Diabetes Typ 1 – Eine Übersicht

Diabetes Typ 1 Stoppen!

Diabetes Typ 1 ist eine Form der Zuckerkrankheit und die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Diese Form der Diabetes ist eine Autoimmunerkrankungen  der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Betroffene leiden an einem Insulinmangel und müssen  lebenslang Insulin spritzen. Aussicht auf Besserung gibt evitas keine, mögliche Ursachen gibt es viele.

In Deutschland sind 400.000 bis 700.000 Menschen betroffen, das durchschnittliche Alter bei Ausbruch der Krankheit liegt bei 10 bis 13 Jahren.

Lesen Sie hier über die Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung, Prognose und Tipps zur gesunden Lebensführung bei Diabetes Typ 1.

Diabetes Typ 1 - Kurze Zusammenfassung
  • Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung der Bauchspeicheldrüse, von der in Deutschland etwa 600.000 Menschen betroffen sind.
  • Fehlgeleitete Immunzellen greifen die ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstören diese. Da diese Zellen das Blutzucker-regulierende Insulin produzieren, kommt es zu einem absoluten Insulinmangel.
  • Ein krankhaft erhöhter Blutzucker, Ketoazidose und Zucker im Urin sind die charakteristischsten Symptome. Nach der Diagnose wird eine Insulintherapie eingeleitet.
  • Die Methoden der Insulintherapie werden immer fortschrittlicher, zudem sind eine gesunde Ernährung und Lebensführung empfehlenswert, da so wichtige Ursachen der Erkrankung erkannt und beseitigt werden.

Was ist Diabetes Typ 1?

Diabetes Typ 1 ist, wie auch Typ 2 Diabetes, eine Zuckerkrankheit. Während bei Typ 2 Diabetes jedoch eine Insulinresistenz vorliegt, ist bei Diabetes Typ 1 der absolute Insulinmangel das Problem.

Infolge einer Autoimmunreaktion, greifen zytotoxische T-Zellen die Betazellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse an und beschädigen diese. Aufgrund der großflächigen Zerstörung, können diese Zellen gar nicht mehr oder nur noch wenig Insulin produzieren – zu wenig, um auf die ansteigenden Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit zu reagieren.

Daher ist der Diabetes Typ 1 insulinpflichtig. Die Insulinverabreichung erfolgt meist per Spritze, wobei es mittlerweile auch modernere Methoden gibt (siehe Behandlung).

Aktuell gibt es in Deutschland 8 Millionen Diabetiker, wobei etwa 400.000 bis 700.000 dem Diabetes Typ 1 entsprechen, der Rest Typ 2. Da Diabetes in Deutschland nicht meldepflichtig ist, sind dies nur Schätzungen. Die tatsächlichen Zahlen liegen möglicherweise höher.

Während der Autoimmunreaktionen, bei der Teile der Betazellen im Pankreas abgetötet werden, kompensieren die noch gesunden Zellen die ausbleibende Arbeit der abgestorbenen. Erst, wenn 80 % und mehr aller Betazellen vom Immunsystem abgebaut wurden, kommt es zu den für Diabetes Typ 1 charakteristischen Symptomen.

Dieser Ausbruch erfolgt sehr plötzlich, ist sehr heftig und führt unbehandelt zum Tod. Noch vor 100 Jahren war die Diagnose des Diabetes Typ 1 ein Todesurteil. Heute können die Betroffenen, zumindest was die Ernährung betrifft, dank Medizin ein halbwegs normales Leben führen.

Es gibt zwei vorherrschende Formen des Diabetes Typ 1:

Welche Arten von Diabetes Typ 1 gibt es?

Diese zwei vorherrschenden Arten werden unter juvenilem Diabetes und LADA zusammengefasst.

Juveniler Diabetes

Juveniler Diabetes beschreibt den Ausbruch der Krankheit im Kindesalter, die betroffenen Kinder sind durchschnittlich 10 bis 13 Jahre alt. Die Symptome sind sehr deutlich erkennbar.

LADA

LADA steht für latent autoimmune diabetes in adults, also einem Erwachsenen-Diabetes vom Typ 1, der in späteren Jahren eintreten kann (>35 Jahre). Er verläuft nicht so symptomatisch wie der juvenile Diabetes (s. Diabetes Typ 1 Symptome) und wird häufig mit Typ 2 Diabetes verwechselt. Hier ist eine korrekte Diagnose mit Antikörper-Test wichtig (s. Diagnose).

In den ersten sechs Monaten nach der Diagnose ist bei LADA häufig kein zusätzliches Insulin nötig, da die Zerstörung der Betazellen langsamer abläuft. Außerdem weisen die Betroffenen meist nur einen Pankreas-spezifischen Antikörper auf, während es bei klassischem Diabetes Typ 1 mehrere Antikörper sind.

Die Betroffenen sind oft schlanker, weisen aber Faktoren des metabolischen Syndroms4 auf (erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck). Bei neu erkrankten Erwachsenen tritt LADA dreimal häufiger auf, als der klassische Diabetes Typ 1.

