Morbus Crohn Therapie – So wird die CED behandelt

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn verläuft schubweise und geht vor allem in den Akutphasen mit starken Beschwerden einher. Die Therapie der Autoimmunkrankheit ist individuell und vielfältig. Morbus Crohn muss behandelt werden, um eine kontinuierliche Verschlimmerung zu vermeiden und die Schäden möglichst gering zu halten.

Morbus Crohn Therapie Behandlung

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 15:24

Obwohl Morbus Crohn als nicht heilbar gilt, gibt es zahlreiche Wege, um die Symptome zu reduzieren. Durch angepasste therapeutische Maßnahmen auf vielen Ebenen können die Schübe gemildert und verkürzt werden. Auch die Abstände zwischen den Schüben von Morbus Crohn können vergrößert werden, im besten Fall kann die Therapie sogar zum Ausbleiben der Akutphasen führen.

Welche Ziele verfolgt die Morbus Crohn Therapie?

Um den Verlauf der Erkrankung zugunsten des Patienten zu gestalten, werden mehrere Ansätze und Behandlungsziele verfolgt:

  • Der Ausbruch der Akutphasen (Schübe) soll verzögert werden
  • Die Entzündungen, welche sich destruktiv auf den Verdauungstrakt auswirken, sollen gehemmt werden
  • Die bleibenden Schäden sollen vermindert werden
  • Schmerzen sollen reduziert werden
  • Die Lebensqualität und das Wohlbefinden sollen verbessert werden
  • Der Organismus soll mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden
  • Eine Reizung des Magen-Darm-Traktes soll verhindert werden
  • Die Ernährung soll optimiert werden

Methoden in der Morbus Crohn Therapie

Um Morbus Crohn zu behandeln, bedarf es einer Compliance des Patienten. Dabei geht es nicht nur um die Kooperation des Betroffenen mit den Ärzten, sondern auch das Übernehmen der Verantwortung. Faktoren wie Lebensführung, Ernährung und Gewohnheiten können den Verlauf von Morbus Crohn stark beeinflussen.

Morbus Crohn wird in der klassischen Schulmedizin medikamentös und operativ behandelt. Das Ziel ist, Operationen möglichst zu vermeiden und nur beim Ausbleiben der Alternativen anzuwenden.

Behandlung von Morbus Crohn in der Akutphase

Vor allem im Morbus Crohn Schub ist eine Intervention zwingend notwendig. Durch die Gabe von Medikamenten sollen Entzündungen gehemmt werden. Ebenso wird das Immunsystem runterreguliert und es findet eine medikamentöse Anti-Durchfall-Therapie statt.

Entzündungshemmende Medikamente

Kortison ist das am häufigsten eingesetzte Medikament gegen Entzündungen bei Morbus Crohn. Die Gabe kann sowohl lokal, als auch allgemein (systemisch) erfolgen. Durch das Kortison werden akute Entzündungsherde gehemmt, was zu einer Verbesserung der Symptomatik führt. Bei besonders stark ausfallenden Schüben werden Kortison-Derivate wie Prednisolon eingesetzt.

Ein weiteres Medikament zur Behandlung der Morbus Crohn Schübe ist Mesalazin. Der Wirkstoff wirkt antioxidativ und entzündungshemmend und wird überwiegend zur symptomatischen Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt.

Die Entzündungshemmer in der Morbus Crohn Therapie sollten nur symptomatisch und temporär eingenommen werden. Leider sind diese Medikamente nicht frei von Nebenwirkungen, beispielsweise kann Mesalazin zu einer Schädigung der Nieren führen.

Immunsuppressive Medikamente

Da es sich bei Morbus Crohn um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung handelt, wird das Gewebe durch das eigene Immunsystem angegriffen. Immunsuppressiva sollen die Aktivität des Abwehrsystems nach unten regulieren, damit das Immunsystem weniger Schäden im Verdauungstrakt anrichten.

