Was bedeutet der CRP-Wert?

Auf fast jedem Blutbild wird mittlerweile routinemäßig auch der CRP-Wert angegeben. Dies ist ein wichtiger Entzündungsmarker und gibt wertvolle Informationen über den Entzündungszustand im Körper. Ist er erhöht, spricht das üblicherweise für Gewebeschäden, chronisch-entzündliche Krankheiten, und chronische metabolische Entzündungen. Erfahren Sie hier alles Wichtige über den CRP-Wert, welche Funktion CRP im Körper hat, und wie Sie einen erhöhten Wert wieder senken können.

CRP-Wert Entzündung Infektion

CRP-Wert – Funktionen und Bedeutungen im menschlichen Körper

Fast jeder hat schon einmal den Blutwert CRP gesehen. In der Regel ist er im Referenzbereich und erhält keine Aufmerksamkeit. Er wird für die meisten erst interessant, wenn er aus der Reihe tanzt – nämlich, wenn er erhöht ist. Dann reagieren die behandelnden Ärzte auch schnell mal hektisch, denn ein erhöhter CRP-Wert deutet auf Gesundheitsprobleme hin:

CRP steht für C-reaktives Protein. Es wird in der Leber gebildet, und ist ein akute Phase-Protein in der Gerinnungskaskade. Die Gerinnungskaskade ist ein Signalweg, der darauf abzielt, Blut gerinnen zu lassen sowie Entzündungen (Immunreaktionen) auszulösen:

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  1. Wenn Sie sich mit einem Messer in den Finger schneiden, wird ein Blutgefäß verletzt, und Sie bluten. Dies wird als Gewebeschaden registriert, die Gerinnungskaskade wird an diesem Ort der Wunde losgetreten und lässt das Blut um die Wunde herum gerinnen. So wird die Blutung gestoppt und die Wunde kann sich schließen. Dies ist eine wichtige Funktion von CRP.
  2. Eine weitere wichtige Funktion ist die Bekämpfung von Infektionen: CRP bindet tote Immunzellen und fremde Oberflächen, sprich Krankheitserreger, die es in den Blutkreislauf geschafft haben. Sobald CRP diese Feinde gebunden hat, werden Fresszellen des Immunsystems aktiviert und bekämpfen diesen Feind.
  3. Aufgrund von chronischen Entzündungen im Körper, die durch einen ungesunden Lebensstil hervorgerufen werden, kommt es ebenfalls zu einer chronischen Aktivierung von CRP, die nicht auf einen direkten Gewebeschaden oder eine Infektion zurückzuführen ist. Primär spricht ein erhöhter CRP-Wert für einen Gewebeschaden oder eine Infektion – wie wir gleich noch näher erläutern werden, kann es zudem auf eine metabolische Entzündung hindeuten.

Wie wird der CRP Wert gemessen?

Die Messung des CRP-Wertes ist im klinischen Alltag reine Routine und es gibt etablierte Messgeräte und ELISA-Tests, die mit hoher Präzision den CRP-Wert im Blut messen können. Eine kleine Blutprobe reicht aus, und die Messgeräte geben den Wert anschließend in Milligramm pro Liter (mg/l) an.

Wo liegt der normale CRP Wert?

In einem gesunden Körper ohne akute Gewebeschäden, Infektionen oder metabolische Entzündungen sollte der CRP-Wert < 1 mg/l sein, ideal sogar < 0,5. Dann ist davon auszugehen, dass hinsichtlich Infektionen oder Schäden keine akute Gefahr ausgeht.

Ein niedriger CRP-Wert schließt jedoch niemals zu 100 % eine Infektion aus – hier ist ebenfalls das Differentialblutbild (Blutzellen und Aufteilung der Immunzellen) wichtig.

Welcher CRP-Wert ist gefährlich?

  • Bei CRP-Werten > 1 kann bereits von einer leichten Entzündung im Körper ausgegangen werden: Eine niedrig-gradige, metabolische Entzündung, eine just überstandene Infektion, oder eine kleine Wunde. Um auf Nummer sicherzugehen, kann der CRP-Wert einige Wochen später erneut gemessen werden.
  • Bei einem CRP-Wert von 3 bis 10 mg/l ist erhöhte Vorsicht angebracht, da hier bereits das Risiko für Bluthochdruck, Arteriosklerose und Typ 2 Diabetes deutlich erhöht ist. Spätestens ab einem CRP Wert von 3 sollte die Ursache des Anstieges vom Arzt untersucht werden.

