Kann man Autoimmunkrankheiten mit Fischen „davonschwimmen“? (Omega-6/3)

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Zuletzt aktualisiert am 6. November 2018 um 15:02

Seit zwei bis drei Generationen beobachten Ärzte ein merkwürdiges und unerklärliches Phänomen. Erkrankungen wie Rheuma, Asthma, Neurodermitis, Colitis (Darmentzündung), Hashimoto (Schilddrüsenentzündung) und viele weitere explodieren geradezu. Bei all diesen Erkrankungen liegt dieselbe Ursache zugrunde: Unser Immunsystem reagiert – zumindest teilweise – über und greift nicht nur feindliche Bakterien, Viren oder Pilze, sondern auch Strukturen unseres eigenen Körpers an – eben Gelenke, die Haut oder andere Organe. Und mit großer Sicherheit hängt dies auch mit der Ernährung im Allgemeinen und mit Omega-3 im Besonderen zusammen.

Autor: Dr. Volker Schmiedel

Nahrung unserer Vorfahren und Omega-6/3

Anthropologen haben herausgefunden, dass die Nahrung unserer steinzeitlichen Vorfahren einen Omega-6/3-Quotienten von etwa 1:1 aufwies. Sie haben viel Gräser, Kräuter und Früchte gegessen. Natürlich waren sie auch Fleischesser. Die Mammutherden zogen aber nur zweimal im Jahr vorbei. Und das Fleisch enthielt mehr Omega-3-Fettsäuren als das der heutigen Masttiere, da die Mammuts ja auch viel omega-3-haltige Nahrung verzehrten.

Außerdem aßen unsere Vorfahren viele Fische. Vor kurzem hat ein Wissenschaftler gefordert, man solle nicht mehr vom „Jäger und Sammler“, sondern eher vom „Fischer und Sammler“ sprechen. Das Omega-6/3-Verhältnis von 1:1 war eine hervorragende Voraussetzung dafür, die vorzeitlichen Gehirne mit Omega-3 auszustatten und dieser Umstand hat damit wohl maßgeblich zur Entwicklung des Homo sapiens, des „weisen“ Menschen, beigetragen.

Welcher Omega-6/3-Quotient ist ideal?

In der Primärprävention, wenn also noch nicht aufgetretene Erkrankungen vermieden werden sollen, was ja auch wünschenswert ist, benötigen wir einen Quotienten von unter 5, besser sogar unter 3. In der Sekundärprävention ist es schon zu einer Krankheit gekommen und wir möchten diese heilen, lindern oder Komplikationen durch die Krankheit vermeiden. Dann sollte der Quotient auf jeden Fall unter 2,5 sein. Hier können wir erst davon ausgehen, dass wirklich Entzündungen vermindert werden und Erkrankungen wie Rheuma vermieden oder verbessert werden können.

Es gibt inzwischen Studien, die belegen, dass:

  • Eine gute Versorgung mit Omega-3 rheumatischen Erkrankungen vorbeugt. Ein bis drei Portionen Fisch pro Woche vermindern das Risiko um 20 bis 24 %, Rheuma zu bekommen (1).
  • Eine hohe Zufuhr von Omega-3 die Symptomatik bessert. Werden mehr als 3 g Omega-3 über mehr als 3 Monate eingenommen, so vermindern sich Gelenkschwellungen, Morgensteifigkeit und Funktionsstörungen der Gelenke (2).
  • Und Omega-3 konventionelle Medikamente einsparen und damit deren Nebenwirkungen mindern hilft (3).

Bei Autoimmunkrankheiten und Omega-3 darf aber nicht gekleckert, sondern es muss geklotzt werden. Omega-3 wirkt bei Rheuma eben nicht nach wenigen Tagen, sondern die Patienten müssen schon mehrere Monate bei der Stange bleiben. Und „Mini-Dosen“ von ein bis drei Kapseln können wir auch vergessen. 2 g oder mehr – das ist schon ein großer buchstäblicher Schluck aus der Omega-Pulle. Dies entspricht 15 üblichen Fischölkapseln mit 500 mg Fischöl oder einem Esslöffel natürliches Fischöl.