Nachdem geklärt wurde, was Diabetes Typ 1 ist und welche zwei Arten am häufigsten vorkommen, konzentrieren wir uns auf die Symptome:

Wie ist ein Diabetes Typ 1 zu erkennen?

Diabetes Typ 1 – Symptome

Die klassischen Symptome der Diabetes Typ 1 und somit Ausbruch der Krankheit mit absolutem Insulinmangel treten erst auf, wenn 80 % und mehr der Betazellen im Pankreas abgestorben sind.

Der erste Krankheitsschub erfolgt häufig in Zeiten mit hohem Stress7,13, etwa nach einer Operation, einem Todesfall, einem Umzug oder bei Fieber. Dieser außerordentliche Stress veranlasst das Immunsystem zum noch schnelleren Abbau der Betazellen.

Ein unbehandelter Diabetes Typ 1 oder akuter Krankheitsschub ist an den folgenden Symptomen zu erkennen:

  • Erhöhter Harndrang
  • Durst
  • Azeton in der Atemluft (Geruch wie Nagellackentferner oder fauleres Obst)
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Trockene und juckende Haut
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Schlechte Wundheilung
  • Muskelschwäche
  • Sehstörungen
  • Veränderungen in Blut und Urin: abnorm erhöhter Blutzucker (> 300 mg/dl), Ketoazidose, Glukosurie

Wenn diese Symptome erkennbar sind, ist sofort ein endokrin erfahrener Arzt (Hausarzt, Endokrinologe, Internist) aufzusuchen. Er wird dann einige Tests durchführen und bei vorliegender Krankheit diagnostizieren:

Diabetes Typ 1 – Diagnose und Antikörper

Es folgt eine Anleitung, mit der ein Arzt zweifelsfrei eine Diagnose des Diabetes Typ 1 feststellen kann.

Er achtet auf die oben beschriebenen Symptome und führt anschließend nüchtern einen Blutzuckertest durch: Gemessen wird der Nüchternblutzucker, Insulin, HbA1c, sowie die Glukose-Toleranz (oGTT):

  • Der Nüchtern-Blutzucker liegt bei Diabetes > 126 mg/dl
  • HbA1c ist bei Diabetes > 6,5 %
  • Der Glukosetoleranztest (oGTT) ergibt bei Diabetes nach 2 Stunden einen Blutzuckerwert von > 200 mg/dl und mehr
  • der Glukosetoleranztest wird an zwei aufeinander folgenden Tagen durchgeführt, jeweils nüchtern.

Nach diesem Test weiß der Arzt, ob Diabetes vorliegt oder nicht. Ob Diabetes Typ 1 oder Typ 2 Diabetes, muss eine weitere Blutanalyse auf Antikörper ergeben. Bei Diabetes Typ 1 liegen diese Antikörper vor, bei Typ 2 Diabetes nicht

Diabetes Typ 1 Antikörper

ICA: Antikörper gegen zytoplasmatische Inselbestandteile

IAA: Antikörper gegen Insulin

GADA: Antikörper gegen das Enzym Glutamat-Decarboxylase

IA2A: Antikörper gegen das Enzym Tyrosinphosphatase IA2

ZnT8A: Antikörper gegen den Zink-Transporter ZnT8

Evtl. Ermittlung einer Pankreasentzündung mittels Computertomographie

Interessanterweise sind bei 80% der Kinder mit Diabetes Typ 1 schon in einem Alter von unter fünf Jahren Antikörper im Blut nachweisbar. Kommt Diabetes Typ 1 in der Familie öfters vor und liegen mehrere Risikofaktoren für Diabetes vor (siehe Diabetes Typ 1 Ursachen und Risikofaktoren), so ist ein provisorischer Antikörpertest bei Kindern ratsam.

Ist Diabetes Typ 1 heilbar?

Andere chronische Erkrankungen wie Typ 2 Diabetes sind heilbar. So normalisiert sich z. B. der Blutzucker wieder so weit, dass keine Medikamente mehr eingenommen werden müssen.

Bei Diabetes Typ 1 liegt jedoch eine Autoimmunreaktion vor. Ein Gewebe, hier die Bauchspeicheldrüse, wird dauerhaft angegriffen und massiv beschädigt. Daher ist es bei Autoimmunerkrankungen schwer, von Heilung zu sprechen. Das bessere Wort ist Remission: ein komplettes Abklingen der Autoimmunreaktion. Das ist möglich und bereits vorgekommen.

Eine komplette Heilung dahingehend, als dass die Autoimmunreaktion gestoppt wird und die Bauchspeicheldrüse wieder vollständig regeneriert, ist nicht möglich.

Die Therapie zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel konstant in einem gesunden Niveau zu halten und, wenn möglich, die Autoimmunreaktion zu reduzieren oder gar zu stoppen. Die Lebensqualität soll wieder auf ein normales Niveau gesteigert werden. Darauf zielen die in diesem Artikel genannten Ratschläge ab.

