Magnesium und Magnesiummangel: Oft fehlt der lebenswichtige Mineralstoff

Magnesium gehört zu den lebenswichtigen Mineralstoffen, die wir mit der Nahrung aufnehmen müssen. Besonders Patienten mit Autoimmunerkrankungen leiden häufig an Magnesiummangel, der nicht entdeckt wird. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Problemen mit dem Darm bis zu schwieriger Diagnose. Wie können Sie Magnesiummangel erkennen und beheben? Informieren Sie sich hier umfassend über dieses Thema!

Magnesium und Magnesiummangel Oft fehlt der lebenswichtige Mineralstoff, Totes Meer
Das Tote Meer ist besonders reich an Magnesium.

Was ist Magnesium?

Magnesium ist ein für den menschlichen Körper lebenswichtiger (essentieller) Mineralstoff. Er wird im Körper überall benötigt, wo Energie fließt.

Das Mineral Magnesium kommt im Gestein der Erdkruste vor. Bei der weltweit vorkommenden Menge an Mineralstoffen steht es an achter Stelle. Die Dolomiten beispielsweise bestehen zu einem großen Teil aus Magnesium. Auch Meerwasser und Chlorophyll enthalten diesen Mineralstoff. Besonders reich an Magnesium ist das Tote Meer. In unserer Ernährung findet sich Magnesium in zahlreichen Lebensmitteln. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Magnesium in zahlreichen Verbindungen mit anderen Substanzen erhältlich.

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Organische Verbindungen von Magnesium

Die Art der Magnesiumverbindung (1) entscheidet stark über die Bioverfügbarkeit – das Ausmaß, in dem Ihr Körper diesen Mineralstoff verwenden kann. Organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat, Magnesiumgluconat, Magnesiumaspartat oder Komplexe mit Aminosäuren kann der Körper besser aufnehmen als Magnesiumcarbonat, Magnesiumoxid und Magnesiumsulfat.

Gefährliches Magnesiumstearat

Magnesiumstearat findet sich ebenfalls als Nahrungsmittelzusatzstoff mit der Bezeichnung E572 in vielen Lebensmitteln. Es wird bei der Produktion von Medikamenten, Kosmetika und Lebensmitteln als Trenn- und Fließmittel eingesetzt. Magnesiumstearat sorgt dafür, dass sich Inhaltsstoffe gleichmäßig vermischen lassen, ohne Klumpen zu bilden. Allerdings hat dieses Salz aus Stearinsäure und Magnesium negative Auswirkungen für die Gesundheit. So kann es das Immunsystem (2) schwächen und die Aufnahme von Nährstoffen (3) verschlechtern.

Was bewirkt Magnesium im Körper?

Magnesium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Körper. Es aktiviert über 300 Enzyme im Stoffwechsel und spielt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Signalen von den Nerven zu den Muskeln. Ohne Magnesium kann der Körper Vitamin D nicht in seine aktive Form (Calcitriol) überführen.

Darüber hinaus benötigt der Körper Magnesium für den Aufbau der Knochen und der Zähne und für die Synthese von Eiweiß. Magnesium stabilisiert Membranen und steuert die Verdauung von Fetten und Kohlenhydraten. Unser Gehirn, Herz und Muskeln können nur mit ausreichend Magnesium gut funktionieren.

Nur wenig Magnesium im Blut

Jeder Erwachsene hat idealerweise rund 20 Gramm Magnesium im Körper gespeichert. Davon befinden sich ca. 40 Prozent in der Muskulatur und fast der gesamte Rest in den Knochen. Nur etwa ein Prozent des gesamten Magnesiums zirkuliert im Blut. Der menschliche Körper nimmt Magnesium über die Nahrung auf.

