Wichtige Informationen zur Diabetes Typ 1 Behandlung!

Diabetes Typ 1 Behandlung Glukometer

Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2019 um 12:16

Die Diabetes Typ 1 Behandlung nimmt eine absolute Sonderrolle ein. Durch den Autoimmunprozess ist die Bauchspeicheldrüse bei Diabetes Typ 1 soweit zerstört, dass ein Insulinmangel im Körper vorherrscht. Eine gute Therapie ist daher notwendig, um zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerspiegel zu vermeiden.

Hier erfahren Sie, worauf es bei einer guten Diabetes Typ 1 Behandlung ankommt und worauf zu achten ist, damit die Therapie reibungslos verläuft.

Diabetes Typ 1 Behandlung – was sind die Ziele?

Der erste Schreck der Diabetes Typ 1 Diagnose ist verflogen, jetzt blicken Sie nach vorn! Bei Diabetes Typ 1 liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Der Körper bildet also nicht mehr genug Insulin, um auf ansteigende Blutzuckerspiegel aus der Nahrung zu reagieren. Zunächst soll die Therapie dabei helfen, den krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel zu senken, da es sonst zu Langzeitschäden kommen kann.

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Gleichzeitig soll das Insulin aber auch so gut wirken, dass der Blutzuckerspiegel in einen gesunden Bereich gebracht wird. Nicht zu hoch und nicht zu niedrig.

Weiterhin soll die Lebensqualität so weit verbessert werden, dass Betroffenen nicht merken, dass sie an einer Autoimmunerkrankung leiden. Die Diabetes Typ 1 Symptome sollen reduziert werden, die Risiken für Langzeitschäden auch. Autoimmunerkrankungen sind ein massives Problem für die Gesundheit Betroffener.

Das absolute Langzeitziel ist es außerdem, den Insulinbedarf zu reduzieren. Denn das Insulinspritzen bedeutet für den Körper wie auch für die Betroffenen zusätzlichen Stress.

Warum eine Therapie?

Weil die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) aus eigener Kraft nicht mehr genug Insulin produzieren kann, um den durch die Nahrung steigenden Blutzuckerspiegel zu regulieren. Ein synthetisches Pankreas oder eine Transplantation ist (noch) nicht möglich. Daher muss die Insulinproduktion ausgelagert werden. Biotechnologisch hergestelltes Insulin übernimmt diese Aufgabe.

Wird nichts unternommen, riskieren Betroffene einen krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel. Beobachtungen gehen bis zu Blutzuckerwerten von 1500 mg/dl (normaler Bereich um 100 mg/dl).

Es gibt einen Grund, warum der Körper den Blutzuckerspiegel so niedrig und so eng reguliert: Blutzucker ist chemisch reaktiv und reagiert gerne mit Proteinen im Körper. Das behindert die Proteine bei ihren Aufgaben. So kann ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel allerlei Zerstörung anrichten.

Am schlimmsten trifft es die Niere. Daher ist Nierenversagen bei Diabetikern ein weiterverbreitetes Symptom. Gleiches gilt für die Augen: Werden die Augen nicht mit genug Blutzucker versorgt (Insulinmangel), lässt die Sehfähigkeit stark nach – Erblindung ist auch möglich.

Weitere Komplikationen und Langzeitschäden können Sie hier (Diabetes Typ 1 Symptome) nachlesen. Aber das ist schon mal Grund genug, um eine Therapie zu beginnen.

Die Behandlung bei Diabetes Typ 1 rettet Leben und die Insulintherapie ist sehr weit fortgeschritten. Genauso aber auch die Naturmedizin. Daher sollten eine gesunde Ernährung und Lebensführung (siehe Diabetes Typ 1 Ernährung) die Insulintherapie ergänzen.

Wie sieht also die Behandlung bei Diabetes Typ 1 aus?

Basis der Diabetes Typ 1 Behandlung

Beginnen wir simpel: Die Basis der Therapie zielt darauf ab, den Insulinbedarf durch eine steigende Insulinsensitivität zu verbessern. Insulinsensitivität bedeutet, dass der Körper weniger Insulin braucht, um die gleiche Menge Blutzucker in die Zellen zu bringen.