Ein Fallbericht zu Rheuma

Eine 23jährige Rheumatikerin suchte eine ganzheitliche Ambulanz auf. Sie hatte starke Morgensteifigkeit und Schmerzen in Finger- und Handgelenken. Obwohl sie eine hohe Kortisondosis von immerhin 40 mg Prednisolon einnahm, lag ihre BSG bei 40/80. Dieser Entzündungsmarker liegt bei Gesunden unter 10/20 – sie war also in einem richtigen Rheumaschub.

Der Rheumatologe wollte ihr daraufhin wöchentliche Rheumaspritzen geben. Als junge Frau wollte sie sich aber nicht bis zum Lebensende Rheumaspritzen aussetzen und suchte nach einer Alternative. Mit einer Blutuntersuchung fand man heraus, dass sie einen gravierenden Vitamin D-Mangel aufwies. Eine gute Vitamin D-Versorgung ist auch gut gegen chronische Entzündungen.

Ihr Omega-6/3-Quotient lag bei katastrophalen 71, weil sie seit der Kindheit praktisch keinen Fisch gegessen hatte. Sie wurde mit einer hohen Dosis Vitamin D behandelt. Der Arzt schlug ihr wegen ihrer außergewöhnlich schlechten Omega-Werte die Einnahme von 2 Esslöffeln Fisch vor. Obwohl sie keinen Fisch mochte, konnte sie das Fischöl (Norsan total*) geschmacklich gut tolerieren.

Nach 3 Monaten lag der Quotient bei 4,8. Die Blutsenkung hatte sich auf 10/20 normalisiert, obwohl sie selbst stufenweise ihr Kortison von 40 auf nur noch 2,5 mg pro Tag reduziert hatte. Sie hatte nur noch einmal in der Woche etwas Morgensteifigkeit und fühlte sich ansonsten beschwerdefrei.

Nach weiteren 3 Monaten war die Blutsenkung mit 6/14 noch besser geworden und sie hatte überhaupt keine Beschwerden mehr, obwohl sie nur noch einen Esslöffel Fischöl verzehrte und das Kortison ganz abgesetzt hatte. Gleichzeitig nahm sie wenig bis kein Fleisch, Wurst oder Käse ein. Wenn sie dieses Vorgehen so weiter beibehält, besteht eine große Chance, dass das Rheuma auch nicht wiederkommt. Ihr Rheumatologe hielt das aber alles für Blödsinn (seine eigenen Worte) und empfahl ihr trotz des guten Ansprechens auf die Ernährungsänderung weiterhin die Rheumaspritze.

Wenn die junge Frau kein Rheuma bekommen hätte, dann hätte sie über kurz oder lang wahrscheinlich eine andere Entzündung entwickelt. Wenn der Patient bei solch schlechten Werten etwas ändert – das aber sehr konsequent -, dann können auch solche Heilerfolge erzielt werden. Leider können sich immer noch nicht viele Rheumatologen vorstellen, dass man mit Ernährung und Nährstoffen sehr viel erreichen kann. Die vorliegenden Studien wollen viele erst gar nicht zur Kenntnis nehmen.

Multiple Sklerose

Schon in den 80er Jahren konnte nachgewiesen werden, dass MS-Patienten höhere Spiegel an gesättigten Fettsäuren und geringere Spiegel an Omega-3-Fettsäuren als Gesunde aufwiesen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Fettzusammensetzung an der Entstehung dieser entzündlichen neurologischen Erkrankung beteiligt ist (4).

Bei mehreren Tausend MS-Patienten wurde der Konsum von Fisch und Omega-3- Supplementen erfragt. Je höher die Omega-3-Zufuhr war, umso weniger Schübe traten auf, umso geringer war die Entzündungsaktivität und umso weniger waren die Patienten behindert. Das einzige, was höher lag, war die Lebensqualität (4). Wenn eine MS neu diagnostiziert wurde und die Patienten fangen gleich an, Omega-3 zu nehmen, so haben sie in den nächsten 2 Jahren weniger Schübe und weisen nach 2 Jahren auch einen geringeren Grad an Behinderung auf als eine Kontrollgruppe (5).