Kommentar: Bis vor 100 Jahren war Diabetes Typ 1 eine tödliche Krankheit, da der krankhaft erhöhte Blutzucker zu tödlichen Folgeeffekten führt. Die moderne Medizin dank gentechnisch hergestelltem Insulin hat ermöglicht, dass Betroffene nicht dem Tode geweiht und im Alltag nur moderat eingeschränkt sind.

Diabetes Typ 1 – Prognose und Folgen

Die Krankheit dauert meist lebenslang an und so muss lebenslang Insulin eingenommen werden. Die Lebenserwartung bei Typ 1 Diabetikern ist bei Männern um 11 Jahre, bei Frauen um 13 Jahre niedriger im Vergleich zur nicht-diabetischen Bevölkerung.

Es ist oberstes Ziel, den Blutzucker durch Therapie zu stabilisieren und so die Lebensqualität auf ein Niveau zu steigern, wie es Nicht-Diabetiker erleben dürfen. Das ist auch wichtig, weil Langzeiteffekte des krankhaft erhöhten Blutzuckers zahlreiche Komplikationen mit sich führen können:

Folgen von Diabetes Typ 1:

Herz-Kreislauf-System: Erhöhtes Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall

Durchblutungsstörungen in den Beinen

Diabetische Nephropathie: Die chronisch erhöhten Blutzuckerwerte schaden zunehmend der Niere, welche damit ihre Funktion und Gesundheit einbüßen kann. Im schlimmsten Fall droht Nierenversagen.

Diabetische Retinopathie: Durch den erhöhten Blutzucker, die Durchblutungsstörung und den Energiemangel können Zellen im Auge, besonders auf der Netzhaut, Schäden nehmen. Die Folge ist eine Verringerung der Sehfähigkeit, die bei schlechter oder gar keiner Behandlung zu Erblindung führen kann.

Neuropathie: Aufgrund des Energiemangels Komplikationen an Nervenzellen wie Fehlstellung der Finger und Fußzehen, Taubheit, Kribbeln, Ameisengefühl.

Diabetischer Fuß: Durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen, kommt es zu schlechterer Wundheilung. Im schlimmsten Fall, bei chronischer Entzündung, kann es zur Amputation kommen.

Co-Morbidität: Es besteht die Möglichkeit, dass sich der Autoimmunprozess auf andere Organe ausweitet. Typ 1 Diabetiker tragen ein höheres Risiko an Zöliakie und Glutenunverträglichkeit, Morbus Basedow und Hashimoto Thyreoiditis zu erkranken.

Diese Risikofaktoren können bei Diabetes Typ 1 auftreten, müssen aber nicht. Je besser die Behandlung und je stabiler der Blutzucker, desto niedriger das Risiko. Wie sieht nun eine standardmäßige Therapie aus?

Diabetes Typ 1 – Behandlung

Ziel der schulmedizinischen Behandlung des Diabetes Typ 1 ist eine künstliche Insulingabe und dadurch eine Senkung und Stabilisierung der Blutzuckerspiegel. Dies reduziert das Risiko für Komplikationen und Langzeitschäden und sorgt für den größten gesundheitlichen Mehrwert:

Basis der Therapie ist eine angepasste, gesunde Lebensführung mit vielen Nährstoffen, moderat Kohlenhydraten, körperlicher Betätigung und anderen Faktoren, die den Insulinbedarf des Körpers senken. Mehr dazu im Segment Diabetes Typ 1 Ernährung und Lebensführung.

Vor der Insulintherapie erfolgt ein stationärer Aufenthalt, bei dem ein erfahrener Arzt testet, welche Insulinform der Patient am besten verträgt, wann das Insulin gegeben wird, wie das Insulin abhängig von der Tageszeit wirkt  und wie viel benötigt wird.

Danach wird der Patient selbstständig: Nach anfänglichen Schulungen des Patienten erfolgt die Insulintherapie in drei Stadien: Blutzuckerkontrolle, Insulinspritzen, und die Berechnung der Kohlenhydrate über die Nahrung.

1. Blutzuckerkontrolle

Diese erfolgt vor dem Essen, vor Sport, vor Schlafen, bei Krankheiten und bei Symptomen von Unterzucker (Zittern, Herzklopfen, Heißhunger, Konzentrationsprobleme).

Es gibt drei Möglichkeiten, den Blutzucker zu überprüfen:

Konventionell erfolgt die Messung mit einer Lanzette, mit der man sich in den Finger sticht.  In einem Tropfen Blut misst ein Blutzuckermessgerät anschließend den Blutzucker.

Flash Glucose Monitoring (FGM): Hierbei trägt der Patient ein Gerät am Körper, es ist mit dem Blutkreislauf verbunden. Die Messung erfolgt durch einen manuellen Scan. Der Vorteil hier: Der Patient muss sich nicht mehrfach täglich in den Finger stechen.

