6 Wege, wie Kokosöl bei Autoimmunerkrankungen hilft

Kokosöl bei Autoimmunerkrankungen, Glas Kokosöl

Zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2018 um 23:31

Wenige Nahrungsmittel stehen in der Gesundheitsbranche aktuell so hoch im Kurs wie Kokosöl. Zahlreiche gesundheitliche Vorteile werden Kokosöl nachgesagt. Diese sind auch wissenschaftlich bestätigt worden. Aber wie verhält sich Kokosöl bei Autoimmunerkrankungen?

Was unterscheidet gutes Kokosöl und schlechtes Kokosöl?

Alle Effekte, auf die wir heute eingehen wollen, beziehen sich in erster Linie auf Kokosöl – bio, extra nativ. Das bedeutet, dass das Kokosöl von biologisch angebauten Kokosnüssen stammt und, dass das Kokosöl aus Kaltpressung entstanden ist.

Das ist nicht selbstverständlich: Sicher kennen Sie Palmin oder anderes, industriell hergestelltes und spottbilliges Kokosfett oder Palmfett. Dieses wurde nicht kalt gepresst und zusätzlich mit heißem Wasserdampf desodoriert. Das ist ein Verfahren, das die Aromastoffe komplett entfernen soll. Danach fehlt nicht nur der typische, leckere Kokosgeschmack, sondern auch jede Art von Antioxidantien.

Fatal: Denn einige Gesundheitseffekte von Kokosöl sind auf genau diese Antioxidantien zurückzuführen.

Kokosöl und gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren wurden in den letzten 60 Jahren als Nummer-1-Feind der menschlichen Gesundheit angesehen. Heute weiß man, dass das größtenteils auf wissenschaftlichem Betrug beruht. Die meisten Anklagepunkte gegen gesättigte Fettsäuren nicht haltbar sind.

Kokosöl besteht zu 90 % aus gesättigten Fettsäuren. Ist es daher komplett ungefährlich?

Heute weiß man, dass besonders die gesättigte Fettsäure Palmitinsäure in großen Mengen dem Körper schaden kann. Mit einer gesunden und natürlichen Ernährung ist es jedoch unmöglich, Palmitinsäure in solch hohen Mengen zu konsumieren, dass es dem Körper schadet. Dazu müssten Sie jeden Tag 100 g Butter und ein Schweinenackensteak aus Massentierhaltung essen und dazu Sahne trinken. Dann sind gesättigte Fettsäuren schädlich.

Wenn Sie sich aber gesund ernähren – sich zu den tierischen Fetten auch viele ungesättigte pflanzliche Fette (Avocado, Oliven, Nüsse) gesellen und Sie Fleisch aus Massentierhaltung eher den Rücken zuwenden – haben Sie nichts zu befürchten.

Auch nicht vor den gesättigten Fettsäuren in Kokosöl. Die enthalten ohnehin nur einen sehr geringen Teil Palmitinsäure und einen großen Teil (60 %) sogenannte mittelkettige Fettsäuren (MCT).

Was sind mittelkettige Fettsäuren?

Diese Fettsäuren machen 70 % aller Fette im Kokosöl aus. Konkret verstecken sich dahinter  die Fettsäuren Caprylsäure, Caprinsäure und Laurinsäure. Auch bekannt als C8-, C10- und C12- Säuren. Sie sind deutlich kleiner als Palmitinsäure (C16) und sind gesünder, als die meisten denken:

Hier sind nun unsere 6 Wege, wie Kokosöl bei Autoimmunerkrankungen hilft

Autoimmunerkrankungen haben immer Ursachen, die zum Großteil auf der Lebensführung basieren und weniger auf der Genetik. Mit der richtigen Lebensführung ist es also möglich, eine Autoimmunerkrankung aktiv anzugehen. So können Sie die Symptome lindern, die Ursachen bekämpfen und vielleicht irgendwann symptomfrei und ohne Medikamente in Revision gehen.

Kokosöl kann dabei helfen. Aber wie?

#1 Im Darm

Die mittelkettigen Fettsäuren wirken leicht antibakteriell und antiviral. Sie können also Darminfektionen (Gastritis, SIBO, Darm-Dysbiose, Leaky Gut Syndrom) effektiv bekämpfen. Die Darmzellen verwenden sie gerne als Nahrungsgrundlage. Die Zellen gehen durch sie wieder gestärkt in den Kampf mit allem, was da im Darm kreucht und fleucht.

