Heuschnupfen, Müdigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Entzündungen – mit Leaky Gut Syndrom (dt. löchriger Darm) ist nicht zu spaßen. Wenn der Darm Schäden nimmt und Krankheitserreger und Giftstoffe ungehindert in den Körper gelangen können, wird es brenzlig.

Erfahren Sie hier, wie Sie Leaky Gut Syndrom erkennen, was ihn auslösen kann, und wie Sie ihm begegnen können.

Darm Aufbau – Unser größtes Organ im Querschnitt

Der Darm ist wirklich unser größtes Organ, wenn es um Oberfläche geht. Unser schwerstes Organ ist übrigens die Haut, überzieht jedoch nur eine Oberfläche von 2 m². Der Darm hat, komplett aufgefaltet, eine Oberfläche von 180 m², was einem halben Fußballfeld entspricht1.

Und dabei ist der Darm nur wenige tausendstel Millimeter dick, genauer gesagt nur so breit wie eine Zelle.

Eine einzige Zellschicht steht zwischen all den Krankheitserregern, Giftstoffen und auch Nährstoffen im Darm auf der einen Seite und dem Blutkreislauf auf der anderen Seite. Welche Aufgaben kommen auf diese Zellen zu1?

 

Nährstoffaufnahme: Selektive Aufnahme von Nährstoffen aus dem Nahrungsbrei.

Barriere: Türsteherfunktion gegen alles, was im Körper nichts verloren hat; Bakterien, Viren, Schimmelpilze, Würmer, Giftstoffe, unverdaute Proteine.

Immunsystem: 70 % aller Immunzellen im Körper sitzen am und im Darm. Was logisch ist, da es hier zur größten Interaktion mit Krankheitserregern kommt.

Abgabe: Über Gallensalze und andere Mechanismen werden Giftstoffe aus dem Körper in den Darm abgegeben, um über den Stuhl ausgeschieden zu werden. Zum Entgiften des Körpers ist der Darm also auch wichtig.

Darmflora: Im Dünndarm sind es eher weniger, im Dickdarm jedoch eine ganze Menge: Mikroorganismen. Bakterien. In jedem Tropfen Dickdarmflüssigkeit sind mehr Lebewesen enthalten, als es Menschen auf der Erde gibt. Die Bakterien dort sind wichtig, um gegen Krankheitserreger vorzubeugen sowie, um unverdauliche Ballaststoffe abzubauen. Denn der Körper profitiert von den Abbauprodukten und von dem, was „gute Darmbakterien“ produzieren: Vitamine, Botenstoffe, gesunde Fette.

 

Diese vier Aufgaben sind lebensnotwendig für jeden Menschen. Wenn der Darm geschädigt wird, wie Sie gleich sehen werden, leiden zahlreiche Funktionen im Körper darunter2. Was am Ende auch Autoimmunerkrankungen begünstigt.

Was ist nun also Leaky Gut Syndrom – und wie entsteht er?

 

Was ist Leaky Gut Syndrom?

Ich sagte bereits, dass der Darm eine sehr große Oberfläche besitzt, aber nur sehr, sehr dünn ist. Dünner als ein Haar. Eine einzelne Zellschicht schützt Ihren Körper vor den Mikroorganismen im Darm, und sie sollten auch dort bleiben. Wenn der Darm platzt und diese Mikroorganismen ungehindert in den Körper gelangen können, sterben Sie innerhalb weniger Tagen an einer Blutvergiftung.

Das ist der absolut schlimmste Fall – der jedoch selten eintritt. Wahrscheinlicher ist, dass der Darm nicht großflächig aufplatzt, sondern viele kleine Löcher entstehen – was wir dann unter Leaky Gut Syndrom verstehen:

  • Die Darmzellen haben nur eine durchschnittliche Überlebensdauer von fünf Tagen. Was daran liegt, dass sie metabolisch sehr aktiv sind und einem ständigen Bombardement aus Giftstoffen und Krankheitserregern ausgesetzt sind. Sie nehmen also ständig Schäden und daher ist es auch logisch, dass sie sich ständig erneuern müssen.
  • Wenn das Bombardement jedoch zu stark wird und Nährstoffe fehlen, damit die Zellen schnell genug nachwachsen können, entstehen Löcher im Darm. Dann ist der Filter dahin und an vielen Stellen können Giftstoffe und Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen. Zwar nur punktuell und nur einzelne, aber das häuft sich über den Darm hinweg betrachtet an und kann enorme Schäden im Körper nach sich ziehen.
  • Wenn Löcher im Darm entstehen, sprechen wir von Leaky Gut Syndrom. Einem „löchrigen Darm“.
  • Diese Löcher können jedoch auch entstehen, wenn die Verbindungen zwischen den Darmzellen aufreißen. Zellen sind fest miteinander verankert, die dafür nötigen Proteine heißen Tight Junctions. Es gibt Faktoren, die dazu führen, dass sich diese Verbindungen lösen, z.B. Gluten. Auch das hat die Entstehung von kleinen Löchern im Darm zur Folge.
  • Ein ganz wichtiger Risikofaktor zur Entstehung von Löchern aus den oben genannten Gründen ist eine zu dünne Schleimschicht: Die Darmwand ist von einer mikroskopisch kleinen Schleimschicht umgeben, dem sogenannten Mukus. Dieser hat die Funktion, Krankheitserreger von den Darmzellen fernzuhalten und nur Nährstoffe zur Aufnahme in den Körper durchzulassen.

Ist diese Schleimschicht zu dünn oder zu schwach mit antibakteriellen Stoffen besetzt, kommt es zum direkten Kontakt zwischen Darmzellen und Darmflora. Was nicht sein sollte, da es immer opportunistische Krankheitserreger gibt, die auf ihre Chance warten: Sie attackieren die Darmwand, infizieren sie im schlimmsten Fall und können auch so die Darmwand einreißen.

 

Sie haben einen kurzen Überblick erhalten, was Leaky Gut Syndrom ist und wie auf mikroskopischer Ebene Löcher in der Darmwand entstehen können.

Ganz wichtig dabei: Wenn Löcher im Darm entstehen, müssen sie geflickt und der Darm regeneriert werden. Und das möglichst sofort.

Wie erkennen Sie ein Leaky Gut Syndrom?

 

Leaky Gut Syndrom – Symptome

Wenn Sie öfters und längerfristig an folgenden Symptomen leiden, könnte ein Leaky Gut  Syndrom hinter Ihren Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen stecken:

  • Unregelmäßiger Stuhlgang mit zu flüssiger Konsistenz
  • Häufiger Durchfall mit gelegentlich Blut im Stuhl
  • Blähungen und Flatulenz
  • Hautunreinheiten
  • Leicht aufgedunsene Haut im Gesicht
  • Häufige allergische Reaktionen und Heuschnupfen
  • Chronische Müdigkeit trotz ausreichend Essen

 

Besonders der unregelmäßige, inkonsistente Stuhlgang mit gelegentlichem Blut ist ein direkter Marker dafür, dass der Darm Schäden genommen hat. Wenn das der Fall sein sollte, sollten Sie ganz besonders aufpassen.

Denn diese Symptome sind dauerhaft keine Option für Sie und sollten behandelt werden, da es sonst zu zahlreichen Konsequenzen kommen kann:

 

Leaky Gut Syndrom und Autoimmunerkrankungen

Wenn Giftstoffe, unverdaute Proteine und Krankheitserreger ungehindert in den Körper gelangen können, wird es gefährlich:

Dann steigt die Gefahr für folgende Begleiterscheinungen6,16:

  • Heuschnupfen und Allergien
  • Autoimmunerkrankungen
  • Chronische Entzündung
  • Typ 2 Diabetes5
  • Blutvergiftung
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Hepatitis (Entzündung der Leber)

Besonders die Verbindung mit Autoimmunerkrankungen ist in den letzten Jahren in der Wissenschaft immer offensichtlicher geworden. Ein Leaky Gut Syndrom ist mit so ziemlich jeder Autoimmunerkrankung in Verbindung gebracht worden13,14,16.