Also wird von vornherein durch simple Ratschläge für die Lebensführung versucht, den Insulinbedarf zu senken:

Empfohlen wird regelmäßiger, leichter Sport an der frischen Luft, gesunde Ernährung wie die Paleo Ernährung, Stressbewältigung im Alltag sowie Bewegung im Alltag (mehr laufen und stehen statt sitzen).

Das sind Kleinigkeiten für den Alltag, um den Insulinbedarf senken zu können.

Der erste wichtige Schritt zur Insulintherapie ist ein stationärer Aufenthalt.

Stationärer Aufenthalt

Die Insulintherapie beginnt mit einem mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus. Ein erfahrener Arzt testet dabei verschiedene Insulinarten. Er will wissen, auf welche Form Insulin Sie am besten reagieren, wie die optimale Leistung erzielt wird, wie viel Insulin benötigt wird, zu welchem Zeitpunkt, wie lang die Wirkung andauert und wie Sie als Laie das durchführen können.

Ziel dabei ist, Ihnen ein Protokoll mitgeben zu können. In diesem Protokoll steht, wie viel Insulin Sie wann benötigen. Dieses Protokoll ist auf Sie zugeschnitten und Ihr Fahrplan für Blutzucker und Insulin für die nächsten Monate und Jahre.

Ausgehend davon beginnt nun eine ausführliche Aufklärung für die Insulintherapie in drei Stufen. Diese drei Stufen führen Sie nach anfänglicher Aufklärung selbst ständig durch.

Diabetes Typ 1 Behandlung

Die Insulintherapie in drei Stufen

Diese drei Stufen sind Blutzuckerkontrolle, Insulinspritzen und die Kohlenhydrate im Essen. Die drei Stufen sind gleichermaßen wichtig und sorgen dafür, dass Sie abhängig von Ernährung und Lebensführung Ihren Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren können.

1. Blutzuckerkontrolle

Mehrmals täglich und natürlich vor und nach jedem Essen muss der Blutzucker überprüft werden. Er sollte in einem gesunden Bereich sein – nicht zu hoch und nicht zu niedrig. Der Blutzucker kann auf drei Wege gemessen werden:

Konventionell: Hierbei stechen Sie sich mit einer kleinen Lanzette in den Finger und ein Blutzuckermessgerät misst Ihren Blutzucker. Vorteil: Diese Messmethode ist zuverlässig, jedoch etwas veraltet.

Flash Glucose Monitoring (FGM): Hierbei trägt der Patient ein Gerät am Körper, das mit dem Blutkreislauf verbunden ist. Die Messung erfolgt durch einen manuellen Scan. Vorteil: Der Patient muss sich nicht mehrfach täglich in den Finger pieksen.

Continuous Glucose Monitoring (CGM): Diese Form der Blutzuckermessung ist sehr modern und für Typ 1 Diabetiker ausgelegt. Dieses System funktioniert wie FGM, jedoch erfolgt die Messung des Blutzuckers rund um die Uhr, 24 Stunden täglich. Vorteil: Genauere Daten und eine effizientere Anpassung der Nahrung an den Blutzucker.

Nach der Blutzuckerkontrolle geht es weiter zu Schritt 2: dem Insulinspritzen.

2. Insulinspritzen

Dieser Abschnitt ist unterteilt in Insulin und die Spritzprozedur.

Zum Insulin: Dank moderner Biotechnologie gibt es verschiedene Formen des körpereigenen Insulins. Diese Formen haben verschiedene Wirkgeschwindigkeiten und Wirkdauer.

Man unterscheidet drei verschiedene Wirkformen von Insulin:

Schnell wirkendes Insulin: Schnell eintretende Wirkung bereits nach 5 Minuten, Wirkdauer 3-4 Stunden.

Verzögerungsinsulin: Wird vor dem Essen gespritzt, wirkt bis zu 8-12 Stunden.

Langsam wirkendes Insulin: Wird langsam freigesetzt und langsam abgebaut. Ein Spritzen ist nur ein- bis zweimal täglich nötig, bei einer Wirkdauer von bis zu 48 Stunden. Der Vorteil hier ist, dass der Patient in seinem Tagesablauf weniger eingeschränkt ist und nicht bei jeder Mahlzeit peinlich genau die Kohlenhydrate berechnen muss. Entscheidend ist die Tagesmenge der Kohlenhydrate.

