Homöopathie

      Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2018 um 9:52

      HWas ist Homöopathie?

      Alternative Medizinform, die auf den Lehren von Samuel Hahnemann um 1800 basiert. Die Homöopathie distanziert sich deutlich von der Schulmedizin und hat in den letzten 200 Jahren unser Medizinsystem deutlich mitgeprägt.
      Das Prinzip hinter der Homöopathie ist „similia similibus curentur“ – „Gleiches mit Gleichem heilen“. Damit steht die Homöopathie natürlich sehr stark dem etablierten medizinischen System (Krankheiten mit dem Gegenteil heilen) gegenüber.

      Wie wurde Homöopathie entwickelt?

      Bei Selbstexperimenten hat Hahnemann vor fast 200 Jahren beobachtet, dass Krankheiten sich bessern, wenn sie mit einem Auslöser der Krankheit (Gleichem) behandelt wird, jedoch in einer sehr stark verdünnten Konzentration. Je stärker die Verdünnung, desto stärker der potentielle Heilungsgrad für die Betroffenen.
      Hahnemann nahm an, dass durch das besondere Verfahren der Potenzierung oder „Dynamisierung“ eine „im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft“ wirksam werde. Das Potenzieren beschreibt eine Methodik, den in Wasser oder Alkohol gelösten Wirkstoff rituell zu schütteln.
      Die Verdünnung wird so stark, dass ab einem bestimmten Grad theoretisch nur noch ein einzelnes Wirkstoffmolekül in einem ganzen Ozean voll Wasser übrig ist. Homöopathen argumentieren, dass die stark verdünnten Wirkstoffe das umliegende Wasser in Schwingungen versetzen, und sich diese Schwingungen heilend auf den Körper auswirken.

      Funktioniert Homöopathie?

      Wissenschaftlich ist die Homöopathie nicht haltbar und wird daher zu den Pseudowissenschaften gezählt. Das Bachblüten-Prinzip unterliegt einer ähnlichen Methodik wie die Homöopathie.
      Homöopathen argumentieren, dass Homöopathie im Vergleich zu Schulmedizin keinerlei Nebenwirkungen aufweist. Das bedeutet jedoch auch gleichzeitig, dass Homöopathie keinerlei Wirkung zeigt, da die Wirkstoffe zu sehr verdünnt wurden, um eine messbare Wirkung zu erzielen. Daher stützen sich heilende Wirkung von Homöopathie immer auf den Placeboeffekt, da bisher keine wissenschaftliche Analyse bestätigen konnte, dass Homöopathie eine Wirkung erzielt.
      Dazu kommt, dass sich homöopathische Ärzte häufig deutlich mehr Zeit für die Patienten nehmen als schulmedizinische Ärzte. Sie hören stärker auf die Ängste, Bedürfnisse, Sorgen und Symptome der Patienten, die sich dadurch mehr verstanden fühlen. Das verstärkt den Placeboeffekt sehr stark.
      Homöopathie ist Humbug – aber von der Vorgehensweise und dem Einfühlungsvermögen der Ärzte kann das bestehende, schulmedizinische System etwas lernen: Sich Zeit nehmen für den Patienten, auf den Patienten eingehen.

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      Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München). Seine Doktorarbeit (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt sich mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.