Hoffnung bei Rheumatoider Arthritis durch Cannabinoide und Pflanzenwirkstoffe

Bei Rheumatoider Arthritis (RA) stößt die Schulmedizin an ihre Grenzen. Die Ursachen für diese Autoimmunerkrankung liegen trotz intensiver Forschung nach wie vor im Dunkeln. Deshalb fehlt auch eine Therapie, die nicht nur an den Symptomen herumdoktert, sondern die Ursachen angreift. Konventionelle Therapie beruht in der Regel auf entzündungshemmenden, schmerzstillenden Mitteln. Sie können schwere Nebenwirkungen verursachen. Weitgehend unschädlich dagegen sind Cannabinoide (CBD) und Homöopathie. Sie können häufig die bestehenden Medikamente für Rheumatoide Arthritis ersetzen. Erfahren Sie mehr!

Hoffnung bei Rheumatoider Arthritis durch Cannabinoide und Pflanzenwirkstoffe

Zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2019 um 10:44

Was ist Rheumatoide Arthritis?

RA ist eine Autoimmunerkrankung. Sie führt zu chronischen Entzündungen in den Gelenken, die extrem schmerzen. Frauen leiden dreimal so häufig wie Männer an dieser Form der Arthritis. Bei RA wandern fehlgesteuerte Immunzellen in die Gelenke. Dort produzieren sie verstärkt Botenstoffe, die sogenannten Zytokine. Sie bewirken, dass sich Gelenke chronisch entzünden. Mit der Zeit zerstört der Prozess Bänder, Knorpel und Knochen im Gelenk. Es kommt zu der Bildung von Knoten und Verformungen, vor allem an Fingern und Zehen.

Rheumatoide Arthritis kann in jedem Alter auftreten, sogar schon bei Kindern. Manchmal heilt sie schnell ab. Oft kommt es jedoch zu heftigen Schüben. Die Diagnose von RA ist schwierig, weil die Krankheit sehr unterschiedlich verlaufen kann.

Forscher vermuten, dass verschiedene Faktoren für das Erkranken an RA verantwortlich sind, unter anderem:

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Autoimmunportal unterstützen, CBD
  • Erbliche Veranlagung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Infektionen
  • Übergewicht und Rauchen

Konventionelle Therapie

Die Schulmedizin behandelt RA vor allem mit Medikamenten. In erster Linie verschreiben RA-Patienten Ärzte entzündungshemmende Mittel, die oft gleichzeitig das Immunsystem unterdrücken. Immunsuppressiva haben ebenfalls das Ziel, das menschliche Immunsystem zu schwächen. Auch Schmerzmittel ohne entzündungshemmende Wirkung werden gerne verabreicht, da RA extreme Schmerzen verursacht. Physiotherapie, Bewegung und Ernährungsberatung sind weitere Säulen der konventionellen Behandlung von Rheumatoider Arthritis.

Nachteile konventioneller Therapie

Alle Medikamente können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Doch konventionelle Rheuma-Pillen bergen hohe Risiken für die Gesundheit. Allgemein bekannt ist die Gefährlichkeit von Kortison. Die Nebennierenrinde produziert dieses Steroidhormon auf natürliche Weise im Körper. Als Medikament hemmt Kortison Entzündungen wie kaum ein anderes Mittel. Die Verfasser einer 2013 veröffentlichten Studie[1] betonen jedoch, dass Ärzte vor allem die Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem häufig unterschätzen. Neben abnormen Verhaltensweisen kann Kortison auch Katatonie und Schlaflosigkeit auslösen sowie Bluthochdruck, Osteoporose, Glaukom, Katarakte und Stoffwechselstörung.

Immunsuppressiva haben ebenfalls zahlreiche, bedenkliche Nebenwirkungen. Zu diesen gehören Schäden an Nieren, Leber und Knochenmark[2] sowie ein erhöhtes Krebsrisiko[3]. Bedenklich sind sie vor allem, weil sie als Dauertherapie eingesetzt werden. Ihre Wirkung zeigt sich erst nach drei bis sechs Monaten. In dieser Zeit ist der menschliche Körper Krankheitserregern weitgehend schutzlos ausgeliefert. Das erhöht das Risiko beträchtlich, an Infektionen aller Art zu erkranken.