Der Darm sorgt dafür, Magnesium aus der Ernährung den Körperzellen zur Verfügung zu stellen. Überflüssiges Magnesium scheiden die Nieren aus. Der tägliche Bedarf von gesunden Menschen liegt je nach Alter, Gewicht, Flüssigkeitszufuhr, Ernährung, Sport und Schwitzen zwischen 300 und 400 Milligramm, bei Sportlern bis zu 600-700. Im Krankheitsfall, in der Schwangerschaft oder bei chronischem Stress kann sich der Tagesbedarf jedoch vervielfachen.

Magnesiummangel: Häufig unerkannt

Magnesiummangel äußert sich in der Regel in mehreren Symptomen, die sich nicht eindeutig erkennen lassen: Schmerzhafte Muskelkrämpfe in den Waden und Füßen sowie unkontrolliertes Flattern der Augenlider deuten auf jeden Fall auf einen Mangel hin. Auch häufiger Heißhunger und ein häufiges „Fresskoma“ nach dem Mittagessen deuten auf eine Unterversorgung hin. Doch oft bleibt Magnesiummangel unerkannt. Ein Grund dafür ist die weit verbreitete Ansicht, dass Menschen in den Industrieländern genügend Magnesium mit der Nahrung aufnehmen können.

Widersprüchliche Schätzungen

Studien (4) zeichnen jedoch ein anderes Bild. Demnach hatten 2012 knapp die Hälfte aller untersuchten US-Bürger zu wenig Magnesium im Blut. Bereits 1990 fanden Forscher bei einer Untersuchung (5) an einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Oklahoma heraus, dass über 50 Prozent der Patienten unter einem gravierenden Mangel an Magnesium litten. In den USA zeigte eine Studie (6) im Jahr 2005, dass zwei von drei Menschen nicht genügend Magnesium mit ihrer Ernährung aufnehmen. Bei Schätzungen laufen die Zahlen weit auseinander. Manche Experten geben an, dass 15 bis 30 Prozent aller Bundesbürger an Magnesiummangel leiden. Andere Fachleute dagegen nennen 70 bis 80 Prozent.

Dies liegt auch an den unterschiedlichen Messmethoden und Referenzwerten, die in den Studien verwendet wurden. Der Großteil der Experten gibt eine Magnesium-Konzentration von weniger als 0,95 mmol/l im Blut als Mangel an.

Erythrozyten-Magnesium (RBC-Mg) – Der bessere Magnesium-Wert

Eine immer häufiger vorkommende Messmethode für den Mineralstoff ist der Magnesium-Gehalt der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dieser Wert ist deutlich stabiler und aussagekräftiger als der reine Wert im Blut. Allerdings ist diese Methode hierzulande noch zu unbekannt für den großangelegten Gebrauch.

Magnesiummangel und Autoimmunerkrankungen

Da Magnesium eine überaus vitale Rolle für das Immunsystem spielt, macht sich ein Mangel bei Autoimmunerkrankungen besonders stark bemerkbar. Chronische Entzündung durch ein gestörtes Immunsystem ist eine Folge aller Autoimmunerkrankungen, etwa Hashimoto Thyreoiditis, rheumatoide Arthritis und Morbus Crohn. Magnesiummangel (7) führt dazu, dass der Körper verstärkt entzündungsfördernde Zytokine (Signalstoffe der Immunzellen) wie IL-6 und IL-23 bildet.

Bei Multipler Sklerose, Colitis ulcerosa und Autoimmunhepatitis lassen sich in der Regel erhöhte entzündliche Zytokinspiegel feststellen. Schwankungen des Blutzuckers bei Typ 1 Diabetes erhöhen den Bedarf an Nährstoffen enorm, ebenso eine gestörte Darmflora und das Leaky Gut Syndrom. Bei diesem Syndrom ist der Darm nicht in der Lage, ausreichend Nährstoffe aufzunehmen. Darüber hinaus sind Nahrungsmittelallergien (8) und Nahrungsmittelintoleranzen häufig mit Autoimmunerkrankungen (9) verbunden.

