Erfahrungsbericht: Transfette und Autoimmunerkrankungen

Pommes Transfette Transfettsäuren

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 15:09

Sie lesen hier einen Erfahrungsbericht eines Lesers. Darin geht es um den Zusammenhang aus Transfettsäuren und Autoimmunerkrankungen. Gerade bei Autoimmunerkrankungen wird immer häufiger deutlich, wie schon kleinste Mengen bestimmter Reizstoffe Reaktionen und Schübe auslösen können.

Erfahrungsbericht Norbert Klose – Transfettsäuren und Autoimmunerkrankungen

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Im Folgenden lesen Sie den Erfahrungsbericht von Norbert Klose:

Sie interessieren sich für Erfahrungen mit Autoimmunerkrankungen? Solch eine für viele sicherlich nützliche Erfahrung habe ich selbst gemacht und würde sie hier gerne teilen.

Zuerst etwas zu meiner Person:

Ich habe Chemie und Lebensmitteltechnologie studiert und war bis zu meiner Pensionierung am Berufskolleg Königstrasse in Gelsenkirchen für die Bildungsgänge Bäcker und Fachkräfte für Lebensmitteltechnik zuständig. Ich kann daher sehr gut nachvollziehen, welche Lebensmittelinhaltstoffe ich esse.

Meine persönliche Erfahrung mit Iritis

Bei mir wurde vor vielen Jahren eine Autoimmunerkrankung (Iritis) festgestellt. Iritis ist auch als Regenbogenhautentzündung bekannt und eine Autoimmunerkrankung der Augen. Sie kann als Begleiterkrankung zu anderen Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Crohn auftreten, jedoch auch als eigenständige Erkrankung.

Eigenexperiment: Transfette vom Speiseplan gestrichen

Angeregt durch eine Untersuchung über den Zusammenhang von Morbus Crohn und gehärteten Fetten (synthetischen Transfettsäuren), habe ich synthetische Transfettsäuren von meinem Speiseplan gestrichen und damit guten Erfolg gehabt.

Die wichtigsten Quellen für Transfette in der Ernährung sind gehärtete Fette wie Margarine, frittierte Nahrungsmittel wie Pommes Frites oder Chips, stark verarbeitete Nahrungsmittel wie Tiefkühlkuchen oder -pizza. Hinzu kommt das Braten von Nahrungsmitteln mit einem chemisch labilen Öl wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl bei zu hohen Temperaturen.

Natürliche Transfettsäuren wie CLA, wie sie in Butter, frischer Milch und Bio-Fleisch enthalten sind, kann ich gut vertragen und verzehre sie auch weiterhin.

Ich bemerkte, dass es mir immer deutlich schlechter ging, sobald ich auch nur kleinste Mengen künstlicher Transfette konsumiert habe.

Eine wissenschaftliche Studie über Transfette und Morbus Crohn

Eine wissenschaftliche Untersuchung, die ich gerne teilen möchte, ist diese hier von der Medizinischen Hochschule Hannover, veröffentlicht 1992 in der renommierten Zeitschrift Gastroenterology (1992 30: 403-410: Experimentelle Schädigung der Epithelzellschicht des Ileums durch Nahrungsfette: Transmissionselektronenmikroskopische Befund und deren Vergleich zur Zellpathologie beim Morbus Crohn).

In dieser Studie bekamen Schweine eine Ernährung mit vielen gehärteten Fetten und Transfetten, wie sie in einer „westlichen Ernährung“ mit verarbeiteten Nahrungsmitteln und Fast Food vorkommen, zu fressen. Bei Gewebeuntersuchungen der Darmschleimhaut wurden in der Epithelzellschicht der Schweine Gewebeveränderungen festgestellt, wie sie von Morbus Crohn bekannt sind.

Sie postulierten, dass im Verzehr nicht-natürlicher Transfette eine bedeutende Ursache für Morbus Crohn und möglicherweise auch für Colitis ulcerosa lag.

Da sich menschliches und porkines (Schwein) Gewebe sehr ähneln könnte man den Schluss ziehen, dass Transfette auch beim Menschen zu Änderungen im Darm führen, die Autoimmunerkrankungen begünstigen. Meine Erfahrung würde sich damit decken und ich möchte gerne weitergeben, wie sensibel so manches Immunsystem und Darm auch auf geringste Mengen Transfette reagiert.

Emulgatoren und Zusatzstoffe – Unterschätzte Quelle für Transfettsäuren

Natürlich habe ich auch Ernährungsfehler begangen und daraus gelernt, dass geringste Mengen an synthetischen Transfettsäuren bei mir eine Entzündungsreaktion auslösen.

Darunter fallen Mono- und Diglyceride, die gerne als Emulgatoren in verarbeiteten Nahrungsmitteln eingesetzt werden.

Ein Lebensmittelhersteller hat mir errechnet, dass die Menge an Transfettsäuren, die bei mir eine Entzündung hervorgerufen hat, 0,03 Gramm (30 Milligramm) betrug. Ich dachte mir: Wenn schon 30 Milligramm bei mir eine Reaktion auslösten, warum sollte es bei anderen Autoimmunerkrankten nicht anders sein? Besonders bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?

Der Zusammenhang von synthetischen Transfettsäuren und vielen Autoimmunerkrankungen und auch Allergien wurde schon häufig vermutet, aber immer wieder fallen gelassen.

Meiner Erfahrung nach liegt der Grund darin, dass man nicht konsequent auch auf geringste Mengen an synthetischen Transfettsäuren verzichtet hat.

Wem ist schon bekannt, dass „normale“ Brötchen aus backtechnologischen Gründen immer Emulgatoren enthalten, die mit Hilfe von synthetischen Transfettsäuren hergestellt werden?

Dazu kommt noch die Tatsache, dass synthetische Transfettsäuren wie normale Fettsäuren auch im Körperfett gespeichert werden. Wenn diese Transfettsäuren mobilisiert werden, können sie einen Entzündungsprozess initiieren. Anders als bei Allergien kann es eine gewisse Zeit dauern, bis die Transfettsäuren „wirken“ und eine Autoimmunreaktion hervorrufen.

Das, was ich Ihnen hier schreibe, beruht auf keiner Vermutung, sondern dies habe ich über Jahre so erlebt.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Zusammenhang von synthetischen Transfettsäuren und Autoimmunerkrankungen genauer untersucht wird und bin mir sicher, dass damit vielen Menschen mit Autoimmunerkrankungen und vielleicht auch anderen Krankheiten geholfen werden kann.

Meine Tipps beim Umgang mit Transfettsäuren

  1. Transfette könnten durch Gewebeänderungen im Darm Autoimmunerkrankungen begünstigen, besonders Morbus Crohn.
  2. Es empfiehlt sich, bei Autoimmunerkrankungen künstliche Transfette aus frittierten, stark verarbeiteten oder zu stark erhitzten Nahrungsmitteln zu meiden.
  3. Natürliche Transfette aus Bio-Butter und Bio-Fleisch werden in der Regel gut vertragen.
  4. Auch Mono- und Diglyzeride aus Speisefettsäuren werden häufig aus Transfetten hergestellt und könnten Reaktionen auslösen. Es ist also ratsam, auch auf Packungsbeilagen zu achten und auf diese Zusatzstoffe zu achten.
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