Selbst rezeptfreie Schmerzmittel können Ihre Gesundheit enorm gefährden. Ibuprofen und Diclofenac scheinen das Herz-Kreislauf-System ernsthaft anzugreifen. Dänische Wissenschaftler werteten die Daten von allen Dänen aus, die zwischen den Jahren 2001 und 2010 einen Infarkt oder Herzstillstand erlitten hatten. Das Resultat der Studie[4]: Diclofenac und Ibuprofen erhöhen das Risiko erheblich.

Paracetamol und Aspirin dagegen schädigen eher den Magen- und Darmtrakt. Eine Metastudie[5] in London kam zu dem Ergebnis, dass Paracetamol Blutungen im Darm sowie Nierenschäden verursachen kann. Dazu kommt ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Spanische Wissenschaftler[6] kamen 2011 zu dem Schluss, dass Aspirin die Schleimhaut im Darmtrakt schädigt.

Wirkung von Cannabinoiden

Die schmerzlindernde Wirkung von Cannabinoiden aus der Hanfpflanze kann bei Rheumatoider Arthritis helfen. Bisher fehlen gesicherte Erkenntnisse von wissenschaftlichen Studien, die sich mit modernen Hanf-Produkten befassen. Eine englische Studie aus dem Jahr 2005 untersuchte die Wirkung von Sativex, einem Cannabis-Medikament. Allerdings enthält Sativex neben dem harmlosen CBD auch das psychoaktive THC (Tetrahydrocannabinol). Das Resultat der Studie, die 58 Patienten fünf Wochen lang beobachtete: Bei den meisten Patienten verringerte das Medikament die Schmerzen und verbesserte die Symptome von RA.

Eine der bisher größten Umfragen über Cannabinoide führte die Brightfield Group gemeinsam mit der Online-Community HelloMD durch. Dieses Portal bringt Ärzte und Cannabis-Patienten in Kontakt, während die Brightfield Group Cannabis-Produkte herstellt. 2.400 Mitglieder der Community beantworteten den Fragebogen. Die Umfrage ergab, dass 55 Prozent der Befragten Frauen waren. 42 Prozent aller Befragten gab an, dass sie dank CBD Schmerzmittel wie Tylenol und Vicodin nicht mehr verwenden. 80 Prozent aller Teilnehmer stufte CBD als extrem effektiv oder sehr effektiv ein. Nur drei Prozent gaben an, dass CBD bei ihnen nicht wirkt. Wie zuverlässig diese Umfrage ist, bleibt dahingestellt. Das relativ klare Ergebnis liefert jedoch Stoff zum Nachdenken.

Cannabinoide werden allgemein gut vertragen. Zu den seltenen Nebenwirkungen gehören ein trockener Mund, Schläfrigkeit und niedriger Blutdruck. Selbst ein Expertenkommittee[7] der Weltgesundheitsorganisation berichtete 2017, dass die Verwendung von Cannabinoiden relativ sicher und kaum mit Nebenwirkungen verbunden ist.

Die Macht natürlicher Wirkstoffe

Nahrungsergänzungsmittel, Pflanzen und Pflanzenextrakte helfen Ihnen auf natürliche Weise, die Symptome von Rheumatoider Arthritis wirksam zu lindern. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Grund: Forscher entdecken ständig neue Stoffe in Pflanzen und deren Wirkungsweisen. Ein Beispiel sind die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die laufend neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern. Tausende verschiedener Substanzen verleihen Pflanzen unter anderem Farben, Aromen und Gerüche.

Wichtig: Bevor Sie Ihren Körper mit Nahrungsergänzungsmitteln und Pflanzen stärken, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

