwechsel kann Vitamin E weniger gut aus dem Darm aufgenommen werden, sodass ein Mangel entstehen kann. Die Folgen sind beispielsweise Müdigkeit, Muskelabbau oder Allergien. Je nach Alter der Blätter liefert das Pulver des Wunderbaums pro 100 Gramm zwischen 40 und 85 Milligramm Vitamin E, was nicht unerheblich ist.

Zeatin

Zeatin ist ein pflanzliches Wachstumshormon und der Grund dafür, dass der Moringabaum so schnell wächst. Im menschlichen Körper soll es dabei helfen, die Nährstoffe genau da hinzutransportieren, wo sie gebraucht werden. Wissenschaftlich konnte dies aber bisher nicht untermauert werden. Auf der Haut wird Zeatin mutmaßlich verwendet, um altersbedingte Hautschäden zu reparieren und die Kollagenproduktion zu erhöhen.

Welche Wirkungen werden Moringa zugeschrieben?

Durch die vielfältigen Nährstoffe in den Produkten aus Moringa lassen sich verschiedene Wirkungen beobachten, die sich auf den gesamten Körper auswirken. Bislang wurden die Wirkungen hauptsächlich in Tierversuchen untersucht, während es kaum Beobachtungen am Menschen gibt. Aber es lässt erste Schlüsse ziehen, was das Pulver im menschlichen Körper für Wirkungen entfalten könnte:

Diabetes

Moringa soll dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Deshalb wurden Studien an Ratten durchgeführtL Bei ihnen verringerte sich der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Moringa oleifera. Zudem wurde beobachtet, dass sich auch die Wundheilung verbesserte.

Wer an Diabetes leidet, hat häufig als Begleiterscheinung eine verschlechterte Wundheilung. Auch dieser Begleiterscheinung kann durch Moringa entgegengewirkt werden, wenn die Pflanze auf den menschlichen Körper ähnlichen Einfluss hat, wie bei Tieren4. Um dies zu kontrollieren, führten Forscher in Saharawi Beobachtungsstudien bei Menschen durch. Sie kamen zu einem ähnlichen Ergebnis, wie die Forscher der Tierstudien5.

Moringa kann vielleicht Diabetes nicht heilen, dennoch kann der Verzehr einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben und die Wundheilung beschleunigen.

Chronischen Erkrankungen

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu neurologischen Symptomen kommt. Im Tierversuch wurde MS durch ein Medikament simuliert und daraufhin wurde Moringa verabreicht. Bei den Tieren verringerten sich die neuropathologischen Beschwerden signifikant. 

Wenn diese Ergebnisse genauso wie das Ergebnis bei Diabetes auch auf den Menschen übertragbar sind, kann der Wunderbaum also auch bei MS eine unterstützende Funktion bieten.

Durch den heutigen Lebensstil mit Fast Food und kaum Bewegung kann es zum metabolischen Syndrom kommen. Hierbei handelt es sich um das zeitgleiche Auftreten von Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Störung des Fettstoffwechsels und einer Insulinresistenz. Das metabolische Syndrom verläuft meist chronisch, da die gänzliche Änderung des Lebensstils nötig wäre, um diesen Krankheiten Einhalt zu geben. Im Tierversuch beobachteten Forscher, dass dieses Syndrom bei Einnahme von Moringa bei den Tieren abgeschwächt wurde, auch wenn sonst keine Änderung des Lebensstils erfolgte 7.

Das polyzystische Ovar-Syndrom ist eine chronische Erkrankung bei Frauen, die die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit darstellt. Dabei kommt es zum hormonellen Ungleichgewicht und einem erhöhten Spiegel von Androgen. Im Tierversuch konnte durch den Verzehr von Moringa der Insulinspiegel im Blut und anschließend das Androgen gesenkt werden. Die Forscher beobachteten, dass dadurch das Heranreifen der Eizellen beim polyzystischen Ovar-Syndrom erhöht werden konnte 8.

Durch diese Untersuchungen zeigt sich, dass vor allem in Tierversuchen beobachtet wurde, dass sich Moringa auf bestimmte chronische Erkrankungen positiv auswirken kann.

Krebs

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als besonders aggressive Tumor-Art. Mit ihm wurde eine Studie durchgeführt, die den Einfluss von Moringa darstellen sollte. Im Tierversuch kombinierten die Forscher die Radiotherapie mit der Einnahme von Moringa. Das Ergebnis war, dass diese Kombination das Wachstum von Metastasen und der Tumorzellen verringerte und das Überleben der Tumorzellen verringerte 9.

Dies gibt einen Hinweis darauf, dass die Nährstoffe des Wunderbaums auch bei Krebs einen positiven Einfluss haben kann.

Anti-Aging

In Moringa stecken viele Antioxidantien, die einen Anti-Aging-Effekt bewirken können. Diese Wirkung wurde auch in Form einer Creme mit Moringa im Tierversuch untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Moringa in einer Creme verwendet, die Alterung der Haut etwas entschleunigt. Zudem hat sie eine revitalisierende Wirkung, sodass sich die Haut der Versuchstiere verbesserte 10.

