Fettleber – Wie sie entsteht und was Sie dagegen tun können

Fettleber, Leber,

Zuletzt aktualisiert am 23. Oktober 2018 um 18:59

In der Medizin spricht man von einer Steatosis hepatis, was übersetzt die Verfettung der Leber oder auch Fettleber bedeutet. In Europa und den USA ist die Fettleber mittlerweile die häufigste Lebererkrankung, welche zu Beginn ohne Symptome auftritt und dennoch schwerwiegende Folgen haben kann.

Definition Fettleber

In der Medizin spricht man von einer Fettleber, wenn mindestens fünf Prozent der Hepatozyten, also Leberzellen, Fettablagerungen aufweisen. Dies kann noch weiter unterteilt werden:

Von einer leichten Fettleber spricht man, wenn mindestens 5% und maximal 33% der Leberzellen verfettet sind. Bei bis zu zwei Drittel der betroffenen Leberzellen handelt es sich um eine mäßige Fettleber, von einer starken Fettleber spricht man, wenn mehr als zwei Drittel der Hepatozyten verfettet sind.

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Die Entstehung der Fettleber

Der Prozess der Verfettung der Leber ist nie autoimmun bedingt. Es ist eine Folge der Ernährung und der Lebensweise. In einigen Fällen geht eine Fettleber mit einer anderen Erkrankung einher, ist aber dennoch meist auf die zugeführten Nahrungsmittel, Getränke und mangelnde Bewegung zurückzuführen.

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers, neben der Entgiftung ist das Organ auch für die Verstoffwechslung der Nahrungsmittel zuständig. Beispielweise sind das Verstoffwechseln der Fette, die Umwandlung der Kohlenhydrate in Fette und Auf- und Abbau von Aminosäuren und Proteinen wichtige Aufgaben der Leber.

Durch die Verfettung der Leber ist das Organ zunehmend in der Funktion eingeschränkt, entzündet sich und kann dauerhaft geschädigt werden.

Das Fett, welches sich in den Hepotozyten ablagert, wird in der Regel aus Zucker (Haushaltszucker) und Alkoholvon der Leber selbst produziert. Zudem kann die Leber dafür Fettsäuren (z. B. Omega-6-Fettsäuren und Transfette), die durch das Blut aus der Nahrung zur Verstoffwechslung transportiert werden, einlagern.

Normalerweise ist es Aufgabe der Leber, Fett im Körper zu verteilen. Dazu bildet sie für den Fetttransport in die Peripherie das allseits bekannte LDL-Cholesterin. Für den Rücktransport der Fette zur Leber und zum „Einfangen“ freier Fette und Cholesterin im Blut bildet es zudem das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützende HDL-Cholesterin. Für die Bildung beider Fett-Transporter benötigt die Leber Nährstoffe.

Fehlen diese Nährstoffe und lagert sie dauerhaft zu viele Fette ein, führt dies zu einer Verfettung. Ein inaktiver und durch Stress gekennzeichneter Lebensstil verschlimmert das zusätzlich.

Folgende Faktoren führen zu der Entstehung der Fettleber:

  • Alkohol
  • Ernährung (Transfette, Zucker, pflanzliche Speiseöle, Fast Food)
  • Nährstoffmängel
  • Folge von Medikamenten
  • Begleiterscheinung mancher Erkrankungen

Alkoholische Fettleber

Durch einen Alkoholkonsum entsteht bei vielen Patienten eine Verfettung der Leber, welche nach einiger Zeit zu einer Hepatitis führen kann. Dabei kann bereits eine geringe Menge die Erkrankung hervorrufen, wenn der Alkohol täglich und in mehr als moderaten Mengen eingenommen wird.

Beispielweise reicht bei Frauen ein Glas Wein oder zwei kleine Biere am Tag, um die Steatosis hepatis zu verursachen. Bei Männern liegt der Schwellenwert etwas höher.

