Colitis ulcerosa – Diagnose

Colitis ulcerosa Diagnose

Zuletzt aktualisiert am 1. November 2018 um 10:45

Wenn sich die Symptome (siehe hierzu Colitis ulcerosa Symptome) verdichten und die Schübe anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um zu klären, ob es sich tatsächlich um Colitis ulcerosa handelt. Colitis ulcerosa ist die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung neben Morbus Crohn und eine Autoimmunerkrankung. Mehr über die Colitis ulcerosa Diagnose erfahren Sie hier.

Colitis ulcerosa im Überblick

Etwa 200.000 Menschen sind in Deutschland von Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen, meist lebenslangen Autoimmunerkrankung des Dickdarms betroffen. Der Alltag der Betroffenen ist durch häufige Stuhlgänge gekennzeichnet, mit blutigen und eitrigen Durchfällen. Um die Lebensqualität zu verbessern und die Symptome zu unterdrücken, ist eine zeitnahe Colitis ulcerosa Diagnose notwendig.

Männer sind genauso häufig betroffen wie Frauen, europaweit gehen Forscher aktuell von etwa 3 Millionen Betroffenen aus. Vor 60 Jahren war die Krankheit noch gänzlich unbekannt, heute nehmen die Betroffenenzahlen rasant zu, Informationen erhalten Sie zu den Colitis ulcerosa Ursachen hier.

Bei Colitis kommt es zu einer Autoimmunreaktion gegen die obere Schleimschicht und zu einem progressiven Abbau derselben. Gleichzeitig erfolgt eine heftige Immunreaktion gegen Darmbakterien. Neueste Forschung zeigt, dass sowohl die normale Darmflora als auch Darmbakterien, die die Schleimschicht infiziert haben, angegriffen werden. Entsprechend großflächig sind meist die Entzündungsherde bei Colitis ulcerosa.

Wenn die Symptome erkannt werden und sich die Verdachtsmomente auf die Krankheit verdichten, sollte möglichst schnell ein Arzt aufgesucht werden, um eine Colitis ulcerosa Diagnose abzuklären.

Colitis ulcerosa – So läuft die Diagnose ab

Wer diagnostiziert Colitis ulcerosa?

Ein Hausarzt ist meist der erste Ansprechpartner für Betroffene. Hausärzte kennen sich mit gastroenterologischen Krankheiten aus und können eine erste Einschätzung abgeben. In der Regel werden sie Betroffene dann an eine Gastroenterologie weiterleiten, welche über ausreichende Kenntnisse und die Methodik verfügen, um eine Diagnose zu stellen. Ein funktioneller Mediziner eignet sich genauso für die Diagnose.

Wie läuft die Diagnose bei Colitis ulcerosa ab?

Gastroenterologen gehen nach den Kriterien und Leitlinien des DCCV und DGVS vor. Vier Bereiche sind bei der Diagnosestellung wichtig: körperliche Untersuchung, Blutabnahme, Stuhlprobe und Darmspiegelung.

1. Körperliche Untersuchung

Der Arzt beginnt mit einer Abtastung des gesamten Unterbauches. Wichtige Symptome und Reaktionen, die für Colitis ulcerosa sprechen, sind Druckschmerz und Schmerzen am linken Unterbauch. Schmerzen in dieser Region sprechen für eine Entzündung des Enddarms und Mastdarms. Üblicherweise nimmt der Arzt eine Inspektion des Afters vor, der im Falle von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung gerötet und entzündet ist.

2. Blutentnahme

Eine Blutanalyse sagt einiges über den Entzündungszustand des Stoffwechsels und des Immunsystems aus. Auf folgende Marker wird geachtet, die im Falle von Colitis ulcerosa erhöht sind:

  • CRP: universeller Entzündungsmarker, der bei Autoimmunerkrankungen, chronischen Infektionen und Entzündungen dauerhaft erhöht ist.
  • BSG (Blutsenkegeschwindigkeit): bei einer chronisch-entzündlichen Erkrankung ist dieser Wert ebenfalls erhöht.
  • GGT (Gamma-Glutaryl-Transferase): wichtiger Marker für die Lebergesundheit. In einigen Formen der Colitis ulcerosa ist die Leber beeinträchtigt, ein erhöhter Wert spricht für eine chronische Entzündung.
  • AP (alkalische Phosphatase): bei Darmbeschwerden kommt es zu einer erhöhten Einwanderung von Krankheitserregern in den Blutkreislauf. Die alkalische Phosphatase baut ein wichtiges bakterielles Allergen (LPS) ab, das sich in der Außenmembran einiger Bakterien befindet. Ein erhöhter AP-Wert kann eine strukturelle Schädigung des Darmes anzeigen.
  • Eisen und Ferritin: während aktiver Krankheitsschübe kommt es meist zu Blutarmut (Anämie) und somit zum Eisenmangel. Eisenmangel ist im Blutbild feststellbar.
  • Transaminasen: bei Beschädigung der Leber ist dieser Wert erhöht.
  • Gerver (glomeruläre Filtrationsrate): dieser Wert ist wichtig, um eine mögliche Colitis ulcerosa Therapie abschätzen zu können, da einige Medikamente wie Mesalazin Nebenwirkungen in der Niere entfalten können. Die Einnahme ist nur möglich, wenn die GFR ausreichend hoch ist.
  • Cholestase oder Hinweise auf Gelbsucht durch einen erhöhten Bilirubinwert. Bei Beschädigungen der Leber kann es zum Gallenstau kommen.