  • Magnesium: Dieser Mineralstoff ist an Hunderten von biochemischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt. Studien[8] haben festgestellt, dass Menschen mit Rheumatoider Arthritis häufig zu wenig Magnesium[9] im Körper haben. Sie können Magnesium oral einnehmen oder als Magnesiumöl über die Haut zuführen.
  • Vitamin D: Vier von fünf Deutschen versorgen ihren Körper nicht mit genügend Vitamin D. Dieses Vitamin wird beim Sonnenbaden durch UVB-Strahlen in der Haut gebildet. An Rheumatoider Arthritis Erkrankte haben in den allermeisten Fällen zu wenig Vitamin D[10] im Blut. Diesen Mangel zu beheben, verbessert in der Regel den Krankheitsverlauf. Eine Blutuntersuchung informiert Sie, ob Ihrem Körper tatsächlich Vitamin D fehlt. Der Zielwert beträgt 60 bis 80 ng/ml. Um den Mangel auszugleichen, können Sie folgende Faustregel anwenden: 1000 I.U. Vitamin D pro Tag gleicht das Fehlen von 10 ng/ml aus.
  • Folsäure: Das wasserlösliche B-Vitamin Folsäure spielt bei zahlreichen Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle, unter anderem bei der Zellteilung und der Bildung von Proteinen und Blutkörperchen. Menschen mit Rheumatoider Arthritis haben oft zu wenig Folsäure[11] im Blut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält die tägliche Einnahme von 400 µg täglich für unbedenklich.
  • Ingwer: Die entzündungshemmende Wirkung von Ingwer[12] wirkt sich auf lindernd auf die Symptome Rheumatoider Arthritis aus. Ähnlich wie Aspirin blockiert Ingwer[13] das Enzym Cyclooxygenase mit dem Resultat, dass der Körper weniger Prostaglandine freisetzen kann. Diese Hormone fördern Entzündungen und Schmerzen im Gewebe. Damit Zingiber officinale seine Wirkung optimal entfaltet, kochen Sie am besten Tee. Dafür schälen und schneiden Sie ein etwa zwei Zentimeter langes Stück frischen Ingwers in Scheiben. Köcheln Sie den Ingwer in einem Liter Wasser mindestens zwanzig Minuten lang.
  • Kurkuma: Das Gewürz Kurkuma bekämpft nach den Erkenntnissen einer Studie[14] von Rheumatoider Arthritis verursachte Schmerzen besser als Diclofenac. Darüber hinaus ist die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung[15] von Kurkuma bei Rheumatoider Arthritis gut dokumentiert. Sie können Kurkuma als Gewürz verwenden oder Kapseln einnehmen.
  • Koriander: Dieses Kraut und seine Samen schmecken nicht nur gut, sondern lindern auch von Rheumatoider Arthritis verursachte Schmerzen[16].
  • Schwarzkümmel: Die Samen von Schwarzkümmel[17] enthalten ebenfalls Wirkstoffe, die sich günstig bei Rheumatoider Arthritis auswirken.
  • Muskatnuss: Dieses Gewürz wirkt schmerzstillend, selbst bei chronischen Schmerzen, die Entzündungen verursachen.
  • Heilende Gewürzmischung: Sie können Koriander, Schwarzkümmel und Muskatnuss zu gleichen Teilen als exotische Gewürzmischung in zahlreichen Gerichten verwenden. Manche Ärzte empfehlen zweimal täglich eine Messerspitze dieser Gewürzmischung einzunehmen, um Beschwerden spürbar zu lindern. Da die Wirkstoffe flüchtig sind, empfiehlt es sich, die Gewürze als Samen beziehungsweise als Muskatnuss zu kaufen. Eine Kaffeemaschine ist ideal, um die Samen jeweils frisch vor dem Gebrauch zu Pulver zu zermahlen.
Quellenverzeichnis
  1. Ciriaco, M., Ventrice, P., Russo, G., Scicchitano, M., Mazzitello, G., Scicchitano, F., & Russo, E. (2013). Corticosteroid-related central nervous system side effects. Journal of pharmacology & pharmacotherapeutics, 4(Suppl 1), S94-8.
  2. Boitard C, Bach JF. Long-term complications of conventional immunosuppressive treatment. Adv Nephrol Necker Hosp. 1989;18:335-54. Review. PubMed PMID: 2493723.
  3. Gallagher, M. P., Kelly, P. J., Jardine, M., Perkovic, V., Cass, A., Craig, J. C., Eris, J., … Webster, A. C. (2010). Long-term cancer risk of immunosuppressive regimens after kidney transplantation. Journal of the American Society of Nephrology : JASN, 21(5), 852-8.