Die Zerstörung von körpereigenem Gewebe erhöht den Bedarf an Magnesium und anderen Nährstoffen bei Autoimmunkrankheiten zusätzlich. Ein weiterer Faktor ist Vitamin D. Für die Aktivierung von Vitamin D braucht der Körper Magnesium. Ungenügende Versorgung mit Vitamin D (10) begünstigt erwiesenermaßen das Entstehen von Krankheiten, die ein gestörtes Immunsystem verursacht, wie Lupus Erythematodes. Autoimmunerkrankungen sind deshalb in den meisten Fällen mit einem generellen Mangel an Nährstoffen verbunden, nicht nur mit Magnesiummangel.

Gründe für Magnesiummangel

Die Gründe für den weit verbreiteten Magnesiummangel sind vielfältig. Ein gewichtiger Grund ist die industrielle Landwirtschaft, die synthetische Düngemittel ausgiebig verwendet. Eine chinesische Studie (11), die 2016 im ‚The Crop Journal’ veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Magnesiumgehalt in Böden und als Folge in Getreide dramatisch abgenommen hat. Dazu kommt, dass Niederschläge Magnesium zusätzlich aus dem Boden herauslösen. Zahlreiche Mineraldüngemittel beachten den Magnesiumbedarf von Pflanzen nicht. Stattdessen blockieren Kalium und Kalzium in den Düngemitteln die Aufnahme von Magnesium zusätzlich.

Ein weiterer Grund ist der, dass von Natur aus magnesiumreiche Lebensmittel immer weniger konsumiert werden. Der Gehalt in Lebensmitteln nimmt ab, jedoch auch die von uns verzehrte Menge. Der Trend hin zu verarbeiteten Lebensmitteln hat seit Beginn der Industrialisierung immer mehr zugenommen – nur wenige Deutsche erreichen die offiziell empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag.

Sportler weisen häufig einen Magnesiummangel auf, da sie vermehrt über den Schweiß Magnesium verlieren und aufgrund der erhöhten Flüssigkeitszufuhr die Magnesium-Konzentration im Körper verdünnt. Besonders Sportler profitieren davon, diesen wichtigen Mineralstoff vermehrt über die Nahrung und Nahrungsergänzung zuzuführen.

Verlust von Magnesium durch Kochen

Auch in der Küche geht Magnesium verloren. Weißmehlprodukte und Zucker enthalten keine nennenswerten Mengen von Magnesium. Beim Kochen und Braten kann bis zu 40 Prozent des Magnesiums in Lebensmitteln verloren gehen. Darüber hinaus muss Magnesium gemeinsam mit B-Vitaminen verzehrt werden, damit der Körper es verwerten kann. Weitere nötige Nährstoffe sind Vitamin E, Selen und Zink.

Magnesiummangel durch Medikamente

Medikamente können ebenfalls Magnesiummangel verursachen oder dazu beitragen, beispielsweise Säureblocker für Magensäure. Ohne die wichtige Magensäure kann der Körper aufgenommenes Magnesium nicht in die ionische Form umwandeln, die der Körper verwerten kann. Manche Medikamente bewirken, dass Magnesium mit dem Urin ausgeschieden wird. Andere erhöhen kurzfristig den Magnesiumspiegel im Blut, weil sie Magnesium aus den Depots in Knochen und Muskeln herauslösen.

Folgende Medikamente stehen mit Magnesiummangel in Verbindung:

Antibabybille steht mit Magnesiummangel in Verbindung
Die Antibabybille steht mit Magnesiummangel in Verbindung.

Mangel an Magnesium durch erhöhten Bedarf

Schwangere und stillende Frauen benötigen besonders viel Magnesium, um das Baby gut zu ernähren. Kinder in der Wachstumsphase und sich erholende Patienten brauchen ebenfalls reichlich Magnesium. Chronischer Stress führt bei Magnesium zu einem regelrechten Teufelskreis. Er erhöht einerseits den Bedarf an Magnesium. Ein Mangel an diesem Mineralstoff fördert andererseits zusätzlich den Stress, den Sie empfinden.