Durch andere Erkrankungen, Medikamente oder eine bestimmte Ernährungs- und Lebensweise kann dieser Schwellenwert stark reduziert werden, wodurch bereits gemäßigter und nicht täglicher Gebrauch von Alkohol zu einer alkoholischen Fettleber führen kann.

Nicht-Alkoholische Fettleber durch ungesunde Ernährung

Übergewicht ist ein sehr häufiger Grund für eine nicht-alkoholische Fettleber. Vor allem, wenn die Ernährung arm an Vitaminen und Ballaststoffen ist und stark durch Kohlenhydrate, Zucker und Transfette geprägt ist, ist das Risiko der Verfettung der Leber hoch.

Bis zu 30% der Menschen in Europa haben eine Fettleber, in sehr vielen Fällen unentdeckt. Wenn eine Gewichtszunahme durch eine übermäßige, aber gesunde und vielseitige Ernährungsweise zustande kommt, ist das Risiko einer Fettleber deutlich geringer.

Auch schlanke Menschen, die keinen oder wenig Alkohol konsumieren, können eine Fettleber entwickeln. Es geht nicht nur um die Menge, sondern viel mehr um die Zusammensetzung und Qualität der Nahrung.

Der Bewegungsmangel ist für die Entstehung einer Fettleber begünstigend. Durch eine mangelhafte Bewegung werden Muskeln abgebaut, wodurch der Kalorienbedarf sinkt, der Metabolismus (Stoffwechsel) runtergefahren wird und weniger Fette und Kohlenhydrate verstoffwechselt werden.

Leberverfettung als Folge von Erkrankungen

Eine Fettleber kann gemeinsam mit Autoimmunerkrankungen wie Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn oder auch mit Diabetes Typ 1 Mellitus auftreten. Auch hier ist es wichtig, die Verfettung der Leber aufzuhalten, um keine größeren Schäden am Körper zu verursachen.

Diagnose: So erfahren Sie, ob Ihre Leber eine pathologische Verfettung aufweist

Da eine Fettleber sehr lange keinerlei Symptome verursacht, wird sie häufig jahrelang nicht entdeckt. Um eine Fettleber sicher zu diagnostizieren, wird vorerst eine Verdachtsdiagnose gestellt, die anhand einer Anamnese (Patientenbefragung) festgestellt wird. Dazu gehören Fragen nach dem Alkoholkonsum, der Ernährungsweise, des Gewichts in Relation zur Größe oder der täglichen körperlichen Betätigung.

Allein eine Befragung kann aber keine sichere Diagnose geben. Ein erster Hinweis auf eine Leberverfettung, besonders bei Übergewichtigen, ist eine Ansammlung von Fett unter dem Kinn sowie im Nackenbereich.

Um die Verfettung der Leber diagnostisch zu messen, wird eine Sonografie angewandt. Mit dem Ultraschall lässt sie der Anteil der Verfettung messen. Zusätzlich werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Leberwerte zu bestimmen.

Um die Ursache sowie die Art und Stärke der Verfettung herauszufinden, wird eine Biopsie durchgeführt. Dabei werden einige Zellen aus der Leber entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Folgen: Das kann eine Fettleber verursachen

Auch wenn Sie bei einer Fettleber keine Symptome spüren, können die Folgen gravierend sein. Unter anderem verursacht eine Fettleber häufig eine Hepatitis, also eine Leberentzündung. Eine chronische Leberentzündung ist wiederum ein starker Risikofaktor für eine Leberzirrhose und bösartige Tumoren, die letal, also tödlich, sein können. Des Weiteren kann die Folge eine Insulinresistenz sein.

Durch die Verfettung der Leber ist das Organ in grundlegenden Stoffwechselvorgängen und Funktionen eingeschränkt, es ist dem Körper nicht mehr uneingeschränkt möglich, Gifte abzubauen oder die Nahrung komplett zu verwerten.

Ebenso steigt das Risiko für Typ 2 Diabetes, da die Leber ein zentrales und entscheidendes Stoffwechselorgan ist.