Während der normale Verlauf der MS ja stets abwärts zeigt, konnte unter Omega-3 und anderen Lebensstiländerungen eine Verbesserung von körperlicher und mentaler Gesundheit sowie der Lebensqualität bei MS-Patienten gezeigt werden, die nicht nur dauerhaft anhielt, sondern nach 5 Jahren konsequenter Therapie deutlich ausgeprägter als nach einem Jahr war (6).

Es gibt viele MS-Patienten, die ihre Erkrankung mit Omega-3 und anderen Nährstoffen (z.B. Selen, Vitamin D, B-Vitamine, Q10) seit Jahren völlig zum Stillstand gebracht haben. Es ist völlig unverständlich, warum in der Neurologie dieser im Vergleich zu den Interferonen und andern MS-Präparaten preiswerte und nebenwirkungsarme Therapieansatz praktisch keine Beachtung findet.

Colitis / Morbus Crohn

Wie jede Entzündungskrankheit müssten auch die entzündlichen Darmerkrankungen günstig auf Omega-3 reagieren. In einer riesengroßen Studie schätzte man die Omega-3-Zufuhr bei mehr als 25.000 Personen anhand eines Ernährungsfragebogens ab. Innerhalb eines Zeitraumes von 4 Jahren registrierten die Forscher jede neu aufgetretene Colitis ulcerosa und errechneten das statistische Risiko in Abhängigkeit von der Omega-3-Zufuhr.

Das Drittel der Menschen mit einer guten Zufuhr hatte demnach nur etwa ein halb so großes Risiko an dieser belastenden Darmentzündung zu erkranken (8). Im Anfall geht diese mit zahlreichen, teilweise auch blutigen Durchfällen einher. Das langfristige Dickdarmkrebsrisiko ist enorm erhöht, weshalb regelmäßige Koloskopien erforderlich sind. Die Hälfte dieser schlimmen Krankheiten zu vermeiden, wäre bereits ein großer Gewinn.

Hilft Omega-3, wenn eine Darmentzündung bereits eingetreten ist?

Um dies zu erforschen, hat man Kindern mit Morbus Crohn Omega-3 gegeben (9). Nun zählte man einfach die Morbus Crohn-Schübe, die innerhalb eines Jahres zu einem Krankenhausaufenthalt führten. Ein Morbus Crohn-Schub bedeutet für ein Kind, zehnmal und mehr täglich auf das WC zu müssen, nicht zur Schule gehen, nicht mit den Kameraden spielen zu können und ggf. sogar mit Infusionen künstlich ernährt werden zu müssen. Eine unglaubliche Einschränkung der Lebensqualität!

Alle Kinder standen unter üblicher schulmedizinischer Therapie. Trotzdem hatten fast alle Kinder in der Placebo-Gruppe (95 %) einen Schub. In der Omega-3-Gruppe waren es hingegen „nur“ 61 %. Das war immer noch sehr viel. Aber mehr als einem Drittel der Kinder einen unglaublich belastenden Schub ersparen zu können, das ist doch für diese ein Segen, der ihnen nicht vorenthalten werden darf. Leider sind diese Erkenntnisse bei Gastroenterologen kaum bekannt und werden entsprechend selten umgesetzt.

Kasuistik zu Colitis / Morbus Crohn

Vor 15 Jahren kam eine junge Frau, bei der wegen heftiger Durchfälle eine Koloskopie durchgeführt und eine Coolitis ulcerosa festgestellt worden war, in eine Klinik für Ganzheitsmedizin. Da sie Privatpatientin war, hatte der Professor sie persönlich untersucht. Die Darmschleimhaut sah im Endoskop wie bei einer Colitis aus und die Histologie (mikroskopische Gewebeuntersuchung) bestätigte diese eindeutig. Die schulmedizinische Therapie mit Cortison und weiteren Medikamente lehnte die naturheilkundlich orientierte Patientin aber ab.