Zudem erfolgte die Schlussfolgerung, dass Samenglobuline (Proteine) von Moringa antioxidative Eigenschaften mit sich bringen würden11. 

Bluthochdruck

In einer Studie über Moringa-Samenglobuline wurde beobachtet, dass diese bei Aufnahme in den Körper einen blutdrucksenkenden Effekt hatten11.

In einem weiteren Tierversuch sank sowohl der Blutdruck als auch die Herzfrequenz bei der Einnahme von Moringa. Die Forscher beobachteten, dass dies aufgrund der Linderung von vaskulären Dysfunktionen, also Fehlfunktionen der Blutgefäße, Entspannung dieser und durch die Senkung des oxidativen Stresses herbeigeführt wurde12.

Immunsystem

Viele Nährstoffe wirken sich häufig auf das Immunsystem aus. So auch die Einnahme von Moringa. Bei Riesengarnelen, die regelmäßig Moringa Oleifera bekamen, beobachteten Forscher, dass sie schneller wachsen würden, obwohl sie mit dem Erreger Vibrio anguillarum konfrontiert wurden und oxidativem Stress ausgesetzt waren. Sie schlussfolgerten daher, dass Moringa physiologische und immunologische Vorgänge im Körper beeinflussen kann und den Stress durch Ammoniak vorbeugen kann 13.

Multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA) gehören zu den wichtigsten multiresistenten Erregern. Es zeigte sich, dass MRSA durch das Pulver des Meerrettichbaums gehemmt werden kann14 . Wenn diese Forschungen fortgesetzt und am Menschen bestätigt werden würden, könnte diese Entdeckung jährlich mehrere Tausend Menschen retten.

Kann Moringa bei Autoimmunerkrankungen helfen?

Moringa kann viele positive Auswirkungen auf den Körper haben. Zumindest dann, wenn es auf den menschlichen Körper ähnlich wirkt, wie auf Tiere in den Tierversuchen. Doch kann es auch bei Autoimmunerkrankungen helfen? Auch hierzu lassen sich Studien finden.

Vor allem bei multipler Sklerose wurden gute Wirkungen beobachtet. Die Krankheit charakterisiert sich durch chronische Entzündungen im zentralen Nervensystem und verursacht so neurologische Beschwerden. Dieser Entzündungsreaktion, die schlussendlich zu der Erkrankung führt, kann mit Moringa entgegengewirkt werden. Es kann laut den Forschern deshalb als begleitende und vorbeugende Maßnahme von MS verwendet werden15.

Die Entzündungen rufen teilweise starke Schmerzen hervor. Diese neuropathischen Schmerzen können durch eine zweiprozentige Moringin-Creme gelindert werden16. Morginin wird aus den Samen von Moringa gewonnen.

Wie kann ich Moringa einnehmen?

In Europa gibt es Moringa meist als Lebensmittel und als Nahrungsergänzungsmittel. Als Lebensmittel ist es als Pulver von getrockneten Bäumen im Handel erhältlich. Als Nahrungsergänzungsmittel wird dieses Pulver in Form von Kapseln oder Presslingen weiterverarbeitet. Frische Moringablätter beinhalten die meisten Nährstoffe. Diese werden allerdings in Deutschland nicht zum Kauf angeboten.

Als Lebensmittel verwendet, gelten keine Tageshöchstdosen. Als Faustregel gelten etwa 2 Teelöffel pro Tag. Als Nahrungsergänzungsmittel empfehlen die Hersteller, nicht mehr als 2400 mg täglich zu sich zu nehmen.

Bei der Einnahme scheiden sich die Geister. Viele raten dazu, das Pulver, in welcher Form auch immer, roh zu verzehren, da Hitze die empfindlichen Inhaltsstoffe zerstören kann. Wiederum andere empfehlen es, einen gewissen Teil des Pulvers in gekochter Form zu sich zu nehmen. Der Hintergrund davon ist, dass sich mit der Hitze die Bioverfügbarkeit der sekundären Pflanzenstoffe steigern kann.

Das Pulver hat einen Geschmack nach Meerrettich, da der Moringabaum aus der Familie der Meerrettichbäume stammt. Es kann deshalb gut in deftige Gerichte als Gewürz verwendet werden. Sie können es auf vielfältige Art und Weise einsetzen.

• Smoothies
• Drinks
• Salatdressing
• Brotaufstrich
• Gewürz in Eintopf oder Curry

Anfangs kann der Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig sein. Sie können deshalb ruhig mit kleineren Dosen anfangen und langsam steigern. So steigt auch die Verträglichkeit. Durch die vorhandenen Senfölglykoside kann es vor allem zu Beginn der Einnahme zu Durchfällen kommen.

Moringa-Tee?

Viele Inhaltsstoffe in der Pflanze sind fettlöslich oder würden bei einer Zubereitung als Tee nicht für den Körper bioverfügbar sein. Es wird daher empfohlen, Moringa wenn möglich als Pulver oder Extrakt zu sich zu nehmen, um von den Gesundheitseffekten zu profitieren. Moringa-Tee ist gesundheitlich als niedriger einzustufen – wenn Sie jedoch den Geschmack mögen und ihn nicht primär aus gesundheitlichen Gründen trinken möchten, spricht nichts dagegen. Kenner genießen den Tee gerne mit einem Teelöffel Bio-Honig.