Schlimmer: Leaky Gut ist mittlerweile als einer der zentralen Ursachen für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen anerkannt; was gleichzeitig auch bedeutet, dass Autoimmunerkrankungen bzw. ihre Symptomatik bedeutend verbessert werden können, wenn auch der Leaky Gut geheilt werden kann.

Wenn Sie also die Symptome von Leaky Gut Syndrom bei sich beobachtet haben: Was sind die nächsten Schritte? Dann sollten Sie einen guten Arzt aufsuchen und eine mögliche Diagnose stellen lassen:

 

Leaky Gut Syndrom – Diagnose

Wer diagnostiziert Leaky Gut Syndrom?

Suchen Sie einen Hausarzt, Gastroenterologen, Heilpraktiker oder funktionellen Mediziner auf. Diese Ärzte verfügen über das nötige Wissen und die Methodik, um Leaky Gut zu erkennen und auch zu behandeln.

  • Berichten Sie dem Arzt oder Therapeuten von Ihren Symptomen, wie stark sie auftreten und wann etwa. Ein Symptomtagebuch hilft sehr weiter, damit sich der Therapeut einen Überblick verschaffen kann.

Zu einer möglichen Diagnose kommt es, wenn folgende Dinge gemessen werden und ein positiver Befund vorliegt:

 

Stuhlprobe:

Stuhlprobe klingt natürlich eklig (und ist es auch), kann aber bei Leaky Gut Syndrom sehr wertvolle Informationen liefern:

  • Immunzellen im Stuhl nachweisbar: Bei Leaky Gut können auch Immunzellen in den Darminnenraum gelangen, diese sind dann im Stuhl nachweisbar.
  • Calprotectin: Dies ist ein Protein, das sich nur in Immunzellen befindet. Wenn Immunzellen im Stuhl nachweisbar sind, dann ist es auch Calprotectin.
  • Laktoferrin: Ähnlich wie Calprotectin ist auch Laktoferrin im Stuhl nachweisbar.
  • Blut im Stuhl nachweisbar

 

Blutprobe:

Bei einer Blutprobe können ebenfalls Marker von Leaky Gut bestimmt werden:

  • HS-CRP: Universeller Entzündungsmarker, der aussagt, ob eine chronische Entzündung im Körper vorliegt.
  • LPS: Wenn Bakterien ungehindert in den Blutkreislauf gelangen können, ist LPS nachweisbar. LPS (Lipopolysaccharid) ist Bestandteil von bakteriellen Zellwänden. Der Körper reagiert sehr empfindlich auf LPS mit Entzündung, dies kann ebenfalls im Blut nachgewiesen werden.
  • α1-Anti-Trypsin im Blut nachweisbar
  • TNFα: Ebenfalls Entzündungsmarker im Blut, der bei chronischen Infekten und Entzündungen stark erhöht ist.

 

Mit diesen Markern ist bestimmbar, ob ein Leaky Gut Syndrom vorliegt oder nicht. In der Regel ist es besser, lieber zu viele als zu wenige von diesen Werten zu messen. Viele Ärzte werden sich dagegen sträuben, vielen Ärzten ist Leaky Gut Syndrom auch noch kein Begriff.

Wenn die Symptome stark auftreten und lange anhalten, sollten Sie jedoch darauf bestehen. Im Notfall besteht auch die Möglichkeit, dass Sie einige der Werte auf eigene Kosten übernehmen. Bei starkem Verdacht auf Leaky Gut sollte Ihnen das Geld wert sein, da Leaky Gut zu zahlreichen Problemen im Körper führen kann.

Mit dieser Methode ist Leaky Gut Syndrom diagnostizierbar. Was ist der nächste Schritt?

 

Wer behandelt Leaky Gut Syndrom?

In der Regel wollen dieselben Ärzte, die Leaky Gut Syndrom nachgewiesen haben, auch behandeln. Je nachdem, wie fortschrittlich Ihr Arzt ist, wird er verschiedene Behandlungen vorschlagen. Weniger fortschrittlich denkende Ärzte werden einfach Cortison, Schmerzmittel, Mesalazin oder Antibiotika verschreiben.