Continuous Glucose Monitoring (CGM): Diese Form der Blutzuckermessung ist sehr modern und für Typ 1 Diabetiker ausgelegt. Dieses System funktioniert wie FGM, jedoch erfolgt die Messung des Blutzuckers rund um die Uhr, 24 Stunden täglich. Der Vorteil hier sind genauere Daten und eine effizientere Anpassung der Nahrung an den Blutzucker.

Nach der Blutzuckerkontrolle geht es weiter zu Schritt 2: dem Insulinspritzen.

Typ 1 Diabetes - Glukometer und Gemüse (c) Depositphotos @ratmaner

2. Insulinspritzen

Während früher noch Extrakte aus Schweine-Pankreas genommen wurde, ist es heute fast überall gentechnisch erzeugtes Insulin (Analoginsulin), das dem Patienten verabreicht wird. Die Biotechnologie hat hier in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt.

Man unterscheidet drei verschiedene Wirkformen von Insulin:

Schnell wirkendes Insulin: Schnell eintretende Wirkung bereits nach 5 Minuten, Wirkdauer 3 bis 4 Stunden.

Verzögerungsinsulin: Wird vor dem Essen gespritzt und wirkt bis zu 8 bis 12 Stunden.

Langsam wirkendes Insulin: Wird langsam freigesetzt und langsam abgebaut. Ein Spritzen ist nur ein- bis zweimal täglich nötig, bei einer Wirkdauer von bis zu 48 Stunden. Der Vorteil hier ist, dass der Patient in seinem Tagesablauf weniger eingeschränkt ist und nicht bei jeder Mahlzeit peinlich genau die Kohlenhydrate berechnen muss. Entscheidend ist die Tagesmenge der Kohlenhydrate.

Ziel der meisten Diabetologen ist es, den Patienten in der Tagesplanung Freiraum zu lassen und daher langsam wirkende Insulinformen anzuwenden.

Das Spritzschema des Insulins kann in 3 Formen unterschieden werden:

CT (konventionelle Insulintherapie): Der Patient muss sich nach einem festen Schema zu festgelegten Tageszeiten bestimmte Mengen Insulin spritzen. Dieses System ist recht starr und unflexibel und erfährt heute immer weniger Verwendung.

ICT (intensivierte konventionelle Insulintherapie): Verwendung von Verzögerungs- oder Langzeitinsulin. Ziel ist es, das natürliche Insulinschema des menschlichen Körpers zu imitieren. Der Insulinbedarf kann an den täglichen Bedarf flexibel angepasst werden, zum Beispiel ist bei sportlicher Betätigung weniger Insulin nötig.

CSII/Insulinpumpentherapie (Kontinuierliche subkutane Insulininfusion): Hier ist ein Gerät mit dem Blutkreislauf des Patienten verbunden und gibt konstant Insulin ans Blut ab.

Aktuell wird ein closed loop system entwickelt, das ein künstliches Pankreas ist. Es misst rund um die Uhr den Blutzucker und gibt automatisch die benötigte Menge Insulin an den Blutkreislauf ab.

Eine Insulinpumpe ist für manche Personengruppen sehr ratsam, besonders für Schichtarbeiter, Patienten der Neuropathie, Kinder sowie Patienten mit häufiger und schlecht wahrgenommenen Unterzuckerung.

Nach der Blutzuckerkontrolle und dem Insulinspritzen kommen wir nun zu den Kohlenhydraten in der Ernährung:

3. Kohlenhydrate im Essen

Die Menge des gespritzten Insulins ist abhängig von der Menge der Kohlenhydrate in der Ernährung.

Der Patient muss lernen, die Kohlenhydrate in seiner Nahrung zu berechnen und somit die richtige Menge Insulin zu spritzen. Kohlenhydrate in der Nahrung werden in BE (Broteinheit, 12 g Kohlenhydrate) oder KE (Kohlenhydrateinheit, 10 g Kohlenhydrate) angegeben. 1 KE hebt den Blutzucker um 30-40 mg/dl und benötigt das Spritzen von einer Insulineinheit (1 IE).

Jedoch sollte der Patient wissen, wie sein Körper abhängig von der Tageszeit und seiner aktuellen körperlichen Verfassung auf Insulin reagiert. Früh morgens etwa ist für dieselbe Menge Kohlenhydrate die doppelte Insulinmenge nötig wie am Abend. In der Regel teilt ihm dies der Arzt nach dem stationären Aufenthalt mit.

Kommentar: Die Wichtigkeit einer gesunden Lebensführung

Verschiedene Ratgeber bei Diabetes Typ 1 wollen suggerieren, dass der Diabetiker auf nichts verzichten muss und ein ganz normales Leben weiterführen kann. Dies ist grob fahrlässig, da der Patient so im Glauben lebt, er könne alles essen (auch unbegrenzt ungesunde Nahrungsmittel) – er muss nur die richtige Dosis Insulin spritzen.