In der Reha-Klinik wurde naturheilkundlich behandelt. Neben Ernährungstherapie, Entspannungsverfahren, Bewegungstherapie, Massagen, Mikrobiologie etc. erhielt sie auch eine orthomolekulare Therapie mit Vitamin D, Selen und natürlich Omega-3. Hierunter besserten sich die Durchfälle kontinuierlich.

Nach einem Jahr bestand der Professor auf eine Nachuntersuchung, obwohl sie völlig beschwerdefrei geworden war. Er konnte in der Koloskopie nicht den geringsten Hinweis auf eine Entzündung finden – und dass obwohl sie die schulmedizinische Therapie ja abgelehnt hatte. Ja, er ging sogar so weit zu behaupten, dass er sich in der Diagnose geirrt haben müsse, sie habe niemals eine Colitis gehabt.

Das muss man sich mal vorstellen: Eher gesteht ein Professor ein, sich trotz eindeutiger klinischer, koloskopischer und histologischer Befunde bei der Diagnose geirrt zu haben, als dass er sein dogmatisches Weltbild in Frage stellt und anerkennt, dass „ein paar Nahrungsergänzungen“ in der Lage sind, eine so schwere und in der Regel chronische Erkrankung innerhalb eines Jahres komplett zu heilen. Die Patientin hat nie wieder eine Darmentzündung bekommen.

Zu diesem Fall sind noch zwei Anmerkungen zu machen: Zum einen sehen wir, dass Omega- 3 kein alleiniges Wundermittel ist, sondern noch besser wirkt, wenn es mit anderen sinnvollen Therapien kombiniert und damit die therapeutische Wirkung potenziert wird. Keine einseitige Monotherapie, sondern eine komplexe Ganzheitstherapie ist bei schweren, chronischen Erkrankungen also gefragt. Omega-3 ist dabei immer ein Puzzlestein im Mosaik einer solchen multimodalen Behandlung.

Neurodermitis

Kann man mit dem Öl der schuppigen Meeresbewohner vielleicht der trockenen, im Extremfall auch einmal nässenden und fast immer schuppenden Hautkrankheit begegnen?

Die so genannte Western diet (moderne Zivilisationskost westlicher Industrieländer) stellt nach Ansicht vieler Ernährungswissenschaftler aufgrund ihres im Vergleich zu früher massiv verringerten Gehaltes an Omega-3- bei gleichzeitiger Vermehrung von Omega-6-Fettsäuren einen Risikofaktor für atopische Dermatitis dar.

Gibt es dafür wissenschaftliche Belege?

In einem Versuch an Hunden mit Neurodermitis kam es unter einer omega-3-reichen Diät zu einer deutlichen Verringerung der ekzematischen Erscheinungen. Nach Umstellung auf eine omega-3-arme Ernährung nahmen die entzündlichen Hauterscheinungen wieder zu (10). Aber auch bei Menschen mit Neurodermitis funktioniert es gut. Nach 8 Wochen unter Omega-3 kam es bei mehr als 80 % der Patienten zu einer mehr als 50 %igen Verringerung eines Neurodermitis-Scores, wobei anzumerken ist, dass es sich ausschließlich um Patienten mit einer mindestens mäßigen oder sogar schweren Neurodermitis handelte (11).

Psoriasis (Schuppenflechte)

In einer Studie wurden Psoriasispatienten mit einer stark wirksamen topischen Salbe behandelt (ein Vitamin D-Abkömmling). Eine Gruppe erhielt zusätzlich noch Omega-3. Trotzdem beide Gruppen eine effiziente Therapie erhielten, die in beiden Gruppen auch zu deutlichen Besserungen der Hautbeschaffenheit und der Lebensqualität führten, war die Omega-3-Gruppe noch einmal deutlich überlegen, was Hautrötung, Juckreiz, einen Psoriasis- Schwere-Score, einen Nagelbefall-Score und die Lebensqualität anging (12). Manchmal ist aber ein eindrucksvoller Einzelfall überzeugender als eine große, sauber durchgeführte Studie:

Kasuistik zu Schuppenflechte

„Hallo. Mein Name ist Markus, bin 38 Jahre und ich wohne auf der schwäbischen Alb.