Bei akuten Infektionen kann der CRP-Wert innerhalb kurzer Zeit auf 100 mg/l ansteigen – durch metabolische Entzündungen oder geringfügige Gewebeschäden wird ein solch hoher Wert in der Regel nicht erreicht:

  • 10 bis 40: Leichte bakterielle Infektionen, drittes Trimester einer Schwangerschaft, virale Infektionen, Leistungssport, Rauchen
  • Bis 50: Leichte bis mittelschwere Entzündungen im Körper
  • 50 bis 200: Schwere Entzündungen und bakterielle Infektionen (Meningitis, Lungenentzündung, Pankreatitis), akute Phase einer chronischen Erkrankung (beispielsweise Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn), Blutvergiftung, rheumatische oder Krebserkrankungen
  • Über 200: Verbrennungen, schwere bakterielle Infektion und akute Entzündungen

Hs-CRP oder CRP – Welcher Wert ist besser?

Die klassische CRP-Messung ist besonders präzise bei einem CRP-Wert von 5 bis 200 mg/l. Für geringe CRP-Konzentrationen ist diese Messung jedoch nicht sehr sensitiv – was suboptimal ist, da bei metabolischen Entzündungen im Körper der CRP-Wert signifikant steigt (0,5-5 mg/l), und dies auch gemessen werden sollte.

Denn auch schon in diesem Konzentrationsbereich zeigt sich eine chronische Entzündungsreaktion, die dauerhaft das Risiko für zahlreiche Erkrankungen erhöhen kann.

Die präzise Messung von CRP im geringen Konzentrationsbereich wird als hs-CRP bezeichnet – hitze- sensitives CRP. Diese Messung ist noch relativ neu, und die Messung von CRP bei einer Konzentration von 0,1-5,0 mg/l ist hier sehr viel präziser.

Hs-CRP trifft eine bessere Aussage über chronische Entzündungen im Körper, die erwiesenermaßen ursächlich für viele Zivilisationskrankheiten, Autoimmunerkrankungen und auch Krebs sind. Dieser Wert eignet sich daher in der Praxis besser als nur CRP, welches chronisch-entzündliche metabolische Entzündungen nicht so präzise erfassen kann wie hs-CRP.

Wenn keine Indikation für einen stark erhöhten CRP-Wert vorliegt, wie etwa eine akute Infektion, eine Schwangerschaft, oder eine Krebserkrankung, empfiehlt es sich, auf hs-CRP als Standardmethode zurückzugreifen. Mehr Ursachen für stark erhöhtes CRP finden Sie im Anschluss:

Ursachen für einen hohen CRP-Wert

Bereits hier und da haben wir kurz angesprochen, warum der CRP-Wert ansteigen kann. Nun wollen wir kurz und bündig und auf einen Blick die wichtigsten Ursachen für einen Anstieg von CRP nennen. Die meisten dieser Ursachen sind in der Lebensführung begründet, sowie in akuten metabolischen Erkrankungen. Es sollen aber auch akute und lebensbedrohliche Ursachen angesprochen werden:

Ursachen für einen erhöhten CRP-Wert (ärztliche Hilfe nötig!)

  • Herzinfarkt
  • Akute Infektion
  • Venenthrombose
  • Bluthochdruck
  • Meningitis
  • Pankreatitis
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa)
  • Krebs
  • Diabetes
  • Systemische Autoimmunerkrankungen wie Lupus, rheumatoide Arthritis, Sjögren-Syndrom, Antiphospholipid-Syndrom
  • Metabolisches Syndrom (Übergewicht, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck)
  • Schwangerschaft (kein akutes Gesundheitsproblem, aber mit hohen CRP-Werten verbunden)

Ursachen der Lebensführung

  • Ungesunde Lebensführung
  • Rauchen
  • Fastfood und zu viele Transfette in der Ernährung
  • Nährstoffmangel (wie Cystein, Vitamin D, Vitamin C, Vitamin E, Magnesium, Zink, Selen)
  • Östrogenmangel oder Östrogendominanz (dysregulierter Östrogenspiegel)
  • Leaky Gut Syndrom
  • Oxidativer Stress durch chronische Entzündungen

Den CRP-Wert senken – Eine Anleitung für den Alltag

Sollte bei Ihnen ein erhöhter CRP-Wert festgestellt werden, wird Sie der behandelnde Arzt darauf ansprechen und Lösungsvorschläge anbringen. Bei einem sehr stark erhöhten CRP Wert sollten die genannten Ursachen in Erwägung gezogen werden.