Aber bei chronischen und einschneidenden Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1 ist das keine gute Strategie. Die Gesundheit der Patienten sollte immer im Vordergrund stehen und auch so betont werden. Daher ist von solchen Aussagen Abstand zu nehmen.

Denn unser erklärtes Ziel ist es, Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen wieder deutlich zu verbessern – eine gesunde Lebensführung gehört dazu. Ein schöner Nebeneffekt einer gesunden Lebensführung ist auch, dass deutlich weniger Insulin gespritzt werden muss.

Zur Diabetes Typ 1 Behandlung wurde das Wichtigste gesagt. In den folgenden Kapiteln soll es um die Alltagstauglichkeit, aber auch zu den Ursachen der Krankheit gehen:

Diabetes Typ 1 im Alltag – Worauf ist zu achten?

Auf einige Situationen sollten Sie als Typ 1 Diabetiker besonders achten:

Unterzucker: Besonders bei Neu-Patienten kommt es häufig vor, dass zu viel Insulin gespritzt wird und ein Unterzucker auftritt. Dies ist bei einem Blutzucker unter 70 mg/dl der Fall.

Symptome für einen akuten Unterzucker sind Zittern, Herzklopfen, Heißhunger und Konzentrationsprobleme. Bei akutem Unterzucker wird die Zugabe von 1 bis 2 Broteinheiten in Form von schnell verdaulichem Traubenzucker, Saft, Gummibärchen oder Cola empfohlen.

Familie und Angehörige sollten über den Unterzucker, die Symptome und die Gegenmaßnahmen aufgeklärt werden, um einen gefährlichen hypoglykämischen Schock zu vermeiden.

Autofahren: Typ 1 Diabetikern wird geraten, vor Fahrtantritt den Blutzucker zu messen und bei Symptomen einer Unterzuckerung sofort zu reagieren. Andernfalls ist der Patient, Mitfahrer sowie andere Teilnehmer des Straßenverkehrs in Gefahr!

Beruf: Lassen Sie sich von einem Arzt beraten, inwiefern Ihr Beruf weiterhin trotz Diabetes Typ 1 ausgeübt werden kann. Manche Berufe tragen Risiken für sich selbst und für andere Menschen (medizinische Berufe, Pilot, LKW-Fahrer).

Dies waren die wichtigsten Faktoren, worauf bei Diabetes Typ 1 im Alltag zu achten ist. Konzentrieren wir uns nun auf eine häufig gestellte Frage:

Frau vor grüner Landschaft mit Rucksack

Diabetes Typ 1 Schwangerschaft – worauf ist zu achten?

Bei Frauen mit Diabetes Typ 1, die eine Schwangerschaft anstreben, ist besondere Vorsicht geboten:

Ein zu hoher oder zu niedriger Blutzuckerspiegel ist für das ungeborene Kind problematisch. Der Stoffwechsel ist in der Schwangerschaft3 ohnehin schon etwas durcheinander. Bei Diabetes Typ 1 kann es zu zusätzlichen Komplikationen kommen. Eine gute Planung und Absprache mit einem erfahrenen Arzt ist absolut notwendig. Ebenso eine regelmäßige und engmaschige Kontrolle der Blutwerte.

Folgen Sie dazu bitte unseren Ratschlägen zur gesunden Lebensführung (s. Ernährung und Lebensführung) bei Diabetes Typ 1.

Bisher haben wir uns mit der Krankheit selbst, den Symptomen, Diagnose, Therapie und Schwangerschaft beschäftigt.

Ursachen und Risikofaktoren, die zum Ausbruch der Krankheit führen können, wurden bisher vernachlässigt. Das wird jetzt nachgeholt:

Diabetes Typ 1 Ursachen und Risikofaktoren

Es ist bekannt, dass bei Autoimmunerkrankungen Immunzellen, hier zytotoxische T-Zellen, körpereigenes Gewebe als Feind erkennen und es angreifen2,9. Es kommt fälschlicherweise zur Produktion von Auto-Antikörpern durch B-Zellen.

Die Auto-Antikörper binden an Strukturen der Betazellen des Pankreas und erklären sie damit für das Immunsystem offiziell zum Feind. Die Immunzellen beginnen eine Entzündungsreaktion und bauen die betroffenen Zellen ab. Das steckt hinter den Diabetes Typ 1 Ursachen.

Die Risikofaktoren, die eine solch unnatürliche Immunreaktion begünstigen, können in die drei Kategorien Genetik, Infektionen und Lebensführung unterteilt werden. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es immer durch mehrere der genannten Faktoren, selten nur durch eine einzige.

Eine Autoimmunreaktion ist eine drastische und sehr unnatürliche Reaktion. Es muss im Körper einiges aus dem Ruder geraten, damit es dazu kommt. Daher ist es auch immer eine Anhäufung verschiedener Risikofaktoren:

Genetik

Die Genetik hat Mitschuld, was man an Zwillingsstudien sehen kann: Hat ein eineiiger Zwilling Diabetes Typ 1, so ist der andere nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 % auch betroffen. Das, obwohl beide Zwillinge genetisch identisch sind.