Fettleber und Leberkrebs – Der „Point of no return

Durch die chronische Entzündung und die Verfettung der Leberzellen steigt mit Fettleber neben einem erhöhten Diabetes-Risiko auch das Risiko für Leberkrebs. Bis zu einem bestimmten Grad ist dies reversibel – sinkt der Fettgehalt der Leber, sinkt auch das Risiko für Leberkrebs.

Ab einem bestimmten Fettgehalt, der als „Point of no return“ bekannt ist, steigt das Risiko für Leberkrebs, auch wenn die Fettleber erfolgreich behandelt wird.

Daher und weil Leberkrebs einer der häufigsten und tödlichsten Krebsarten überhaupt ist, wird empfohlen, die Fettleber möglichst früh zu erkennen und frühzeitig zu behandeln.

Die Behandlung: So wird die Fettleber therapiert

Es ist nicht möglich, das Fett in den Leberzellen durch Medikamente oder operativ zu bekämpfen. Die Behandlung der Fettleber erfolgt durch die Veränderung der Ernährung und Lebensweise. Wenn Sie eine Fettleber haben, stehen Ihnen einige Veränderungen bevor.

  • Kein oder nur sehr wenig Alkohol, auf keinen Fall ein regelmäßiger Konsum auch in geringen Mengen
  • Gesunde, ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, reich an Gemüse und Beeren
  • Reduktion von Fetten und Zucker
  • Gewichtsreduktion mit einem gesunden Kaloriendefizit
  • Sport, ausreichende Bewegung, z. B. Spaziergänge, Joggen, Schwimmen, Tanzen, Muskelaufbau
  • Eiweißreiche Ernährung
  • Reduktion von Kohlenhydraten, vor allem Zucker
  • Verzicht auf gesättigte Fettsäuren, industrielle Speiseöle
  • Zufuhr von Vitaminen A, B, D sowie N-Acetyl-Cystein und Cholin für eine gesunde Leberfunktion (z. B. durch Nahrungsergänzungsmittel)
  • Phytoextrakte wie Artischockenextrakt, Curcumin und Ingwerextrakt
  • Therapeutische Nutzung von Kälte, z.B. in Form von kalten Duschen
  • Psychische Stabilität, Reduktion von Stressfaktoren, Psychohygiene
  • Reduktion von leberbelastenden Medikamenten (In Absprache mit behandelnden Ärzten)

Fazit – Prävention und Prognose bei einer Fettleber

Die Entstehung der Fettleber lässt sich in den meisten Fällen vorbeugen, im Grunde mit denselben Methoden, wie die Bekämpfung einer bereits bestehenden Verfettung. Durch eine gesunde, ausgewogene Lebensweise, geringen Alkoholkonsum, Muskelaufbau und Fettabbau können Sie präventiv handeln.

Wenn bereits eine Fettleber besteht, ist die Prognose bei der Umsetzung der Maßnahmen gut. In vielen Fällen ist die Fettleber reversibel und heilt aus. Vor allem, wenn die Verfettung nicht mit einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes oder einer Diabetes einhergeht, ist der vollständige Abbau des Fettgewebes in den Zellen möglich.

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Quellenverzeichnis
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Anny ist eine examinierte Ergotherapeutin (Staatsexamen Schwerin, 2015) mit jahrelanger Erfahrung im Bereich Neurophysiologie, Motorik sowie psychosozialen Behandlungsverfahren. Mit dem Einsatz des Therapiehundes begleitete sie in einer interdisziplinären Arbeit unter anderem Klienten mit verschiedensten Autoimmunerkrankungen. Eine empathische und professionelle Kommunikation war die tägliche Herausforderung der Therapeutin. Aus diesem Grund liegt es Anny besonders am Herzen, medizinische Inhalte nicht nur fachlich kompetent, sondern auch verständlich und unkompliziert den Lesern zu vermitteln.

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