Magnesiummangel: Die Diagnose

Die normale Diagnosemethode von Magnesiummangel besteht in der Analyse von Blut- und Urinproben. Doch diese Laborwerte sind nur bedingt aussagekräftig, da sich nur ein geringer Anteil, rund ein Prozent, des körpereigenem Magnesiums in der Blutbahn befindet. Die Blutwerte sinken zudem erst, wenn das gespeicherte Magnesium in den Knochen und den Muskeln aufgebraucht ist.

Macht sich ein Magnesiummangel im Blutbild bemerkbar, steht Ihrem Körper in der Regel seit geraumer Zeit nicht genügend Magnesium zur Verfügung. Darüber hinaus schwankt der Magnesiumanteil im Blut ständig, abhängig von Tages- und sogar Jahreszeiten. Ein einziger Laborwert allein sagt deshalb wenig aus.

Normale Laborwerte für Magnesium:

Magnesium im Blut:

  • Männer: 0,73 bis 1,06 mmol/l
  • Frauen: 0,77 bis 1,03 mmol/l
  • Schulkinder: 0,60 bis 0,95 mmol/l

Magnesium im Urin:

  • 2,05 bis 8,22 mmol/24 h

Sie vermuten, dass Ihrem Körper Magnesium fehlt? Neben den bereits erwähnten Muskelkrämpfen und Lidflattern deuten folgende Symptome auf einen Magnesiummangel hin:

Magnesiummangel Symptome – Im Überblick

  • Heißhunger
  • Fresskoma (starke Müdigkeit) nach einer Mahlzeit
  • Mangel an Magensäure
  • Schlechter Schlaf
  • Konzentrationsschwäche
  • Kaffeesucht
  • Schwankungen des Blutzuckerspiegels
  • Allgemeine Müdigkeit und Antriebsschwäche
  • Herzrasen
  • Nervosität
  • Appetitlosigkeit
  • Häufiges Erbrechen und Durchfall
  • Migräne
  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Hyperaktivität

Magnesiummangel beheben

Bei einem Mangel an Magnesium empfiehlt es sich, gesunde Ernährung mit Nahrungsergänzungsmitteln zu kombinieren. Denken Sie beim Kochen daran, dass der Körper Magnesium nur in Verbindung mit B-Vitaminen, Vitamin E, Selen und Zink verwenden kann. Deshalb sollten Sie Zutaten immer so frisch wie möglich verwenden und idealerweise roh verzehren sowie schonend vor- und zubereiten.

Schonende Zubereitungsarten

Dämpfen, Dünsten und Schmoren sind Techniken, die den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln nicht zu stark verringern, Magnesium, Vitamine
Dämpfen, Dünsten und Schmoren sind Techniken, die den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln nicht zu stark verringern

Dämpfen, Dünsten und Schmoren sind Techniken, die den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln nicht zu stark verringern – vorausgesetzt, Sie beachten folgende Ratschläge:

Dämpfen: Beim Dämpfen sollten Sie nur so wenig Flüssigkeit in den Topf einfüllen, dass sie den Siebeinsatz nicht berührt. Wenn das Wasser kocht, geben Sie Gemüse, Fisch oder Fleisch in den Topf, schalten die Temperatur herunter und legen den Deckel auf. Idealerweise öffnen Sie ihn erst beim Ende der Garzeit.

Dünsten: Braten Sie die Lebensmittel in wenig Fett kurz an, bis sich Flüssigkeit bildet. Sie können auch etwas Wasser oder Brühe hinzugeben. Nach dem Anbraten verschließen Sie den Topf und halten ihn geschlossen, bis alles gar ist. Ein Glasdeckel erleichtert bei einer Pfanne die Kontrolle des Kochvorgangs.