Daher hat Genetik eine Mitschuld, aber keine Hauptschuld. Die Genotypen HLA-DR3 und DR4 sind dabei anscheinend DER genetische Risikofaktor. HLA-Gene spielen in der Antigen-Antikörper-Erkennung – und somit zur Entstehung von Auto-Antikörpern – eine tragende Rolle bei der Entstehung der Autoimmunerkrankung.

Infektionen

Besonders bei juvenilem Diabetes Typ 1 liegen manche Infektionen im Verdacht, die Entstehung zu begünstigen. Dabei sind zu nennen: Mumps, Röteln, Coxsackie-Viren17-20. Eine Impfung ist hierbei die sicherste Vorbeugung.

Lebensführung

Mittlerweile sind viele Faktoren in der Lebensführung oder Lebensereignisse bekannt, die Diabetes Typ 1 begünstigen oder aktiv vorbeugen können. Im Folgenden sind wissenschaftlich bestätigte Risikofaktoren aufgelistet:

Vitamin D Mangel

Die Tendenz ist eindeutig: Länder mit größerer Entfernung zum Äquator und einem ausgeprägterem Vitamin D Mangel in der Bevölkerung, weisen ein erhöhtes Vorkommen von Diabetes Typ 1 auf. Andersherum kommt Diabetes Typ 1 in Ländern in der Nähe des Äquators (Vitamin D Mangel sehr unwahrscheinlich) seltener vor.

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt erfolgt im Vergleich zur vaginalen Geburt komplett steril und so kann der Säugling keine Milchsäurebakterien aus der Vagina der Mutter aufnehmen, um eine erste Darmflora auszubilden. Ein Kaiserschnitt verdoppelt das Risiko, an Typ 1 Diabetes zu erkranken, wenn mindestens ein Elternteil auch Diabetiker ist.

Beikost

Die Assoziations-Studien sind auch eindeutig: Je länger gestillt wird und je später bei Säuglingen Beikost eingeführt wird, desto niedriger das Risiko für Diabetes Typ 1. Besonders getreidehaltige Beikost (Gluten) sollte so spät wie möglich (oder gar nicht) eingeführt werden.
 

Westlicher Lebensstil

Wann immer Länder den westlichen Lebensstil mit vielen verarbeiteten Kohlenhydraten und Zucker, Transfetten und mehr Alkohol annehmen, steigt das Vorkommen von Diabetes Typ 1 drastisch. Sehr schön zu beobachten ist das im früheren Jugoslawien, nach Öffnung des eisernen Vorhangs.

Zuckerhaltige Nahrung

Der starke Konsum zuckerhaltiger Nahrung führt zur erhöhten Bildung von Triglyceriden in der Leber, die Pankreaszellen schädigen können. Daher wird geraten, den Zuckerkonsum drastisch zu reduzieren.

Weitere Risikofaktoren sind:

Das Wissen über die Risikofaktoren und Ursachen für Diabetes Typ 1 ermöglicht nicht nur ein tiefergreifendes Verständnis dieser Krankheit, sondern auch ein aktives Vorbeugen.

Eine aktive Behandlung des Diabetes nicht nur durch Insulin, sondern auch durch eine angepasste Lebensführung? Wie könnte das aussehen?

Diabetes Typ 1 – Ernährung und Lebensführung

Aus den Risikofaktoren, die Diabetes Typ 1 begünstigen können, und aus wissenschaftlichen Studien und jahrelanger Erfahrung weiß man heute von Anpassungen in Ernährung und Lebensführung, die dem Krankheitsbild nicht nur stark helfen können; sie können auch helfen, dieser Krankheit vorzubeugen.

Und sie können helfen, die Symptome so weit zu senken, dass weniger Insulin gespritzt werden muss. Ein wichtiges Ziel für jeden Diabetiker.

Dies haben die folgenden Ratschläge gemein, genauso wie eine Reduktion der Autoimmunreaktion. Denn auch das sollte ein Ziel sein.

Kommentar: Insulintherapie + Gesunde Lebensführung

Diese Ratschläge sind in der Therapie bei Diabetes Typ 1 genauso wichtig wie die Insulintherapie. Der Patient soll nicht in dem Glauben sein, er könne essen und leben, was und wie er will, Hauptsache, es wird genug Insulin gespritzt. Das ist nicht der Fall.

Ziel ist es, den Autoimmunprozess zu reduzieren sowie den Bedarf für Insulin gering zu halten. Nur so ist eine wirkliche Verbesserung der Lebensqualität und des Krankheitsbildes für den Patienten möglich.