Das sind alles Medikamente, die die Entzündung und Immunreaktionen reduzieren (oder einen Darminfekt beseitigen sollen). Das ist jedoch sehr ineffektiv, da Leaky Gut immer eine Ursache hat, und hier nicht die Ursache, sondern nur die Symptome behandelt werden.

Bei einer Krankheit wie Leaky Gut Syndrom nur die Symptome und nicht die Ursache behandeln ist in etwa so, als ob Sie ein löchriges Dach haben und 24 Stunden am Tag mit einem Eimer und einem Putzlappen darunter stehen und das Wasser aufwischen.

Sie behandeln nur die Symptome. Wenn Sie die Ursache des Problems angehen wollen, müssen Sie das Loch im Dach reparieren.

Ähnlich ist es auch beim Leaky Gut Syndrom: Die Löcher müssen geflickt und die Ursache mit allen Mitteln angegangen werden. Nur die Entzündung reduzieren und aufwischen wird Ihnen längerfristig gar nichts bringen.

Was wirklich hilft, ist im Folgenden beschrieben:

 

Was tun bei Leaky Gut Syndrom?

Es ist gleichermaßen wichtig, die Ursachen von Leaky Gut zu beseitigen als auch die Löcher zu flicken.

Beginnen wir mit den Ursachen: Die folgenden Faktoren lösen Leaky Gut Syndrom aus und verschlimmern die Lage. Versuchen Sie, Ihren Alltag nach und nach gesünder zu strukturieren und auf die folgenden Dinge zu verzichten – oder sie zumindest zu reduzieren:

 

Gluten

Gluten ist einer der wichtigsten Faktoren, die zum Leaky Gut Syndrom führen können. Es  ist das Klebereiweiß im Getreide, also in Weizen, Dinkel, Gerste, Mais, Roggen. In Sauerteigprodukten ist Gluten kein Problem, jedoch machen Sauerteigprodukte heute eher die Ausnahme als die Regel aus.

In industriell verarbeitetem Brot, Backwaren und Nudeln ist das Gluten vollständig erhalten; Gluten ist nicht nur sehr schwer verdaulich, sondern es greift auch aktiv die Verbindungen zwischen den Darmzellen, die Tight Junctions, an. Gluten kann also auf diese Weise direkt Löcher im Darm herbeiführen9-12.

Daher sollte Ihr erstes Mittel sein, Gluten, also Getreideprodukte, komplett aus Ihrem Ernährungsplan zu streichen. Glutenfreie Ernährung also.

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte enthalten eine Klasse von zuckerhaltigen Proteinen, die  ebenfalls ein massives Problem für die Darmwand darstellen- Lektine. Bei Darmproblemen sollten Sie daher Hülsenfrüchte meiden, soweit möglich18-19.

Zucker

Industrieller Zucker in großen Mengen ist unser Körper nicht gewöhnt, was man auch im Darm sieht. Genauer gesagt ist das Problem Fruktose, also der Fruchtzucker, der Teil des Haushaltszuckers ist:

Auch er kann eine Entzündungsreaktion in der Darmwand auslösen21 und so die Entstehung von Löchern begünstigen. Versuchen Sie daher, auf jeglichen industriellen Zucker und Süßigkeiten zu verzichten. Zucker sollte nur noch in Form von Obst und Beeren konsumiert werden.

Fast Food

Industriell verarbeitetes Essen enthält viele giftige Zusatzstoffe und Transfette, die auf verschiedenen Wegen die Darmwand schädigen23-24. Diese Zusatzstoffe kommen in der freien Natur nicht vor, unser Körpers ist sie nicht gewöhnt, und sie greifen direkt die Darmwand an.

Verzichten Sie daher auf jegliches Fast Food oder industriell verarbeitetes Essen wie Tiefkühlpizza, Kekse, Pommes, Erdnussflips und Eiscreme. Wenn ein Nahrungsmittel Inhaltsstoffe enthält, die Sie ohne Chemiestudium nicht verstehen, lassen Sie bitte die Finger von diesem „Nahrungsmittel“.