3. Stuhlprobe

Dieser Diagnoseschritt ist unangenehm für Betroffene, jedoch sehr wichtig, um eine infektiöse Colitis auszuschließen und um weitere Marker festzustellen.

  • Laktoferrin und Calprotectin: diese zwei Proteine finden sich ausschließlich in weißen Blutkörperchen. Sind diese im Stuhl nachweisbar, bedeutet dies eine Immunreaktion im Darm sowie eine strukturelle Schädigung des Darms.
  • Blut im Stuhl und Eiter: eines der Leitsymptome für Colitis ulcerosa (blutiger, schleimiger Durchfall).
  • Neopterin: ebenfalls Entzündungsmarker im Darm, im Stuhl nachweisbar.

4. Darmspiegelung

Bei der Darmspiegelung wird Patienten in den zuvor entleerten Darm (Abführmittel und Fasten) eine Sonde mit Kamera eingeführt. Der Arzt kann so auf einem Bildschirm in Echtzeit Aufbau, Struktur und Entzündungszustand des gesamten Darmes überprüfen. Der Dickdarm ist im Schnitt nur 1,5 m lang, Colitis ulcerosa ist klar von anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen abgrenzbar.

Die Diagnose wird anhand der Kriterien der DCCV als Summe der verschiedenen Diagnoseschritte gestellt, wobei die Leitsymptome, die Stuhlprobe und die Darmspiegelung die wichtigsten Schritte sind.

Diagnose Colitis ulcerosa – Was tun?

Da Darm, Immunsystem und Stoffwechsel durch die Autoimmunreaktion progressiv geschädigt werden, empfiehlt es sich, direkt im Anschluss mit der Colitis ulcerosa Therapie zu beginnen. Die Therapie zielt darauf ab, Entzündungen und Schmerzen zu lindern sowie die Lebensqualität der Betroffenen schnellstmöglich zu steigern.

Da die Schulmedizin jedoch keine längerfristige Remission oder gar Heilung vorsieht, empfiehlt sich eine Kombination aus schulmedizinischer Therapie, gesunder Ernährung (siehe Colitis ulcerosa Ernährung) und Naturheilkunde (u.a. Nährstofftherapie).

Die Alternativmedizin sieht ebenso vor, die Ursachen für die Erkrankung (s. Colitis ulcerosa Ursachen) zu erkennen und zu beseitigen. Ursachen, Auslöser und Risikofaktoren, die zur Krankheit geführt haben, können aktiv angegangen und beseitigt werden. In der Regel führt dies zu einer starken Besserung bei Betroffenen.

Zusammenfassung – Diagnose bei Colitis ulcerosa

Mittels Leitlinien und Leitsymptomen ist die Diagnose bei Colitis ulcerosa gut durchführbar. Sie sollte von einem funktionellen Mediziner oder einem Gastroenterologen durchgeführt werden und mit einer klaren Aussage enden.

Körperliche Untersuchung, Blutentnahme, Stuhlprobe und Darmspiegelung bilden das Fundament und den Ablauf der Diagnose bei Colitis ulcerosa.

Nach der Diagnose sollte die Therapie im Anschluss gestartet werden, um die Lebensqualität zu steigern. Parallel dazu empfiehlt es sich, eine gesunde und an Colitis ulcerosa angepasste Ernährung (s. Colitis ulcerosa Ernährung) durchzuführen, sowie um Methoden der Ursachenbekämpfung und Naturheilkunde zu ergänzen.

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Quellenverzeichnis
  1. https://www.dccv.de/
  2. Loftus, Edward V., JR (2004): Clinical epidemiology of inflammatory bowel disease: Incidence, prevalence, and environmental influences. In: Gastroenterology 126 (6), S. 1504–1517.
  3. Zittan, Eran; Kelly, Orlaith B.; Kirsch, Richard; Milgrom, Raquel; Burns, Jane; Nguyen, Geoffrey C. et al. (2016): Low Fecal Calprotectin Correlates with Histological Remission and Mucosal Healing in Ulcerative Colitis and Colonic Crohn’s Disease. In: Inflammatory bowel diseases 22 (3), S. 623–630. DOI: 10.1097/MIB.0000000000000652.

 

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