Meine Krankheit ist Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt. Die habe ich schon seit meiner Kindheit. Doch erst richtig ausgebrochen ist sie als ich 15 Jahr jung war. Und wurde immer schlimmer. Zu den damaligen Behandlungsmethoden gab es leider nur Cortison. Das war auch am Anfang gut, doch beim Absetzen des Medikamentes kam die Psoriasis immer schlimmer.

Ein kurzer Aufenthalt in einer speziellen Hautklinik in Tübingen brachte auch keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Ebenso eine Genforschung in Kiel nicht. Auch diverse Diäten halfen nicht. Dann lernte ich meine damalige Freundin kennen und fand mich einfach damit ab, diese Krankheit zu haben. Als dann jedoch das Ende der Beziehung kam, machte ich mir langsam Gedanken, mein Verhalten und meine Ernährung zu überdenken. So sammelte ich über 5 Jahre Wissen an.
Vegan, Vegetarisch, Rohkost, Mischkost… Und um ehrlich zu sein half mir die Mischkost ein wenig. Wenig Fleisch, aber nicht ganz ohne und ansonsten viel Obst und Gemüse. Doch es musste einfach mehr geben. Das musste noch besser werden. Die Blicke der Leute störten einen sehr. Und auch Schwimmen gehen war eine Tortur. Also forschte ich noch weiter.
Da entdeckte ich, dass Omega-3-Fettsäuren sehr gut helfen sollen. Viel Fisch essen hieß es. Doch so viel Fisch konnte ich ja unmöglich essen, um an hohe Dosen der Omega-3-Fette zu kommen. Und so kam ich dann zu San Omega (inzwischen heißt das Öl Norsan total*, Anmerkung des Autors) über das Internet.

Ich entschied mich für dieses Fisch-Öl weil es aus Wildfang kommt und von guter Qualität ist. Also kurzerhand bestellt und probiert.

Wie empfohlen tat ich einen Esslöffel des Öls in mein Müsli. Nach etwa vier Wochen wurde meine Haut schon besser. Und nach circa knapp einem Jahr bin ich nahezu beschwerdefrei.

Ich benötige keine aggressiven Medikamente mehr. Natürlich ist das auch sofort meinem Umfeld aufgefallen und jeder hat gefragt, wie ich das denn gemacht habe. Das bestätigt einen und tut einem gut. Seitdem empfehle ich dieses Öl gerne weiter und kann jedem nur empfehlen sich gesund zu ernähren und auch das San Omega-3-Öl (jetzt NorSan total Öl*) zu nutzen. Ich persönlich habe dadurch ein ganz neues Lebensgefühl gewonnen und kann wieder mit einem Lächeln durch den Tag gehen.“

Zusammenfassung

In einem ganzheitlichen Behandlungskonzept von Autoimmunkrankheiten – egal um welche es sich handelt, von Asthma bis Zöliakie – darf Omega-3 nicht fehlen. Folgende Punkte sind entscheidend:

  • Zahlreiche epidemiologische Studien haben ergeben, dass eine niedrige Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren die Entstehung von Autoimmunkrankheiten begünstigt.
  • Es gibt bisher noch nicht so viele interventionelle Studien, die mit Omega-3 Autoimmunkrankheiten positiv beeinflussen wollen, aber die bereits vorhandenen legen nahe, dass Omega-3-Fettsäuren Entzündungen herunterregulieren können.
  • Um dies zu erreichen, wird aber eine Dosis von mindestens 2 g EPA/DHA, also die maritimen Fettsäuren, benötigt. Diese sind in 15 konventionellen Fischölkapseln oder 7 großen (1 g Fischöl) Kapseln oder 5 aufkonzentrierten (deutlich höherer Omega-3- Gehalt, aber kein natürliches Fischöl mehr) Kapseln oder 1 EL Fischöl oder 1 TL Algenöl enthalten.
  • Bei einem schlechten AA/EPA-Quotienten (s.u.) können auch einmal 3 oder 4 erforderlich sein (s.o., Rheuma-Kasuistik).
  • Die Omega-3-Fettsäure ALA aus Leinöl hat leider nicht diese anti-entzündlichen Effekte, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Leinöl sollte zusätzlich, aber nicht anstelle von maritimen Omega-3-Fettsäuren eingenommen werden.
  • Krillöl ist genauso gut wie Fischöl, aber in der Bioverfügbarkeit auch nicht besser, obwohl auch dies immer wieder behauptet wird – allerdings ist es etwa zehnmal so teuer wie ein gutes Fischöl.
  • Neben der Quantität von Fischöl (viel hilft viel!) ist aber auch die Qualität entscheidend. Leider sind viele Fischölpräparate ranzig und daher verdorben. Der Konsument kann dies selbst erkennen, wenn er auf eine Kapsel beißt: Schmeckt diese sehr fischig, gehören die Kapseln in den Müll und nicht in den Körper.
  • Eine subtile Omega-3-Therapie bedient sich einer Fettsäureanalyse. Dabei werden die wichtigsten Fettsäuren gemessen. Besonders wichtig bei Autoimmunkrankheiten ist der AA/EPA-Quotient, also das Verhältnis der entzündungsfördernden Arachidonsäure aus tierischen Fetten wie Wurst, Fleisch, Käse zur entzündungshemmenden Eicosapentaensäure aus Fisch- oder Algenöl. Bei Autoimmunkrankheiten trägt ein Quotient von 2,5 oder weniger zur Entzündungshemmung bei. Der „Normalwert“ in der Bevölkerung liegt bei 10. Viele

Patienten mit Autoimmunkrankheiten weisen Werte von über 15 oder über 20 auf. (Unvollständige) Aufzählung der Labore, die diese Messungen durchführen: www.norsan.de*, www.biovis.de, www.ganzimmun.de. Einige Labore führen auch Kapillartests durch, die der Patient selbst anfordern und durchführen kann. Die Kosten liegen bei knapp 100 Euro.

  • Fette Seefische (z.B. Hering, Lachs, Makrele, Thunfisch) tragen zur Omega-3- Fettsäureversorgung bei. Aus ethischen, ökologischen und toxikologischen (Schadstoffbelastungen!) erscheint aber eine Zufuhr von mehr als ein- bis zweimal Fisch pro Woche nicht mehr empfehlenswert zu sein. Es muss daher mit einem schadstofffreiem Fisch- oder Algenöl ergänzt werden. Im Zweifel sollte man die Schadstoffanalyse des Herstellers anfordern. Ein Hersteller, der nichts zu verbergen hat, wird diese zur Verfügung stellen.

Autoimmunkrankheiten stellen also ein komplexes Entzündungsgeschehen dar. Diesem kann kaum monoman, also mit einem einzigen Heilmittel, begegnet werden. Nach der vorliegenden wissenschaftlichen Studienlage und der Erfahrung zahlreicher Therapeuten wird es aber kaum möglich sein, Autoimmunkrankheiten ohne eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren natürlich herunter zu modulieren. Seefische, besonders die fetten, tragen dazu bei, Autoimmunkrankheiten „davon zu schwimmen“. Wegen der Belastung mit Schwermetallen, die wiederum Entzündungsprozesse fördern, sollte aber neben Fischen vor allem auf schadstofffreies Fisch- oder Algenöl zurückgegriffen werden.

Weitere Beiträge von Dr. Schmiedel
 www.dr-schmiedel.de

 

Omega-3-Rechner, mit dem man selbst seinen AA/EPA-Quotienten annähernd berechnen kann:
https://www.dr-schmiedel.de/omega-63-selbsttest/

 

Bücher von Dr. Schmiedel

Schmiedel V: Omega-3 – Öl des Lebens, Fona-Verlag, Lenzburg, 2018

Schmiedel V: Nährstofftherapie – Vitamine, Mineralstoffe & Co., Thieme-Verlag, Stuttgart, 2019 (erscheint erst Anfang 2019!)