Sind akute gesundheitliche Probleme auszuschließen und der erhöhte CRP-Wert auf die Lebensführung zurückzuführen, haben wir im Folgenden eine Anleitung für Möglichkeiten, wie Sie durch gesunde Lebensführung und gezielte Interventionen im Alltag den CRP-Wert wieder senken können.

Denn CRP (besonders hs-CRP) steht auch für chronische Entzündungen im Körper, diese sind in den meisten Fällen in der Lebensführung begründet.

Möglichkeiten, durch gesunde Lebensführung den CRP-Wert wieder zu senken

  • Bewegung
  • Nichtraucher werden
  • Auf gesunden Schlaf achten
  • Reichlich frisches Obst und Gemüse essen
  • Auf Qualität sowie auf naturbelassene Nahrungsmittel achten, diese enthalten den höchsten Gehalt an Ballaststoffen, Vitaminen und Antioxidantien
  • Genügend Omega-3-Fettsäuren über Fisch und Meeresfrüchte (etwa 2-3-mal wöchentlich) zuführen
  • Kurkuma und Ingwer – beide Gewürze sind sehr stark entzündungshemmend. Auch empfehlenswert ist Curcumin (Kurkuma-Extrakt)
  • Olivenöl, Oliven und Avocados. Diese sind reich an Ölsäure, welche CRP senken kann. Besonders Olivenöl lässt sich sehr leicht in den Ernährungsalltag integrieren.
  • Fastfood meiden
  • Gewicht verlieren, falls Übergewicht besteht
  • Mögliche Darmprobleme (SIBO, Leaky Gut Syndrom, Reizdarmsyndrom, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) in Erwägung ziehen und entsprechend handeln
  • Durch gesunde Ernährung und Nahrungsergänzung bestehende Nährstoffmängel beseitigen – die häufigsten Nährstoffmängel in Deutschland sind Vitamin D-Mangel und Magnesiummangel, beide Nährstoffe sind in einem großen Blutbild messbar.

Alles Wichtige über den CRP-Wert

Heute haben Sie einen Überblick über CRP erhalten, die Funktion dieses Proteins, wie ein erhöhter CRP-Wert zustande kommt, und was Sie dagegen tun können. Sind die Ursachen für den erhöhten Wert ausschließlich in der Lebensführung begründet und auf keine akute Infektion oder schwere Erkrankung zurückzuführen, können Sie den CRP-Wert maßgeblich selber beeinflussen.

Die empfohlenen Interventionen für Ernährung und Lebensführung klingen relativ simpel, sollten aber Teil einer gesunden Lebensführung sein, sind einfach in den Alltag integrierbar und sehr effektiv.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem CRP-Wert? Möchten Sie gerne etwas ergänzen? Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Quellenverzeichnis
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9 KOMMENTARE

    • Hallo und danke für die Frage,
      Meines Wissens nach nicht. Eine Suche in der wissenschaftlichen Literatur brachte mir auch kein Ergebnis.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

    • Hallo Herr Stellner,
      Nur indirekt – bei Verdacht auf Leukämie werden andere Werte bestimmt, CRP gehört da nicht zum Standard-Repertoire. CRP lässt in erster Linie auf eine akute Entzündung oder einen Infekt schließen.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

  1. Hallo Herr Auerswald,habe einen CPR wert von 3,5 muss dazu sagen habe Haschimoto,ist der wert dadurch zu erklären? Danke schon mal

    • Hallo Frau Ober,
      Ein CRP-Wert von 3,5 kann sich durch die chronische Entzündung infolge des Hashimoto erklären, ja. Darmprobleme sind dennoch nicht ausgeschlossen.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

  2. Hallo Herr Auerswald,

    bei den Ergebnissen meiner Blutwerten wurden in der Klinik ein CRP Wert von + 132,7 festgestellt,ich leide u.a. an einer Harnwegsinfektion ,nehme jetzt ein Antibiotikum,wird sich der Wert wieder normalisieren?
    Bin außerdem an Myelitis erkrankt.

    Beste Grüße

    Rainer Stammberger

    • Hallo Herr Stammberger,
      Ihr hoher CRP Wert spricht für eine akute Infektion. Nach der Antiobitika-Behandlung und der (hoffentlich) Beseitigung der Infektion sollte der Wert innerhalb von 10 Tagen wieder sinken. Falls die Infektion beseitigt wird, aber der CRP Wert nicht sinkt, ist von einer weiteren Infektion und/oder einer Darmerkrankung auszugehen.
      Dennoch rate ich, zunächst die Antibiotika-Therapie abzuwarten.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

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