  4. Sondergaard K, Weeke P, Wissenberg M, et al. Non-steroidal anti-inflammatory drug use is associated with increased risk of out-of-hospital cardiac arrest: a nationwide case-time-control study. Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2017;356:100-7. Published by the BMJ Publishing Group Limited
  5. Bally Michèle, Dendukuri Nandini, Rich Benjamin, Nadeau Lyne, Helin-Salmivaara Arja, GarbeEdeltraut et al. Risk of acute myocardial infarction with NSAIDs in real world use: bayesian meta-analysis of individual patient data BMJ 2017; 357 :j1909
  6. Sostres C, Lanas A. Gastrointestinal effects of aspirin. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2011 Jun 7;8(7):385-94. doi: 10.1038/nrgastro.2011.97. Review. PubMed PMID: 21647198.
  7. http://www.who.int/medicines/access/controlled-substances/5.2_CBD.pdf
  8. Kremer, J. M.; Bigaouette, J. (1996): Nutrient intake of patients with rheumatoid arthritis is deficient in pyridoxine, zinc, copper, and magnesium. In: The Journal of rheumatology 23 (6), S. 990–994.
  9. Afridi, Hassan Imran; Kazi, Tasneem Gul; Kazi, Naveed; Shah, Abdul Qadir; Khan, Sumaira; Kolachi, Nida Fatima et al. (2012): Evaluation of calcium, magnesium, potassium, and sodium in biological samples (scalp hair, serum, blood, and urine) of Pakistani referents and arthritis patients of different age groups. In: Clinical laboratory 58 (1-2), S. 7–18.
  10. Hajjaj-Hassouni, Najia; Mawani, Nada; Allali, Fadoua; Rkain, Hanan; Hassouni, Kenza; Hmamouchi, Ihsane; Dougados, Maxime (2017): Evaluation of Vitamin D Status in Rheumatoid Arthritis and Its Association with Disease Activity across 15 Countries: „The COMORA Study“. In: International journal of rheumatology 2017, S. 5491676. DOI: 10.1155/2017/5491676.
  11. Alter, H. J. Zvaifler, N. J., Rath, C. E. (1971). Interrelationship of Rheumatoid Arthritis, Folic Acid, and Aspirin. Blood, 38(4), 405-416. Accessed November 21, 2018. Retrieved from http://www.bloodjournal.org/content/38/4/405.
  12. Al-Nahain, A., Jahan, R., & Rahmatullah, M. (2014). Zingiber officinale: A Potential Plant against Rheumatoid Arthritis. Arthritis, 2014, 159089.
  13. Black CD, Herring MP, Hurley DJ, O’Connor PJ. Ginger (Zingiber officinale) reduces muscle pain caused by eccentric exercise. J Pain. 2010 Sep;11(9):894-903. doi: 10.1016/j.jpain.2009.12.013. Epub 2010 Apr 24. PubMed PMID: 20418184.
  14. Chandran B, Goel A. A randomized, pilot study to assess the efficacy and safety of curcumin in patients with active rheumatoid arthritis. Phytother Res. 2012 Nov;26(11):1719-25. doi: 10.1002/ptr.4639. Epub 2012 Mar 9. PubMed PMID: 22407780.
  15. Taty Anna K, Elvy Suhana MR, Das S, Faizah O, Hamzaini AH. Anti-inflammatory effect of Curcuma longa (turmeric) on collagen-induced arthritis: an anatomico-radiological study. Clin Ter. 2011;162(3):201-7. PubMed PMID: 21717043.
  16. Nair, V., Singh, S., & Gupta, Y. K. (2012). Evaluation of disease modifying activity of Coriandrum sativum in experimental models. The Indian journal of medical research, 135(2), 240-5.
  17. Hadi, V., Kheirouri, S., Alizadeh, M., Khabbazi, A., & Hosseini, H. (2016). Effects of Nigella sativa oil extract on inflammatory cytokine response and oxidative stress status in patients with rheumatoid arthritis: a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Avicenna journal of phytomedicine, 6(1), 34-43.

 

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Kornelia ist ausgebildete Redakteurin, Buchautorin und freie Texterin. Ihre Erfahrung mit Ess-Störungen hat sie in drei Kochbüchern beschrieben, die alle den Gourmand World Cookbook Awards von Edouard Cointreau gewonnen haben. Ihr Buch Cooking for Happiness hat sogar den Titel ‘Best in the World’ in der Kategorie Innovativ erhalten. Neben Ernährung faszinieren sie vor allem Themen im Bereich Gesundheit. Ihr umfangreiches Wissen in diesen Gebieten stellt sie leicht verständlich dar. Besonders liegt ihr eine ganzheitliche Sicht der menschlichen Existenz im Allgemeinen und Körperfunktionen im Besonderen am Herzen.

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