 

Widmen wir uns den Faktoren, die Diabetes vom Typ 1 vorbeugen oder aktiv das Krankheitsbild verbessern können:

Für Mütter mit Kleinkindern und Säuglingen:

  • Langes Stillen
  • Beikost möglichst spät ansetzen (oder ganz meiden). Möglichst ohne Getreide.
  • Bei Kaiserschnitt-Geburt sofortige Gabe von Probiotika (Produkt mit Bifidobakterien)

Für alle Betroffenen:

  • Viel Zeit in der Natur, Kontakt mit der Erde
  • Viel Aufenthalt in der Sonne
  • Natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus einhalten (nicht zu spät fernsehen, ausreichend gesunder Schlaf, möglichst keine Nachtschichten)
  • Spurenelemente Magnesium, Zink, Selen und Chrom im Blut prüfen lassen und bei Mangel in einen gesunden Bereich bringen14-15
  • Sport16: Sport steigert die Insulinsensitivität, also die Fähigkeit der Zellen, auch mit weniger Insulin Zucker aufzunehmen. Bei häufigem Sport sind also auch weniger Insulin und weniger Broteinheiten Kohlenhydrate nötig. Besonders Sport an der frischen Luft wird empfohlen.
  • Einem Leaky Gut Syndrom aktiv entgegenwirken
  • Vitamin D8-Spiegel im Blut messen lassen (Ziel: 60-80 ng/ml)

Was essen bei Diabetes Typ 1?

  • Gluten meiden (in Form von Nudeln, Backwaren, industriellem Gebäck), Getreide nur in Form von Sauerteigprodukten konsumieren
  • Pflege einer gesunden Darmflora durch ballaststoffreiche Ernährung mit viel buntem Gemüse und probiotischen Nahrungsmitteln wie Joghurt, Sauerkraut und Kombucha)
  • Viele Omega-3-Fettsäuren 5-6,10-11 über Fisch, Bio-Eier, Leinsamen und Chiasamen
  • Omega-6-Fettsäuren aus Sonnenblumenöl, Rapsöl, Distelöl, Erdnussöl, Sojaöl, Maiskeimöl und Fleisch/Eier/Milchprodukte aus Massentierhaltung meiden
  • Mit 2-3g N-Acetyl-Cystein täglich ergänzen, um dem Körper wieder Antioxidantien zu geben16
  • Zucker reduzieren soweit möglich
  • Eine Kohlenhydrat-reduzierte oder gar ketogene Ernährung in Erwägung ziehen:

Diabetes Typ 1 und Kohlenhydrate

Ziel sollte es zuerst sein, den Blutzuckerspiegel mittels Insulintherapie zu kontrollieren und in einem halbwegs normalen Bereich zu halten.

Das nächste Ziel sollte sein, den Insulinbedarf und die Kohlenhydrate über die Ernährung zu reduzieren. Nur so kann ein nachhaltig stabiler Blutzucker-Spiegel garantiert werden. Eine normale, kohlenhydratreiche Ernährung mit vielen Getreideprodukten und Zucker führt trotz Insulintherapie zu schwankenden und oft zu hohen Blutzuckerspiegeln.

Die bessere und vielversprechendere Lösung ist, die Kohlenhydrate zu reduzieren und auf gesunde Fette (Oliven, Avocado, Nüsse, Bio-Eier, Fisch, Fleisch aus artgerechter Haltung, Weidebutter, Kokosprodukte) als Energielieferant zu setzen.

Sogenannte Low-Carb-Ernährungen und die ketogene Ernährung sind bei guter Überwachung des Blutzuckers und in Absprache mit einem Arzt oder Therapeuten bei Typ 1 Diabetikern gut durchführbar und es gibt bereits erste klinische Studien dazu 21-26.

Eine Keto-Azidose ist auch dann nicht zu befürchten, denn sie tritt nur in Momenten mit extrem hohem Blutzucker ein, nicht bei einer guten und gesund durchgeführten kohlenhydratreduzierten Ernährung.

Wir empfehlen daher, einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen, der sich mit Diabetes und kohlenhydratreduzierten Ernährungen auskennt.

Eine gute Richtlinie auch bei Diabetes Typ 1 ist die Paleo Ernährung (Steinzeit-Ernährung). Sie konzentriert sich auf naturbelassene und nährstoffreiche Lebensmittel. Über die Paleo Ernährung können Sie im hinterlegten Beitrag mehr erfahren.