Ziel der meisten Diabetologen ist es, den Patienten in der Tagesplanung Freiraum zu lassen und daher langsam wirkende Insulinformen anzuwenden.

Einschub: Insulin und Gentechnik

Oftmals wird in der Öffentlichkeit sehr über Gentechnik gewettert. Schade, denn nur die wenigsten Menschen wissen wirklich, was Gentechnik bedeutet. Und dass es „gute“ und „schlechte“ Gentechnik gibt. Das Insulin für die Insulintherapie wird gentechnisch, das heißt biotechnologisch, von Bakterien oder Hefezellen produziert. Dank Gentechnik sind zudem unterschiedliche Insulinformen zustande gekommen, mit denen Betroffene flexibel auf ihren Blutzucker reagieren können.

Gentechnik rettet hier Leben – denken Sie bitte das nächste Mal daran, wenn es um das Thema Gentechnik geht.

 

Das Spritzschema des Insulins kann in 3 Formen unterschieden werden:

CT (konventionelle Insulintherapie): Der Patient muss sich nach einem festen Schema zu festgelegten Tageszeiten bestimmte Mengen Insulin spritzen. Dieses System ist recht starr und unflexibel und erfährt heute immer weniger Verwendung.

ICT (intensivierte konventionelle Insulintherapie): Verwendung von Verzögerungs- oder Langzeitinsulin. Ziel ist es, das natürliche Insulinschema des menschlichen Körpers zu imitieren. Der Insulinbedarf kann an den täglichen Bedarf flexibel angepasst werden, zum Beispiel ist bei sportlicher Betätigung weniger Insulin nötig.

CSII/Insulinpumpentherapie (Kontinuierliche subkutane Insulininfusion): Hier ist ein Gerät mit dem Blutkreislauf des Patienten verbunden und gibt konstant Insulin ins Blut ab.

Zusatz: Was ist das Basis-Bolus-Prinzip?

Basis-Bolus ist eine Form der ICT, bei der eine schnelle und eine Langzeit-Insulinform verabreicht wird. Die Langzeitform deckt den Basisbedarf an Insulin, die schnelle Form (Bolus) lässt den Betroffenen zudem flexibel auf die Ernährung reagieren. Durch das Basis-Bolus-Prinzip wird sichergestellt, dass der Blutzucker keinen bestimmten Wert übersteigt. Bei Bedarf kann er aber dennoch mittels schnellem Insulin gesenkt werden.

 

Zusatz: Neue Therapien

Aktuell wird ein closed-loop-system entwickelt, das ein künstliches Pankreas darstellt. Es misst rund um die Uhr den Blutzucker und gibt automatisch die benötigte Menge Insulin an den Blutkreislauf ab.

 

Diabetes Typ 1 Behandlung bei Kindern

Einem Erwachsenen kann man erklären, was Insulin und das Pankreas ist, was bei Diabetes Typ 1 im Körper verrücktspielt und wie man mit Insulinspritzen den Blutzucker regulieren muss. Kinder verstehen das vielleicht noch gar nicht. Das ist tragisch, denn viele Diabetes Typ 1 Betroffene sind Kleinkinder und Kinder im Alter von unter 16 Jahren.

Das Ziel bei Kindern ist, möglichst viel automatisch zu gestalten. Denn Kinder sollten sich noch nicht selbst den Insulinbedarf ausrechnen müssen.

  • Die Blutzuckermessung über CGM wird daher ebenso empfohlen wie ein langsam wirkendes Insulin und eine Insulinpumpe.

Natürlich gibt es so einige Nahrungsmittel und hoch-glykämische Nahrungsmittel und Süßigkeiten, die diese Kinder absolut begrenzen sollten. Trotzdem müssen sie sich nicht ständig spritzen oder Angst davor haben, sich zu verrechnen.

  • In Zukunft wird die neue Diabetes Typ 1 Behandlung mit closed-loop besonders für Kinder ein Segen sein, da sie sich so eigentlich um nichts mehr kümmern müssen und das künstliche Pankreas das Denken übernimmt.

Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten angesprochen, wie der Blutzucker überwacht werden kann. Ebenso die verschiedenen Insulinformen und die Spritzschemata. Kommen wir also abschließend zu den Kohlenhydraten im Essen.

3. Kohlenhydrate im Essen

Die richtige Menge Insulin muss im richtigen Zeitpunkt gespritzt werden. Ebenso müssen Betroffene aber auch einen genauen Überblick über die Kohlenhydrate in der Ernährung haben. Denn der Blutzuckerspiegel sollte in einem gesunden und engen Bereich liegen.

Um zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerspiegel zu vermeiden, ist es also absolut notwendig, eine Ahnung von den Kohlenhydrat-Mengen gewisser Nahrungsmittel zu haben.

Gemessen werden diese Kohlenhydrate in Broteinheiten (1 BE = 12 g Kohlenhydrate) und Kohlenhydrateinheiten (1 KE = 10 g Kohlenhydrate). Um die Umrechnungen zu erleichtern, wird auf den Packungsbeilagen und Inhaltsangaben bei Nahrungsmitteln oft KE oder BE mit angegeben.

Keine Sorge, nach gewisser Zeit haben Sie gut im Kopf, wie viele Kohlenhydrate welche Nahrungsmittel enthalten. Denn in der Regel sind es nur eine Handvoll Nahrungsmittel, die wir zum Großteil immer wieder Essen.

Um die Umrechnung in die benötigte Insulinmenge zu erleichtern:

Eine Insulineinheit (IE) entspricht genau einer Kohlenhydrateinheit (KE). Eine Kohlenhydrateinheit erhöht den Blutzucker um 30-40 mg/dl, eine Insulineinheit senkt den Blutzucker wieder um dieselbe Menge.

Gute Aufklärung ist hier das A & O, also nehmen Sie das bitte ernst. Ihre Mitmenschen und Arbeitskollegen sollten außerdem über die Symptome eines Unterzuckers aufgeklärt werden. So können Sie darauf reagieren, wenn Sie doch einmal einen Unterzucker erleiden So stellen Sie sicher, dass man Ihnen helfen kann. Haben Sie für solche Momente immer einen schnell verdaulichen Zucker wie Dextro Energy, Cola, Weintrauben oder Gummibärchen dabei.

Diabetes Typ 1 Behandlung – wie es weiter geht

Mit der Blutzuckerkontrolle, der Insulintherapie, dem Insulinspritzen und den Kohlenhydraten in der Ernährung haben Sie Ihren Blutzucker weitestgehend im Griff. Erster Fokus sollte darauf liegen, mit der Insulintherapie klarzukommen und den Blutzucker immer in einem gesunden Bereich zu halten.

Der nächste Schritt ist dann, mittels gesunder Ernährung und Lebensführung den Insulinbedarf des Körpers zu reduzieren. Denn so reduzieren Sie auch das Risiko für Komplikationen und Folgeerkrankungen, ebenso wie für akute Zuckerschocks und Unterzucker.

Wenn Sie einen ausführlichen Überblick über Diabetes Typ 1 erlangen möchten, folgen Sie bitte zu diesem Artikel (Diabetes Typ 1).

Fazit – Diabetes Typ 1 Behandlung und Insulintherapie in drei Stufen

Die Diabetes Typ 1 Behandlung und Insulintherapie zielt darauf ab, trotz Insulinmangel bei Diabetes Typ 1 den Blutzucker in einem gesunden Bereich zu halten.

Ziel ist es, den Blutzucker so stabil zu halten, dass Unterzucker und Zuckerschocks nur selten vorkommen.

Die Betroffenen müssen dabei ein hohes Maß an Eigeninitiative an den Tag legen, sich bestmöglich über ihre Krankheit aufklären und die Insulintherapie verinnerlichen.

Der nächste Schritt ist anschließend eine gesunde Ernährung und Lebensführung, um die Symptome der Erkrankung zu verbessern. Auch ein Stoppen des Autoimmunprozesses am Pankreas ist so möglich.

Die Therapie bei Diabetes Typ 1 kann Leben retten und ermöglicht Ihnen wieder die Eigenkontrolle über Ihren Blutzucker.

Nutzen Sie diese Chance!

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Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München) und arbeitete in der klinischen Forschung (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

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