Greifen Sie nur auf natürliche und unverarbeitete Nahrungsmittel zurück, wie etwa bei der Paleo Ernährung empfohlen.

Alkohol

Ähnlich wie Zucker kann auch Alkohol direkt eine Entzündung im Darm verursachen4.

Solange Ihr Darm beschädigt ist, sollten Sie auf Alkohol verzichten.

Sport

Wer jeden Tag Leistungssport betreibt, setzt auch seinen Darm unter Druck. Denn diese ständigen mechanischen Erschütterungen können irgendwann auch zu Leaky Gut führen22. Wenn Sie also ein Leistungssportler sind und unter den oben genannten Symptomen oder der Diagnose leiden, sollten Sie so lange, bis Ihr Darm wieder regeneriert ist, das Sportpensum reduzieren oder zumindest lockerer angehen.

Stress

Bei chronischem Stress bildet der Körper massiv das Stresshormon Cortisol. Es sorgt dafür, dass Energie mobilisiert wird, um dem Säbelzahntiger zu entfliehen.

Zumindest denkt Ihr Körper, dass der Stress auf eine Lebensgefahr zurückzuführen ist. Stress im Alltag und auf der Arbeit führt also zu einer ständigen Bildung von zu viel Cortisol. Das Problem an Cortisol ist, dass es das Wachstum von Darmzellen hemmt. Zu viel Stress bedeutet also automatisch auch Löcher im Darm.

Versuchen Sie daher um jeden Preis, Stress im Alltag zu reduzieren. Aktive Stressreduktion wird Ihnen dabei enorm helfen.

Nahrungsallergien

Wenn Nahrungsproteine nicht vollständig verdaut in den Blutkreislauf gelangen, wie es etwa bei Leaky Gut Syndrom der Fall ist, bildet das Immunsystem in der Regel dagegen Antikörper. Es entsteht eine Nahrungsmittelallergie. Die muss nicht zwangsläufig so offensichtlich sein wie bei einer klassischen Erdnussallergie, sondern sie kann subtil und versteckt sein. Diese Allergie äußert sich dann in unreiner Haut, chronischer Müdigkeit und Heuschnupfen.

Lassen Sie daher beim Arzt eine Nahrungsmittelallergie-Test durchführen. Sollte Sie der Arzt dabei nicht unterstützen, empfiehlt sich das Paleo-Autoimmunprotokoll, bei dem Nahrungsmittelallergien relativ leicht identifiziert werden können.

Oder Sie führen auf eigene Kosten (Kosten 100 €) einen Nahrungsmittelallergietest in Eigenregie durch. www.lykon.de

Antibiotika

Viel zu häufig werden heutzutage Antibiotika verschrieben, wenn sie gar nicht nötig sind. Antibiotika sind bei einer lebensbedrohlichen Infektion eine gute Idee, jedoch nicht bei Vireninfektionen oder Darmproblemen. Antibiotika radieren alles im Darm aus: Die guten wie die schlechten Darmbakterien. Und das kann die Probleme nur verschlimmern, wenn sich nämlich nach der Antibiotika-Kur schlechte Darmbakterien zuerst wieder ansiedeln.

Nehmen Sie Antibiotika also nur ein, wenn ein schlimme Infektion vorliegt. Leichte Magen-Darm-Infekte lassen sich bereits mit Probiotika (Joghurt, Kombucha, Apfelessig) und gesunder Ernährung beseitigen.

NSAID’s (Aspirin & Co.)

Nicht-steroidale Entzündungshemmer oder kurz gesagt Schmerzmittel sorgen aufgrund ihrer Wirkung dafür, dass kleine Blutungen im Darm entstehen. Wenn Sie also dauerhaft Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Diclophenac einnehmen, zur Blutverdünnung oder Schmerzbetäubung, kann auch das eine Ursache für Leaky Gut Syndrom sein.