Schmoren: Diese Methode eignet sich besonders gut für Fleisch und Gemüse mit langen Kochzeiten. Braten Sie die Lebensmittel in etwas Fett rundherum gut an und löschen Sie mit Flüssigkeit ab. Garen Sie das Gericht bei geschlossenem Topf um den Siedepunkt herum nur so lange wie nötig. Den Bratenfond sollten Sie wegen der darin gelösten Mineralstoffe und Vitamine immer mitverwenden.

Gemüse und Obst säubern und sofort verzehren

Gemüse und Früchte sollten sie immer rasch unter fließendem Wasser säubern. Wässern löst Inhaltsstoffe heraus. Erst nach dem Waschen zerkleinern Sie die Lebensmittel. Schälen empfiehlt sich nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Wasser vom Gemüsedämpfen können Sie für Soßen verwenden, damit Nährstoffe nicht verloren gehen. Lebensmittel sollten Sie nur zubereiten, wenn Sie sie anschließend sofort verzehren. (12)

Welche Lebensmittel enthalten Magnesium?

Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sind ideale Quellen für Magnesium. Fleisch und Fisch dagegen enthalten vergleichsweise geringe Mengen. Eine der besten Magnesiumquellen ist Mineralwasser. Studieren Sie beim Einkauf die Liste der Mineralstoffe und wählen Sie Wasser, das mindestens 50 mg pro Liter enthält.

Welche Lebensmittel enthalten Magnesium? Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sind ideale Quellen für Magnesium.
Welche Lebensmittel enthalten Magnesium?
Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sind ideale Quellen für Magnesium.

Magnesiumgehalt von Nüssen und Samen in mg pro 100 g:

Kürbiskerne 402 mg
Sonnenblumenkerne 395 mg
Leinsamen 350 mg
Sesam 347 mg
Chiasamen 335 mg
Mohn 333 mg
Cashews 292 mg
Pinienkerne 235 mg
Mandeln 170 mg
Erdnüsse 160 mg
Paranüsse 160 mg
Haselnüsse 155 mg
Pistazien 130 mg
Walnüsse 130 mg

 

Magnesiumgehalt von Getreide und Vollkornprodukten in mg pro 100 g:

Weizenkleie 590 mg
Amarant 308 mg
Quinoa 276 mg
Weizenkeime 250 mg
Haferkleie 233 mg
Hirseflocken 170 mg
Naturreis 157 mg
Buchweizen 142 mg
Dinkel 136 mg
Haferflocken 134 mg
Grünkern 130 mg
Hirsekorn 121 mg
Vollkornbrötchen 95 mg
Knäckebrot 75 mg

 

Magnesiumgehalt von Hülsenfrüchten in mg pro 100 g:

Sojabohnen 220 mg
Limabohnen 216 mg
Linsen 129 mg
Kichererbsen 126 mg
Kidneybohnen 126 mg
Erbsen 118 mg

 

Magnesiumgehalt von Obst und Gemüse in mg pro 100 g:

Banane, getrocknet 110 mg
Feigen, getrocknet 90 mg
Kaktusfeige 85 mg
Mangold 81 mg
Spinat 62 mg
Aprikosen, getrocknet 59 mg
Pflaumen, getrocknet 55 mg
Petersilie 44 mg
Schnittlauch 44 mg
Kohlrabi 43 mg
Papaya 41 mg
Kresse 34 – 40 mg
Zuckermais (Dose) 38 mg
Jackfrucht 37 mg
Grünkohl 31 mg
Himbeeren 30 mg
Avocado 29 mg
Rote Beete 25 mg
Kiwi 24 mg

 

Kommentar: Die Aufnahme von Magnesium aus Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen ist schlechter als aus Obst und Gemüse. Dies liegt daran, dass in diesen Nahrungsmitteln Stoffe enthalten sind, die die Aufnahme des Mineralstoffs im Darm behindern – Phytinsäure und Oxalsäure sind die wichtigsten davon. Es wird daher empfohlen, zur Deckung des Bedarfs bevorzugt auf Obst und Gemüse zurückzugreifen, was ohnehin in einer gesunden Ernährung der Fall sein sollte.

