Magenschmerzen – Wenn die Körpermitte streikt

Magenschmerzen – Wenn die Körpermitte streikt, Ursachen, Behandlung, Gegenmittel

Zuletzt aktualisiert am 19. März 2020 um 21:01

Die meisten Menschen leiden hin und wieder an Magenschmerzen. Die Gastralgie (Fachausdruck für Magenschmerzen) kann ein harmloses Symptom sein, welches keiner Behandlung bedarf, z. B. beim einmaligen Auftreten, hervorgerufen durch schweres Essen. Leiden Sie aber häufiger an diesen Schmerzen, ist eine Intervention notwendig.

Wie können sich Magenschmerzen anfühlen?

Es gibt verschiedene Arten von Bauchschmerzen, Magenschmerzen gehören zu den häufigsten. Lokalisiert ist der Schmerz im linken und mittleren Oberbauch, die Intensität der Schmerzen kann sehr unterschiedlich sein.

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Art der Magenschmerzen:

  • Stechend
  • Brennend
  • Krampfend
  • Druckschmerz
  • Scharf

Häufig geht der Schmerz mit einer Übelkeit einher, auch Durchfall, Schluckauf, Aufstoßen oder Reflux (Sodbrennen) sind möglich.

Ursachen für Magenschmerzen

Wenn Sie an Magenschmerzen leiden, kann es verschiedene Ursachen haben. Sie müssen nicht mit einer Erkrankung einhergehen. Leichte Unverträglichkeiten, eine zu große Mahlzeit, Stress oder Hunger können Schmerzen im Magen verursachen. Normalerweise halten diese nicht lange an und lassen sich gut ohne Medikamente behandeln.

Magenschmerzen durch eine Erkrankung

Die Gastritis (Magenschleimhautentzündung) ist eine häufige Ursache für anhaltende Schmerzen im Magen. Ebenso können Magenkrebs, Reizmagen, Magengeschwür (Ulcus Ventriculi) oder Infektionskrankheiten im Zwölffingerdarm und Dünndarm (SIBO) das Symptom Magenschmerzen auslösen.

Akute Beschwerden können auf eine Lebensmittelvergiftung oder eine Intoleranz (z. B. Glutenunverträglichkeit, zurückzuführen sein, diese Schmerzen treten wenige Stunden nach einer Mahlzeit auf.

Psychische Auswirkung auf den Magen

Bauchschmerzen, vor allem Magenschmerzen sind häufig ein unspezifisches Symptom einer psychischen Belastung oder Erkrankung. Akuter oder chronischer Stress kann zu Magenschmerzen führen, ebenso Schlafmangel. Auch Essstörungen wie Bulimie verursachen das Symptom.

Magenschmerzen durch Medikamente

Einige Pharmaka lösen Magenschmerzen aus. Diese können beispielweise durch handelsübliche, nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Ibuprofen entstehen. Ebenso sind Magenschmerzen eine Nebenwirkung von vielen Medikamenten, die bei Autoimmunerkrankungen eingenommen werden, dazu gehört Tecfidera zur Behandlung von Multipler Sklerose.

Übersäuerter Magen

Der Magen bildet Säure, um den Nahrungsbrei zersetzen zu können und gleichzeitig Krankheitserreger abzutöten. Die Magensäure ist ein Bestandteil des Magensafts, der einen großen Teil der Verdauung ausmacht. Ist der Magen übersäuert, leiden Sie unter einem sehr unangenehmen Gefühl, häufig mit Magenschmerzen verbunden.

Die Übersäuerung des Magens (Hyperazidität) ist keine eigenständige Erkrankung, sondern die Auswirkung von vielen Faktoren.

  • Fettreiche Ernährung
  • Nikotin
  • Alkohol
  • Koffein
  • Medikamente
  • Stress
  • Helicobacter pylori
  • Überproduktion des Hormons Gastrin

Untersäuerter Magen

Ein zu geringer Anteil der Magensäure kann ebenfalls zu Beschwerden führen. Die Symptome von einem untersäuerten Magen sind häufig mit den Symptomen einer Übersäuerung deckungsgleich. Dadurch wird häufig eine falsche Behandlung gewählt, Säureblocker verschlimmern die Beschwerden erheblich.

Ob Ihr Magen über- oder untersäuert ist, wird in den Beiträgen über Reizmagen und Natron behandelt und gibt Ihnen erste wertvolle Hinweise.

Es ist wichtig, die Behandlung richtig zu wählen, um die Schmerzen symptomatisch und ursächlich zu bekämpfen.

Behandlung von Magenschmerzen

Wenn Sie an Magenschmerzen leiden, muss die Behandlung auf die Ursache abgestimmt sein. Vor allem, wenn die Schmerzen chronisch sind, wird eine Reihe von Tests durchgeführt. Die Ursache für die Schmerzen wird mit folgenden Verfahren ermittelt:

  • Anamnese (Krankheitsvorgeschichte, Medikamente, Essverhalten, Stress, weitere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Fieber)
  • Laboruntersuchungen (Urin- und Stuhlprobe, Blutuntersuchung)
  • Bildgebende Verfahren, z. B. eine Magenspiegelung (Gastroskopie), Sonografie, Computertomografie, MRT

Symptomatische Behandlung von Magenschmerzen

Bei akuten Schmerzen können Sie zu natürlichen Hausmitteln zurückgreifen, auch chronische Schmerzen können gelindert werden.