Immunsuppressiva, die zur Morbus Crohn Therapie eingesetzt werden, sind folgende:

Auch immunsuppressive Medikamente können mit Nebenwirkungen einhergehen. Es ist wichtig zu wissen, dass durch die Präparate nicht nur die Angriffe des Immunsystems gegen den eigenen Körper, sondern auch gegen äußere Faktoren abgeschwächt werden. Es kann zu Infektionen kommen, die bei einem geschwächten Organismus schwerer verlaufen können.

Antidiarrhoika

Bei Antidiarrhoika handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung von Durchfällen eingesetzt werden. Durchfall gehört zu den Leitsymptomen von Morbus Crohn und führt zum Verlust von Nährstoffen, Gewichtsabnahme und vor allem Dehydration. Dies soll mit der Gabe der Antidiarrhoika verhindert werden.

Die medikamentöse Therapie erfolgt während des Schubs und wird nach dem Abklingen der Symptome in der Regel abgesetzt. Um weitere Ausbrüche der Erkrankung zu verhindern, werden entzündungshemmende Medikamente sowie Immunsuppressiva phasenweise gegeben. In den Ruhephasen ist die Dosis deutlich geringer. Eine durchgehende Einnahme wird in der Regel vermieden.

Operationen bei Morbus Crohn

In manchen Fällen muss eine Operation im Rahmen der Morbus Crohn Therapie durchgeführt werden. Diese Angriffe werden nach Möglichkeit vermieden, in einigen Fällen gibt es aber keine Alternativen. Operationen müssen beispielsweise durchgeführt werden, wenn ein Darmverschluss besteht.

Bei sehr schweren Verläufen muss eine Entfernung von Darmabschnitten vorgenommen werden. Auch ein Durchbruch der Darmwand lässt sich ausschließlich operativ behandeln.

Komplementärmedizin – die alternative Morbus Crohn Therapie

Die Therapie von Morbus Crohn mit Pflanzen und Extrakten kann die medikamentöse Behandlung unterstützen, ergänzen und in manchen Fällen ergänzen. Es kann keine Garantie gegeben werden, dass Kräuter und Extrakte ein vergleichbares Ergebnis wie typische Medikamente haben. Trotzdem gibt es aber zahlreiche Studien und persönliche Erfahrungen der Betroffenen, die von der Einnahme einiger phytotherapeutischer Mittel profitieren.

Also Phytotherapie bezeichnet man die Heilkunde mithilfe von Pflanzen. Verschiedenste Kräuter und Wurzeln beinhalten tausende Pflanzenstoffe, die in den Medikamenten nachgeahmt werden. Pflanzen können entzündungshemmende, schmerzlindernde und antioxidative Wirkungen aufweisen und die Symptomaktik lindern. Phytotherapie soll an dieser Stelle nicht mit Homöopathie verwechselt werden.

Einige Studien berichten von einer extrem starken Effektivität einiger Kräuter und Extrakte, viele sekundäre Pflanzenstoffe können in einen direkten Zusammenhang mit der signifikanten Verbesserung der Symptome gebracht werden. [2]

Folgende Pflanzenextrakte zeigen eine positive Wirkung auf den Verlauf von Morbus Crohn:

  • Ingwer
  • Cannabis [3]
  • Curcumin [4]
  • Resveratrol
  • Maca
  • Granatapfel
  • Weihrauch
  • Cordyceps

Neben Pflanzenextrakten können auch wertvolle Pflanzenstoffe mit Tees eingenommen werden. Besonders wohltuend zeigten sich Tees (Aufgüsse) aus Kamille, Scharfgabe und Minze. Am besten werden Tees vertragen, die aus frischen Pflanzen gefertigt werden.

Nährstofftherapie

Durch die Schädigung des Darms können viele wichtige Nährstoffe nicht aufgenommen werden. Dies ist nicht nur für den Stoffwechsel und normale Körperfunktionen schwierig. Viele Spurenelemente, Vitamine und andere Nährstoffe zeigten in Studien eine positive Auswirkung auf den Verlauf von Morbus Crohn.

Durch den Nährstoffmangel wird also ein doppelter Schaden verursacht. Eine Nährstofftherapie bei Morbus Crohn kann zu deutlichen Verbesserungen führen und den Verlauf der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung positiv beeinflussen.