Literaturliste
  1. Di Giuseppe D, Crippa A, Orsini N, Wolk A: Fish consumption and risk of rheumatoid arthritis: a dose- response meta-analysis. Arthritis Res Ther. 2014 Sep 30;16(5):446. doi: 10.1186/s13075-014-0446-8.
  2. Lee YH, Bae SC, Song GG: Omega-3 polyunsaturated fatty acids and the treatment of rheumatoid arthritis: a meta-analysis. Arch Med Res. 2012 Jul;43(5):356-62. doi: 10.1016/j.arcmed.2012.06.011. Epub 2012 Jul 24.
  3. Galarraga B, Ho M, Youssef HM, Hill A, McMahon H, Hall C, Ogston S, Nuki G, Belch JJ: Cod liver oil (n-3 fatty acids) as an non-steroidal anti-inflammatory drug sparing agent in rheumatoid arthritis. Rheumatology (Oxford). 2008 May;47(5):665-9. doi: 10.1093/rheumatology/ken024. Epub 2008 Mar 24.
  4. Holman RT, Johnson SB, Kokmen E: Deficiencies of polyunsaturated fatty acids and replacement by nonessential fatty acids in plasma lipids in multiple sclerosis. Proc Natl Acad Sci U S A. 1989 Jun;86(12):4720-4.
  5. Jelinek GA, Hadgkiss EJ, Weiland TJ, Pereira NG, Marck CH, van der Meer DM: Association of fish consumption and Ω 3 supplementation with quality of life, disability and disease activity in an international cohort of people with multiple sclerosis. Int J Neurosci. 2013 Nov;123(11):792-800. doi: 10.3109/00207454.2013.803104. Epub 2013 Jun 3.
  6. Nordvik I, Myhr KM, Nyland H, Bjerve KS: Effect of dietary advice and n-3 supplementation in newly diagnosed MS patients. Acta Neurol Scand. 2000 Sep;102(3):143-9.
  7. Hadgkiss, Emily J.; Jelinek, George A.; Weiland, Tracey J.; Rumbold, Greg; Mackinlay, Claire A.; Gutbrod, Siegfried; Gawler, Ian (2012): Health-related quality of life outcomes at 1 and 5 years after a residential retreat promoting lifestyle modification for people with multiple sclerosis. In: Neurol Sci. DOI: 10.1007/s10072-012-09824.
  8. John S, Luben R, Shrestha SS, Welch A, Khaw KT, Hart AR: Dietary n-3 polyunsaturated fatty acids and the aetiology of ulcerative colitis: a UK prospective cohort study. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2010 May;22(5):602-6. doi: 10.1097/MEG.0b013e3283352d05.
  9. Romano C, Cucchiara S, Barabino A, Annese V, Sferlazzas C: Usefulness of omega-3 fatty acid supplementation in addition to mesalazine in maintaining remission in pediatric Crohn’s disease: a double- blind, randomized, placebo-controlled study. World J Gastroenterol. 2005 Dec 7;11(45):7118-21.
  10. Scott DW, Miller WH Jr, Reinhart GA, Mohammed HO, Bagladi MS: Effect of an omega-3/omega-6 fatty acid-containing commercial lamb and rice diet on pruritus in atopic dogs: results of a single-blinded study. Can J Vet Res. 1997 Apr;61(2):145–153
  11. Eriksen BB, Kåre DL: Open trial of supplements of omega 3 and 6 fatty acids, vitamins and minerals in atopic dermatitis. J Dermatolog Treat. 2006; 17(2): 82–85
  12. Balbás GM, Regaña MS, Millet PU: Study on the use of omega-3 fatty acids as a therapeutic supplement in treatment of psoriasis. Clin Cosmet Investig Dermatol. 2011;4:73-7. doi: 10.2147/CCID.S17220. Epub 2011 Jun 20.

 

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