Magnesium: Präparate, Kapseln und Öl

Die Bioverfügbarkeit ist bei der Wahl eines Magnesiumpräparats ausschlaggebend. Sie beschreibt, wie gut Ihr Körper das eingenommene Magnesium verwerten kann. Allerdings ist es schwierig, die Bioverfügbarkeit von Tabletten und Kapseln tatsächlich zu messen. Forscher nahmen lange Zeit die Menge des im Urin ausgeschiedenen Magnesiums als Richtschnur für die Beurteilung der Bioverfügbarkeit. Aus diesem Grund galt Magnesiumcitrat lange als die beste Magnesiumverbindung.

Magnesium Präparate, Kapseln und Öl
Magnesium Präparate, Kapseln und Öl

Magnesiumcitrat und Magnesiumoxid

Dabei wird Magnesium mit Citrat, dem Salz der Zitronensäure verbunden. Doch eine im Jahr 2012 veröffentlichte Studie1312 zeigt, dass Magnesiumoxid besser aufgenommen wird. Dabei benutzten Forscher Röntgenstrahlen, um die Aufnahme von Magnesium zu verfolgen. Deshalb enthalten viele Magnesiumpräparate heute sowohl Magnesiumcitrat als auch Magnesiumoxid.

Verschiedene Wirkungen von Magnesiumpräparaten

Je nach Verbindung hat ein Präparat verschiedene Wirkungen. So beschleunigt Magnesiumcitrat die Darmbewegungen. Magnesiumcarbonat hat zwar nur eine Bioverfügbarkeit von 30 Prozent, lindert aber Sodbrennen. Magnesiumglycinat fördert den Schlaf. Das Herz-Kreislauf-System fördert Magnesiumorotat. Magnesiumsulfat und Magnesiumoxid werden auch als Abführmittel eingesetzt. Magnesiummalat dagegen muntert auf und hilft bei chronischer Müdigkeit.

Die beliebtesten und nach vielen Kundenerfahrungen effektivsten Formen sind Magnesiumcitrat, Magnesiumbisglycinat und Magnesiumthreonat.

Wichtig: Besprechen Sie die Einnahme von Magnesiumpräparaten am besten mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen raten, welche Magnesiumverbindung für Sie am besten geeignet ist.

Umstrittenes Magnesiumöl

In den vergangenen Jahren ist Magnesiumöl populär geworden. Dabei handelt es sich in der Regel um Magnesiumchlorid, das in Wasser gelöst ist. Es gibt auch Magnesiumgel mit dem natürlichen Gelbildner Xanthan. Sie können auf zahlreichen Portalen lesen, dass die Aufnahme über die Haut besser funktioniert als die orale Einnahme. Allerdings ist diese Behauptung wissenschaftlich bislang nicht belegt.

Magnesiumflocken, Magnesiumöl, Magnesium
Magnesiumflocken

Falls Sie mit Magnesiumöl experimentieren wollen, hier ist ein einfaches Rezept:

  • 30 Gramm Magnesiumchlorid
  • 100 Milliliter destilliertes Wasser
  • Sprühflasche

Destilliertes Wasser erhöht die Haltbarkeit des Magnesiumöls. Sie können aber auch normales Leitungswasser nehmen und abkochen. Rühren Sie die Magnesiumflocken in das heiße Wasser ein, bis sie sich aufgelöst haben. Nun füllen Sie die Lösung in eine Sprühflasche um. Sie können das Öl auf die Haut sprühen, nicht aber auf offene Wunden oder frisch rasierte Stellen. Die Dosierung ist Erfahrungssache: Bei diesem selbst gemachten Magnesiumöl kann die Konzentration schwanken, da Flocken verschieden viel Feuchtigkeit enthalten.

Magnesium: Wann einnehmen?