Sie haben bisher viele Erklärungen, Listen und Vorschläge erhalten, wie Sie mit Ihrer Krankheit umgehen können. Im Folgenden möchten wir Ihnen ein kleines Protokoll mitgeben:

Unsere Empfehlungen zur sofortigen Umsetzung bei Diabetes Typ 1

Um Verwirrung zu nehmen und Ihnen eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit an die Hand zu geben, mit der Sie sofort gegen Ihre Behandlung vorgehen können. Sie knüpft direkt an die Diagnose an:

  1. Nehmen Sie die vom Arzt verschriebenen Medikamente ein, fragen Sie nach Nebenwirkungen und was Sie dagegen tun können. Wenn die Medikamente/Insulinspritzen Ihnen gesundheitliche Probleme bereiten, informieren Sie sich bitte über alternative Therapiemöglichkeiten. Ein Absetzen der Medikamente ohne ärztliche Kontrolle kann problematisch sein. Ein empfehlenswertes, längerfristiges Ziel ist, die Dosierungen der Medikamente zu reduzieren, um Nebenwirkungen und Langzeitschäden zu minimieren.
  2. Suchen Sie sich in Ihrer Nähe einen Arzt, funktionellen Mediziner, Heilpraktiker, Mitochondrialmediziner oder ganzheitlichen Mediziner mit Erfahrung über Typ 1 Diabetes. Fragen Sie dazu Ihren aktuell behandelnden (Haus-)Arzt oder nutzen dazu die Google-Suchfunktion: z.B. „Funktionelle Medizin München“. Empfehlungen von anderen Betroffenen z.B. aus Selbsthilfegruppen können hier sehr hilfreich sein. Nutzen Sie dazu gerne unser Forum, um sich mit anderen Betroffenen diesbezüglich auszutauschen.
  3. Achten Sie darauf, dass der Therapeut Methoden der Schulmedizin mit den in diesem Artikel beschriebenen Methoden der Ursachenfindung, Ernährung, Lebensführung und Nährstofftherapie verbindet. Die Suche nach einem entsprechenden Therapeuten kann langwierig sein, lohnt aber!
  4. Ziehen Sie eine Ernährungsumstellung oder einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest in Betracht. Sollten bei Ihnen Lebensmittel gefunden werden, auf die Sie laut Test allergisch reagieren, sollten Sie diese für mindestens 30 Tage meiden und beobachten, ob sich Ihr Wohlbefinden verbessert. Eine Ernährungsumstellung sollten Sie mindestens 30 Tage konsequent ausprobieren, ehe Sie ein ausreichendes Fazit ziehen können.
  5. Versuchen Sie, die Ratschläge bezüglich gesunder Lebensführung umzusetzen, um Ihr Leben so nach und nach gesünder zu gestalten.
  6. Hinterfragen Sie besonders alltägliche Gewohnheiten, und Ursachen, die die Erkrankung begünstigt haben könnten.
  7. Lassen Sie eine Nährstoffanalyse bei einem erfahrenen Therapeuten durchführen und füllen Sie vorhandene Nährstoffmängel wieder auf.
  8. Ziehen Sie einen Schwermetall-Belastungs-Test bei einem diesbezüglich geschulten Therapeuten in Erwägung. Bei zu hoher Belastung kann eine Entgiftung unter therapeutischer Anleitung empfehlenswert sein.
  9. Dokumentieren Sie Ihr Befinden mit einem Tagebuch. Beobachten Sie die Auswirkungen bestimmter Faktoren der Lebensführung und Ernährung auf Ihren Krankheitsverlauf und lernen Sie so Ihren Körper und Ihre Krankheit besser kennen.
  10. Lassen Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen. Die hier genannten Maßnahmen können beispielsweise dazu führen, dass sich Ihr Bedarf an Medikamenten reduziert. Eine Dosisanpassung ist dann notwendig.

Fazit – Alles über Diabetes Typ 1 und die Therapie

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Immunzellen die Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreifen und größtenteils abtöten. Die Folge ist ein Insulinmangel.

Aufgrund des Insulinmangels können Kohlenhydrate aus der Ernährung nicht mehr in die Zellen geschleust werden. Unbehandelt führt Diabetes Typ 1 zu abnorm hohen Blutzuckerspiegeln von bis zu 1000 mg/dl und später zum Tod.

Dank moderner Medizin und Biotechnologie ist Diabetes Typ 1 keine tödliche Krankheit mehr, durch die Insulintherapie ist ein Überleben und normales Leben der Patienten möglich. Der Patient spritzt sich nach ein paar Schulungen selbstständig Insulin, abhängig von der Menge der Kohlenhydrate in der Ernährung.

Die Krankheit hält lebenslang an, spontane Heilungen sind nicht bekannt.

Da die Krankheit rasant zunimmt (3 % Zuwachs jährlich) und immer mehr Menschen von Diabetes Typ 1 betroffen sind, setzt sich mittlerweile in der Medizin und Wissenschaft durch, dass die Lebensführung der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung, aber auch für die Vorbeugung von Diabetes Typ 1 ist.

Mit den richtigen Anpassungen in der Lebensführung und Ernährung ist es möglich, den Insulinbedarf stark zu senken und die Lebensqualität wieder deutlich anzuheben. Dafür ist jedoch eine gute Mitarbeit des Patienten notwendig sowie ein erfahrener Arzt oder Heilpraktiker.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Typ 1 Diabetes? Was hat Ihnen bereits helfen können, was nicht? Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Quellenverzeichnis
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Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München). Seine Doktorarbeit (Universitätsklinikum Erlangen) wird sich mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beschäftigen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

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