Eine Überdosierung mit einigen Spurenelementen kann zu Problemen im Organismus führen, aus diesem Grund sollte die Einnahme von hochdosierten Präparaten unter ärztlicher Beratung stattfinden. Eine zu hohe Anreicherung einiger Nährstoffe kann die Organe schädigen.

Folgende Nährstoffe können ein Teil der Morbus Crohn Therapie darstellen:

Ernährung als ein Teil der Morbus Crohn Therapie

Auch wenn es sich bei der Nahrung nicht um Medikamente handelt, ist die Anpassung der Essgewohnheiten ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Morbus Crohn. Einige Lebensmittel können den Verlauf positiv oder negativ beeinflussen. Auch ein Ausbruch von einem Schub kann durch Lebensmittel begünstigt werden.

Welche Nahrungsmittel von den Patienten mit Morbus Crohn vertragen werden, ist sehr individuell. Gemeinsam mit dem Arzt und unter Berücksichtigung der persönlichen Erfahrungen kann ein passender Ernährungsplan erarbeitet werden, der die Morbus Crohn Therapie unterstützt.

Es zeigte sich, dass Genussmittel wie Kaffee, schwarzer Tee, zuckerhaltige oder kohlensäurehaltige Getränke sowie Alkohol sich negativ auf den Allgemeinzustand der Menschen mit Morbus Crohn auswirken. Auch auf Rauchen sollte man Möglichkeit verzichtet werden. Viele Menschen nehmen die negativen Auswirkungen zugunsten von dem Genuss in Kauf. Dennoch ist eine Reduktion sehr zu empfehlen.

Psychologische Unterstützung bei Morbus Crohn

Die Betroffenen sind einer starken psychischen Belastung ausgesetzt. Ängste, Stress, Ungewissheit und Schmerzen können sich sehr destruktiv auf die psychische Stabilität auswirken. Nur wenige Menschen nehmen therapeutische oder soziale Angebote in Anspruch, dabei kann ein therapeutischer Ansatz oder Austausch mit Betroffenen sehr wohltuend sein.

Neben der klassischen Psychotherapie können stressreduzierende und angstlösende Verfahren angewendet werden. Einfache Entspannungstechniken können bereits Abhilfe schaffen. Es ist bekannt, dass Stresshormone den Verlauf der Autoimmunkrankheiten negativ beeinflussen können.

Psychohygiene kann sehr unterschiedlich aussehen, jeder Mensch kann individuell und seinen Bedürfnissen entsprechen eine Methode auswählen, um den Stress zu reduzieren und die seelische Belastung zu mindern.

Quellenverzeichnis
[1] Suenaert, Peter; Bulteel, Veerle; Lemmens, Liesbeth; Noman, Maja; Geypens, Benny; van Assche, Gert et al. (2002): Anti-tumor necrosis factor treatment restores the gut barrier in Crohn’s disease. In: American Journal Of Gastroenterology 97, 2000 EP -. DOI: 10.1111/j.1572-0241.2002.05914.x. [2] Mijan, Mohammad Al; Lim, Beong Ou (2018): Diets, functional foods, and nutraceuticals as alternative therapies for inflammatory bowel disease: Present status and future trends. In: World journal of gastroenterology 24 (25), S. 2673–2685. DOI: 10.3748/wjg.v24.i25.2673. [3] Naftali, Timna; Lev, Lihi Bar; Yablecovitch, Doron; Half, Elisabeth; Konikoff, Fred M. (2011): Treatment of Crohn’s disease with cannabis: an observational study. In: The Israel Medical Association journal : IMAJ 13 (8), S. 455–458. [4] Mazieiro, Rafaela; Frizon, Renata Reis; Barbalho, Sandra Maria; Goulart, Ricardo de Alvares (2018): Is Curcumin a Possibility to Treat Inflammatory Bowel Diseases? In: Journal of medicinal food. DOI: 10.1089/jmf.2017.0146. [5] Uchiyama et al. (2010): N-3 polyunsaturated fatty acid diet therapy for patients with inflammatory bowel disease. Inflamm Bowel Dis. 2010 Oct;16(10):1696-707. doi: 10.1002/ibd.21251.

 

 

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