Es empfiehlt sich, Magnesium gemeinsam mit oder vor nährstoffreichen Mahlzeiten einzunehmen. B Vitamine, Vitamin E, Selen und Zink sind für die Aufnahme und Verarbeitung von Magnesium nötig und erhöhen die Bioverfügbarkeit. Bei einer hohen Dosierung nehmen Sie das Magnesiumpräparat am besten zwei- bis dreimal pro Tag in regelmäßigen Abständen ein. Ansonsten bietet sich der Abend an, weil Magnesium beruhigend wirkt und gesunden Schlaf fördert.

Wie viel Magnesium pro Tag?

Als Nahrungsergänzung können Sie problemlos zwischen 300 und 600 mg Magnesium am Tag einnehmen. Bei erhöhtem Bedarf, etwa Autoimmunerkrankungen, sowie bei aktiven Sportlern können Sie die Menge bis zu 800 mg steigern.

Wie schnell wirkt Magnesium?

Wie lange muss man Magnesium einnehmen, bis es wirkt? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die meisten Menschen verspüren bereits nach wenigen Tagen einen positiven Effekt. Bei einem Muskelkrampf können Sie die Wirkung manchmal auch direkt beobachten. Spätestens nach drei bis vier Monaten regelmäßiger Einnahme sollten Sie eine deutliche Verbesserung beobachten können.

Was passiert, wenn man zu viel Magnesium nimmt?

Wenn Sie Magnesiumpräparate einnehmen, sollten Sie mit weichem Stuhl rechnen. Dies ist besonders bei Magnesiumcitrat und -oxid der Fall. Durchfall ist jedoch ein Anzeichen, dass Sie zu viel Magnesium einnehmen. Auch die falsche Magnesiumverbindung kann Durchfall auslösen. In diesem Fall sollten Sie die Dosierung vermindern und die Einnahme über den Tag verteilen. Mit der Zeit können Sie die Dosen langsam erhöhen.

Fettreiche Mahlzeiten können gemeinsam mit Magnesiumpräparaten ebenfalls Durchfall verursachen. Achten Sie deshalb darauf, Magnesium immer mit leichten Gerichten zu verbinden, idealerweise mit viel Gemüse, einem großen Salat oder mit Müsli, das ohne Milch zubereitet wurde.

Durchfall kann jedoch auch ein Symptom für Magnesiummangel sein. In diesem Fall empfiehlt sich eine Magnesiumverbindung, die nicht abführend wirkt, beispielsweise Magnesiumbisglycinat.

Magnesium in der Schwangerschaft: Wie lange und wie viel?

Mit dem Beginn einer Schwangerschaft haben werdende Mütter einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Experten beziffern den Tagesbedarf von schwangeren Frauen mit 310 mg. Allerdings kann Dein Bedarf auch höher liegen, zum Beispiel, wenn Du unter Übelkeit leidest. Die Dosierung und die Art der Magnesiumverbindung beraten Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt.

Magnesium unterstützt das Wachstum des Babys und beugt zugleich Bluthochdruck und Präeklampsie (13) vor, der gefürchteten Schwangerschaftsvergiftung. Wenn Ihnen der Arzt zusätzliche Mineralstoffpräparate verschrieben hat, sollten Sie die Einnahme trennen. Kalzium behindert die Aufnahme von Magnesium. Idealerweise nehmen Sie Magnesium wegen seiner beruhigenden Wirkung abends ein.

Sie können Magnesium fast während der gesamten Schwangerschaft einnehmen. Allerdings kann der krampflösende Effekt dazu führen, dass die Wehen verspätet einsetzen. Deshalb stellt sich folgende Frage bei Magnesium in der Schwangerschaft: Wann absetzen? In bestimmten Fällen empfiehlt es sich, auf Magnesiumpräparate ab der 36. Schwangerschaftswoche zu verzichten. Andererseits verschreiben Frauenärzte häufig hoch dosiertes Magnesium, falls bereits eine Fehlgeburt erfolgte.