Werden Probleme im Darm geflickt, wird eine wichtige Ursache hinter Autoimmunerkrankungen bekämpft.

#2 In der Leber

Die mittelkettigen Fettsäuren unterstützen die Leber bei der Entgiftung zahlreicher bakterieller Toxine und um überschüssiges Fett (Fettleber) loszuwerden. Das tun sie unter anderem über die Stimulierung eines Stoffwechselweges namens Ketose. Der hilft nämlich auch, um chronische Entzündungen zu beseitigen.

Apropos Entzündungen:

#3 Antioxidantien

Kokosöl wirkt antioxidativ, bekämpft also Entzündungen im Körper. Entzündungen sind eine zentrale Ursache hinter Autoimmunerkrankungen. Nicht nur Darm und Leber, sondern auch die Immunzellen, spielen verrückt, wenn der Körper chronisch entzündet ist. Kokosöl kann hier als hochwertiges Nahrungsfett entscheidend beisteuern.

#4 Virale Infektionen

Die wichtigste Fettsäure im Kokosöl ist die Laurinsäure. Sie wirkt erwiesenermaßen antiviral. Virusinfektionen sind eine wichtige Ursache hinter Autoimmunerkrankungen. Wird regelmäßig Kokosöl konsumiert, kann es dabei helfen, die Virusinfektionen in Schach zu halten oder sogar zu beseitigen.

#5 Antibakterielle Wirkung

Entweder im Darm liegt eine Dysbiose vor oder durch einen Leaky Gut haben es Bakterien in den Blutkreislauf geschafft. Dann wirken die Kokosfette dem entgegen, da MCT‘s eine antibakterielle Wirkung haben. Wie das?

Die mittelkettigen Fettsäuren werden von den Bakterien aufgenommen und in ihre Zellmembran eingebaut. Diese Fette sind jedoch sehr kurz und führen zu Instabilitäten in der bakteriellen Zellmembran. Das macht sie anfälliger für ihre körpereigenen Abwehrstoffe und Immunzellen.

#6 Alkalische Phosphatase

„Gesundheit! Ach, die heißt wirklich so?“

Na gut: Hinter alkalischer Phosphatase verbirgt sich ein Enzym, das in der Leber sitzt und das den pH-Wert des Blutes steuert. Das tut das Enzym, indem es freie Phosphatreste bildet.

Was es aber auch kann, ist bakterielle Toxine zu neutralisieren. In einem typischen Blutbild ist auch die alkalische Phosphatase aufgelistet. Wenn sie sehr aktiv ist, kann das entweder bedeuten, dass Ihr Körper übersäuert ist und zusätzliches basisches Phosphat benötigt wird. Oder aber Sie leiden an einer chronischen Infektion und die alkalische Phosphatase ist einfach nur damit beschäftigt, die bakteriellen Toxine zu neutralisieren.

Warum schreiben wir das? Weil Kokosöl die Aktivität der alkalischen Phosphatase deutlich unterstützt und bei einer Übersäuerung des Körpers oder einer Infektion besser arbeiten kann.

Sollten Sie jetzt nur noch Kokosöl essen?

Unsere Schwärmereien können vielleicht den Schluss nahe legen, dass wir empfehlen, Sie nur noch Kokosöl essen zu lassen. Früh, mittags, abends. Das ist von einigen Hollywoodstars bekannt, die abnehmen wollen.

Wir empfehlen es jedoch nicht. Wir empfehlen, dass Sie Kokosöl in Ihre tägliche Ernährung aufnehmen. Wie das? Kokosöl eignet sich besonders gut als Kochfett, da die gesättigten Fette sehr hitzestabil sind.

Tatsächlich sind zwei sehr effektive und günstige Kochfette, beides Bio und extra nativ, Olivenöl und Kokosöl. Am besten in Kombination, so haben Sie sowohl die Vorteile von den kurzen mittelkettigen Fettsäuren und den ungesättigten Fettsäuren aus dem Olivenöl. Die Antioxidantien aus beiden Ölen zusammen ergänzen sich optimal.

Jeden Tag ein bisschen Kokosöl, das kann schon einen großen Unterschied machen. Kokosöl hilft, mit den Problemen einer Autoimmunerkrankung besser klarzukommen und unterstützt den Körper. Es sind die vielen kleinen Dinge, die wir jeden Tag tun, die einen großen Unterschied machen können. Kokosöl ist eines dieser vielen kleinen Dinge.

Erfahren Sie hier noch mehr zum Thema gesunde Ernährung:

Quellenverzeichnis
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