Folgende Phytotherapeutika (Pflanzliche Mittel) beruhigen den Magen:

Die Pflanzen/Kräuter können getrocknet als Tee getrunken werden und haben eine wohltuende, krampflösende und beruhigende Wirkung. Magentees können Sie bereits fertig abgepackt erwerben.

Wärme bei Magenschmerzen

Vor allem bei Magenkrämpfen profitieren viele Menschen von einer Wärmflasche, die thermische Anwendung beruhigt und wirkt krampflösend. Auch hat die Wärme einen schmerzlindernden Effekt.

Nutzen Sie keine Wärmeanwendung bei Entzündungen. Entzündliche Prozesse gehen bereits mit einer hohen Wärmebildung einher, zugeführte Wärme könnte die Symptome verschlimmern.

Stressreduktion gegen Schmerzen

Ruhe, gesunder Schlaf und Psychohygiene sind gute Mittel bei stressbedingten Magenschmerzen. Bei einer leichten Symptomatik kann auch ein Spaziergang sehr wohltuend sein. Aggressionen können ebenso Schmerzen verursachen, nutzen Sie Mittel zur Beruhigung und versuchen Sie, mehr emotionale Stabilität zu finden.

Mehr Informationen über Stress finden Sie zudem hier: „Stress abbauen“ und „Gesunde Stressbewältigung“.

Fazit – Magenschmerzen können, müssen aber nicht, ernst zu nehmende Ursachen haben

Schmerzen sollten immer als Warnhinweis des Körpers verstanden werden, dass etwas nicht stimmt. Magenschmerzen machen da keine Ausnahme. Die Ursachen können vorübergehend sein und die Schmerzen wieder von allein verschwinden lassen.

Werden die Schmerzen chronisch, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um nach den Ursachen der Schmerzen zu suchen.

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Weitere Artikel können Sie hier finden:

Quellenverzeichnis
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Anny ist eine examinierte Ergotherapeutin (Staatsexamen Schwerin, 2015) mit jahrelanger Erfahrung im Bereich Neurophysiologie, Motorik sowie psychosozialen Behandlungsverfahren. Mit dem Einsatz des Therapiehundes begleitete sie in einer interdisziplinären Arbeit unter anderem Klienten mit verschiedensten Autoimmunerkrankungen. Eine empathische und professionelle Kommunikation war die tägliche Herausforderung der Therapeutin. Aus diesem Grund liegt es Anny besonders am Herzen, medizinische Inhalte nicht nur fachlich kompetent, sondern auch verständlich und unkompliziert den Lesern zu vermitteln.

2 KOMMENTARE

  1. Die angepriesene Computertomografie ist so gefährlich wie eine Atombombe!
    Mit der Computertomografie bekommt man schon bei einmaliger Anwendung eine Strahlendosis verpasst, die entspricht der 100- bis 1000-fachen Strahlendosis des konventionellen Röntgens, vgl. z.B. http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2007/msg00110.htm oder der Strahlung, die Atombomben-Opfer erhielten, die sich 1945 etwa 3,2 Kilometer entfernt vom Zentrum der Detonationen aufhielten, vgl. z.B. https://www.welt.de/wissenschaft/article1667375/Experten-warnen-vor-Computertomografie.html. Nach dem Urteil des BGH, 03.12.1997 2 StR 397/97 stellt ein um 100-faches herkömmliches Röntgen über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren eine gefährliche strafbare Körperverletzung dar.
    Als das Urteil erging, gab es noch keine Computertomografie.
    Da bereits ein 100-faches herkömmliches Röntgen gefährliche Körperverletzung ist, stellt bereits nur eine Computertomografie eine gefährliche Körperverletzung dar. Mein betreuter Vater erhielt 9 unnütze Cts des Hirnschädels, also 9mal Atombombenstrahlung, ohne dass ich als Betreuer gefragt wurde. Das herkömmliche Röntgen oder die Magnetresonanztomografie scheinen weniger Profit zu bringen.
    Weitere Berichte zu menschenrechtswidrigen Verfahrensweisen kann man im Internet z.B unter „unser täglich Gift“ sowie unter „Rechtsbeugung“ finden.

    • Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,
      Sie haben völlig Recht – die Strahlenbelastung bei CT’s wird unterschätzt und birgt ein nicht zu vernachlässigendes Gesundheitsrisiko, dem nur wenige Ärzte wirklich bewusst sind. MRT ist eine vergleichbare, aber deutlic ungefährlicheres Bildgebungsverfahren. Wir werden in Kürze darüber berichten, um darauf aufmerksam zu machen.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

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