Magnesium: Mögliche Kontraindikationen

Manche Menschen sollten auf die Einnahme von Magnesiumpräparaten verzichten. Folgende Kontraindikationen gibt es:

  • Überempfindlichkeit gegen Salze organischer Säuren
  • Schwere Nierenfunktionsstörungen
  • Reizleitungsstörungen am Herzen

Vorsicht ist geraten bei der gleichzeitigen Einnahme von säurebindenden Mitteln (Antazida) sowie von Abführmitteln. Wer leichte oder mittelschwere Nierenfunktionsstörungen hat, zu Nierensteinen neigt oder an einer akuten Harnwegsinfektion leidet, sollte Magnesium ebenfalls nur nach Absprache mit seinem Arzt einnehmen.

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Quellenverzeichnis
  1. 1 Classen H.G., et al. (1973): Vergleichende tierexperimentelle Untersuchungen über die Resorption von Magnesium als Sulfat, Chlorid, Aspartat und Aspartat-Hydrochlorid aus dem Magen-Darm-Trakt. Arzneimittel-Forschung 23: 267– 271.
  2. 2 Tebbey, P. W., & Buttke, T. M. (1990). Molecular basis for the immunosuppressive action of stearic acid on T cells. Immunology, 70(3), 379-84.
  3. 3 http://www.xn--aktiv-fr-gesundheit-cbc.de/blog/magnesiumstearat/
  4. 4 Rosanoff A, Weaver CM, Rude RK. Suboptimal magnesium status in the United States: are the health consequences underestimated? Nutr Rev. 2012 Mar;70(3):153-64. doi: 10.1111/j.1753-4887.2011.00465.x. Epub 2012 Feb 15. Review. PubMed PMID: 22364157.
  5. 5 Whang R, Ryder KW. Frequency of hypomagnesemia and hypermagnesemia. Requested vs routine. JAMA. 1990 Jun 13;263(22):3063-4. PubMed PMID: 2342219.
  6. 6 King DE, Mainous AG 3rd, Geesey ME, Woolson RF. Dietary magnesium and C-reactive protein levels. J Am Coll Nutr. 2005 Jun;24(3):166-71. PubMed PMID: 15930481.
  7. 7 M Tam, S Gómez, M González-Gross & A Marcos. Possible roles of magnesium on the immune system. European Journal of Clinical Nutrition volume57, pages1193–1197 (2003)
  8. 8 Children’s Hospital and Regional Medical Center of Seattle. „Connection Between Allergic Diseases And Autoimmune Diseases.“ ScienceDaily. ScienceDaily, 6 April 2007. www.sciencedaily.com/releases/2007/04/070403161855.htm.
  9. 9 https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-scientists-find-link-between-allergic-autoimmune-diseases-mouse-study
  10. 10 Dankers, W., Colin, E. M., van Hamburg, J. P., & Lubberts, E. (2017). Vitamin D in Autoimmunity: Molecular Mechanisms and Therapeutic Potential. Frontiers in immunology, 7, 697. doi:10.3389/fimmu.2016.00697
  11. 11https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S221451411500121X?via%3Dihub
  12. 12 Shechter M, Saad T, Shechter A, Koren-Morag N, Silver BB, Matetzky S. Comparison of magnesium status using X-ray dispersion analysis following magnesium oxide and magnesium citrate treatment of healthy subjects. Magnes Res. 2012 Mar 1;25(1):28-39. doi: 10.1684/mrh.2012.0305. PubMed PMID: 22433473.
  13. 13 Kanagal, D. V., Rajesh, A., Rao, K., Devi, U. H., Shetty, H., Kumari, S., & Shetty, P. K. (2014). Levels of Serum Calcium and Magnesium in Pre-eclamptic and Normal Pregnancy: A Study from Coastal India. Journal of clinical and diagnostic research : JCDR, 8(7), OC01-4.
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