Zusatz: SIBO

SIBO steht für eine Überbesiedelung des Dünndarms durch Bakterien oder Pilze. Eigentlich ist der Dünndarm relativ steril im Vergleich zum Dickdarm, kann jedoch bei Problemen auch stark besiedelt werden. SIBO ist ein wichtiger Auslöser für Leaky Gut Syndrom– Es ist wahrscheinlich, dass Sie SIBO mit den hier genannten Ratschlägen von allein loswerden.

In jedem Fall empfehle ich Ihnen, diesen Artikel über SIBO zu lesen um zu wissen, ob hinter Leaky Gut SIBO stecken könnte.

 

Dies sind die wichtigsten Risikofaktoren, die Leaky Gut Syndrom begünstigen können. Versuchen Sie, Ihren Alltag einmal kritisch zu überdenken: Wo könnte eine Ursache für Ihre Darmprobleme liegen? Ist es die Ernährung? Sport? Stress? Nährstoffmangel? Seien Sie kritisch mit sich selbst und versuchen, die Faktoren nach und nach zu beseitigen.

Dies ist wichtig, um die Ursachen der Erkrankung direkt anzugehen.

Um aber längerfristig für Linderung zu sorgen und Leaky Gut Syndrom wieder zu beseitigen, ist es ebenso wichtig, auf Nahrungsmittel und Nährstoffe zu setzen, die den Darm wieder reparieren können:

 

Was essen bei Leaky Gut Syndrom?

Leaky Gut Ernährung

Es gibt eine bestimmte Ernährungsform, die die besten Ergebnisse beim Leaky Gut Syndrom erzielt. Sowohl in Erfahrung mit Kunden als auch in wissenschaftlichen Studien. Fast alle der gleich folgenden Nahrungsmittel und Ratschläge sind auf diese eine Ernährungsform zurückzuführen. Die Rede ist vom Paleo-Autoimmunprotokoll.

Lesen Sie hier mehr über das Paleo Autoimmunprotokoll.

In Kürze: Die Paleo-Ernährung ist eine Ernährungsform, die den Speiseplan unserer Vorfahren aus der Steinzeit imitiert. Was esoterisch klingt, dahinter versteckt sich die wahrscheinlich gesündeste und nährstoffreichste Ernährungsform überhaupt:

Nur naturbelassene und nährstoffreiche Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Kräuter, Nüsse, Samen und Tee kommen auf den Speiseplan. Ungesunde Stoffe und potentielle Reizstoffe werden komplett gemieden.

Das Paleo-Autoimmunprotokoll ist nun eine Anpassung der Paleo-Ernährung für Autoimmunerkrankungen und Menschen mit Leaky Gut Syndrom. Zusätzlich zur Paleo-Ernährung werden dabei alle Allergene gestrichen: Konkret handelt es sich dabei um Nüsse, Samen, Gewürze auf Samenbasis – und Eier.

Ausführliche Informationen über das Paleo Autoimmunprotokoll erhalten Sie in diesem Artikel.

Folgende Nahrungsmittel sollten Sie verstärkt in Ihren Speiseplan aufnehmen, Diese werden Ihnen helfen, den Darm wieder zu regenerieren, weiterhin die Ursachen anzugehen, eine gesunde Darmflora aufzubauen und den Darm zu flicken:

  • Obst (regional, nach Saison)
  • Beeren
  • Gemüse in allen Formen und Farben
  • Leinsamen3
  • Flohsamen3
  • Kartoffeln und Reis (gekocht und abgekühlt15)
  • Kombucha
  • Joghurt
  • Milchsauer vergorenes Gemüse (Sauerkraut, Kimchi, Essiggurken)
  • Probiotika
  • Kräuter
  • Kurkuma
  • Ingwer
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Olivenöl
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Apfelessig
  • Knochenbrühe (1-2 Gläser täglich)
  • Grüntee
  • Pfefferminz6-7– & Kamilletee

Diese Nahrungsmittel haben sich bewährt, die Wissenschaft würde das so unterschreiben. Diese Nahrungsmittel sind nicht nur gesund und nährstoffreich, sie beseitigen außerdem mit die Ursachen von Leaky Gut und versorgen Ihren Darm mit den Nährstoffen, die er benötigt, um wieder gesund zu werden.