Die Schattenseite des Superfoods

Superfoods“ werden immer bekannter und beliebter. Sie versprechen viele Nährstoffe, gebündelt auf geringe Mengen. Auch bei Moringa wird sich die Beliebtheit immer größer. Aber ist hier wirklich alles Gold, was glänzt?

Wie viele andere Superfoods auch, wird Moringa nicht in Deutschland oder Europa angebaut. Es kommt meist aus Afrika zu uns. Dort gelten andere Richtlinien wie hier in Europa, weshalb Superfoods häufig durch Skandale aufgrund von Schadstoffrückständen negativ ins Rampenlicht rücken.

So auch bei Moringa. Um neue Bäume zu pflanzen und dem erhöhten Bedarf zu decken, werden für die Rodung der bisherigen Pflanzen Chemikalien eingesetzt.

Teilweise werden die Böden dadurch mit Schwermetallen belastet. Zudem sind die Bauern bemüht, Schädlingen schnell den Garaus zu machen, damit die Ernte und somit ihr Einkommen nicht gefährdet werden. Sie benutzen dafür teils aggressive Spritz-Gifte wie auch Glyphosat. Vor diesen sind auch Biowaren nicht geschützt, da konventionell angebaute Superfoods häufig falsch gekennzeichnet und als Bio-Superfoods ausgegeben werden. Das ist nicht die Regel, doch es kann vorkommen.

Moringa steckt also nicht nur voller Nährstoffe, sondern kann auch mit Schadstoffen, Pestiziden und Schwermetallen belastet sein. Deshalb ist es wichtig, auf möglichst hochwertige Hersteller und Produkte zurückzugreifen.

Zudem sollen die getrockneten Blätter nur einen Bruchteil der Nährstoffe beinhalten, die die frischen Blätter haben. So unterscheiden sich viele Gehälter der Nährstoffe nicht mehr wesentlich von Obst- und Gemüsesorten, die in Europa und Deutschland angebaut werden können. Doch was sind die Alternativen zu Moringa?

Alternativen zu Moringa

Wer auf Moringa verzichten möchte, da es nicht schmeckt oder ein zu hohes Risiko an Schwermetallen mit sich bringt, kann sich die enthaltenen Nährstoffe häufig aus anderen Quellen holen. Das Antioxidans Vitamin E kommt in Kernen wie Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und auch in Wirsing in hohen Mengen vor.

Als Vitamin-C-Lieferant können statt Moringapulver auch grüne Wildpflanzen dienen. Besonders Giersch- und Löwenzahnblätter eigenen sich für Smoothies. Als Folsäure-Alternative dienen Blattgemüse wie Grünkohl sowie Erbsen und Kirschen. Als Omega 3-Quelle dient Leinöl oder Hanföl. Große Mengen Zink liefern zudem Nüsse, Linsen oder Haferflocken.

Ein Geheimtipp sind Buchweizensprossen. Buchweizen hat in seiner ursprünglichen Form sogar mehr Vitamin B1, Kalium und Magnesium als Moringa. Diese Werte erhöhen sich durch das Keimen noch einmal zusätzlich.

In vielerlei Hinsicht ähnelt Moringa zudem ganz normalem Brokkoli. Die Nährstoffe beider Pflanzen sind vergleichbar, und häufig wird Brokkoli als das „deutsche Moringa“ bezeichnet. Wer gesünder leben oder von den Nährstoffen von Moringa profitieren möchte, der kann auch auf Brokkoli, Brokkolisamen oder Brokkolipulver zurückgreifen.

Wenn Sie also Moringa nicht zu sich nehmen möchten, gibt es eine Pflanzenvielfalt aus heimischen Anbauten, die Moringa oft um nichts nachstehen.

Abschließend – Was ist von Moringa zu halten?

Moringa enthält viele Nährstoffe, und kann daher eine gesunde Ergänzung zur Ernährung sein. Der Gehalt an Nährstoffen ist relativ hoch, bei einem durchschnittlichen Verzehr von 3-10g Moringa täglich fallen sie jedoch nur geringfügig in’s Gewicht.

Viele Inhaltsstoffe in der Pflanze wurden noch nicht ausreichend erforscht und es kann sein, dass wissenschaftliche Studien in naher Zukunft noch weitere gesundheitliche Wirkungen zum Vorschein bringen.

Die meisten Studien beziehen sich auf Tierversuche, und in denen konnte M. oleifera an vielen Stellen punkten. Es kann daher eine gute Ergänzung sein – muss aber nicht, da auch heimische Pflanzen und Pflanzenextrakte ähnlich wie das „Superfood“ nährstoffreich sind und gesunde Wirkungen im Körper entfalten – Brokkoli und Buchweizensprossen zum Beispiel.

Quellenverzeichnis

Quellen:

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    bei Kindern im Vergleich zu anderen Antibiotika, Arzneim.-
    Forsch./Drug Res.57, No. 4, 238-246 (2007)
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