Absage an Bundesregierung: Deutsche Diabetes Gesellschaft steigt aus Beraterkreis zur Zuckerreduktion aus

Zuckerreduktion, Deutsche Diabetes Gesellschaft

Zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2019 um 14:58

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft lehnt eine Teilnahme am Begleitgremium zur nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz ab. Das gab die Fachgesellschaft diese Woche anlässlich der ersten Sitzung des Gremiums im Ernährungsministerium bekannt. Die Reduktionsstrategie von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner setzt auf eine freiwillige Verpflichtung der Lebensmittelindustrie, weniger Zucker, Fett und Salz in ihren Produkten zu verwenden. Für die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt.

Freiwillige Zuckerreduktion?

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner will mit gesünderen Lebensmittel Übergewicht und Adipositas in Deutschland bekämpfen – und setzt dabei auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Ernährungsindustrie. Die medizinische Fachwelt kritisiert diese Entscheidung.

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Erst kürzlich wurde eine Studie über effektive Maßnahmen gegen Fettleibigkeit und Fehlernährung im renommierten Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht. Ihre Schlussfolgerung: Die Strategie der freiwilligen Selbstverpflichtung sei zum Scheitern verurteilt! Auch versagte ein Programm zur freiwilligen Zuckerreduktion in den Niederlanden. Der Zuckergehalt aller untersuchten Produktgruppen blieb dort von 2011 bis 2016 unverändert.

„In seiner jetzigen Form hat die Wissenschaft in dem Gremium praktisch keinen Einfluss auf die Formulierung konkreter Reduktionsziele“, kritisiert DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Bisher bleiben diese weit hinter dem zurück, was aus wissenschaftlicher Sicht notwendig wäre, um den Anstieg von Übergewicht und Diabetes in Deutschland zu stoppen.“

foodwatch befürwortet Absage

Die Verbraucherorganisation foodwatch begrüßt die Entscheidung der DDG. „Die Lebensmittelindustrie ist nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems. Coca-Cola, Ferrero & Co. haben kein Interesse daran, eine gesunde Ernährung zu fördern – sie verdienen ihr Geld mit Zuckerbomben“, sagte Oliver Huizinga von foodwatch. „Julia Klöckner muss endlich ihren Job als Ernährungsministerin machen. Wir brauchen eine verständliche Lebensmittelampel, eine Limo-Steuer und Werbeverbote für ungesunde Kinderprodukte. Andere Länder zeigen längst, wie moderne Ernährungspolitik aussehen kann. Doch Frau Klöckner traut sich bisher nicht, sich mit der Industrie anzulegen. Sie nimmt Übergewicht, Diabeteserkrankungen und frühzeitige Todesfälle billigend in Kauf.“

Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen in Deutschland fordern schon lange konsequente Maßnahmen wie verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnungen, eine Beschränkung der Lebensmittelwerbung für Kinder sowie eine Herstellerabgabe auf gesüßte Getränke.

Die DDG zeigt sich weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog mit dem Ernährungsministerium, zum Beispiel wenn es um den Schutz von Kindern vor Werbung für ungesunde Lebensmittel geht.

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