Bei akutem und schmerzhaftem Leaky Gut Syndrom empfiehlt sich außerdem die Gabe folgender Nahrungsergänzungsmittel, die effektiv Löcher im Darm flicken zu können:

 

Nahrungsergänzungsmittel und Nährstoffe bei Leaky Gut Syndrom

Vor Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie keine Angst haben. Diejenigen, die wir hier empfehlen, haben sich bewährt, sind besonders bei Leaky Gut erprobt und sehr effektiv. Sie unterstützen die Ernährung; sie sind nicht notwendig, beschleunigen jedoch den Regenerationsprozess:

  • Vitamin D (Zielwert im Blut: 60-80 ng/ml, Faustregel: 1000 I.U. Vitamin D pro 10 ng/ml Vitamin D-Mangel). Dazu beim Arzt den Blutwert bestimmen lassen
  • Glutamin (20-30 g täglich, zwei Wochen lang)
  • Knochenbrühe (ein Glas täglich)
  • N-Acetyl-Cystein (2 g täglich)
  • Curcumin (500-1000 mg täglich
  • Omega-3-Fettsäuren8,17 / Fischölkapseln (an Tagen, an denen Sie kein Fisch gegessen haben, empfiehlt sich die Gabe von 3-5 g Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln.

 

Das war schon das wichtigste, was Sie über Leaky Gut wissen müssen. Im heutigen Artikel haben Sie erfahren, wie Sie einen Leaky Gut erkennen, diagnostizieren lassen, und ihn wieder beseitigen können.

Leaky Gut ist eine zentrale Ursache für Autoimmunerkrankungen und viele andere chronische Probleme, zu denen auch Allergien, Bluthochdruck und Typ 2 Diabetes5 gehören.

Leider ist Leaky Gut bei Ärzten noch nicht so präsent, wie es sein sollte, was sich hoffentlich in den kommenden Jahren noch ändern wird.

 

Fazit – Alles Wichtige über Leaky Gut im Überblick

  • Der Darm ist von der Oberfläche her unser größtes Organ: 180 m², auf 12 m Länge, ist mit der Aufnahme von Nährstoffen und mit dem Kampf gegen Krankheitserreger und Giftstoffe beschäftigt.
  • Die Darmwand ist nur wenige tausendstel Millimeter dick, nur eine einzige Zellschicht steht zwischen Gesundheit und Krankheit. Wenn kleine Löcher im Darm entstehen, können Giftstoffe und Krankheitserreger ungehindert in den Blutkreislauf gelangen.
  • Leaky Gut Syndrom ist eine zentrale Ursache für Autoimmunerkrankungen, da die Bildung von Auto-Antikörpern und molekulare Mimikry befeuert wird. Die meisten Autoimmunerkrankungen sind mit Leaky Gut Syndrom in Verbindung gebracht worden.
  • Wird eine zentrale Ursache der Autoimmunerkrankung, nämlich die Probleme im Darm, beseitigt, verbessern sich meist auch die Symptome der Erkrankung. Manchmal reicht die Gesundung des Darms auch schon aus, um die Autoimmunerkrankung in Remission zu bringen.
  • Um Leaky Gut zu beseitigen, müssen die Ursachen erkannt und angegangen werden, gleichzeitig aber auch die richtige Ernährung. Die richtigen Nahrungsmittel haben die Fähigkeit, den Darm zu flicken und das Problem so zu beseitigen.

 

Zusammengefasst: Vorgehensweise bei Leaky Gut Syndrom

  • Beobachten Sie die Symptome: Könnte ein Leaky Gut Syndrom vorliegen?
  • Arztbesuch: Kann Leaky Gut diagnostiziert werden?
  • Ursachenbekämpfung: Welche Punkte könnten in Ihrem Alltag einen Leaky Gut begünstigen? Welche Ursachen können Sie beseitigen?
  • Ernährung: Greifen Sie verstärkt zu Nahrungsmitteln, die dem Darm helfen
  • Ergänzen Sie mit Nahrungsergänzungsmitteln, die die Löcher im Darm reparieren helfen

 

Quellenverzeichnis

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