Es ist ein seltsames Phänomen, an dem mittlerweile schätzungsweise 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden: Autoimmunerkrankungen. Aber was ist eine Autoimmunerkrankung? Warum sind mittlerweile so viele Menschen davon betroffen? Und was passiert genau bei einer Autoimmunerkrankung im Körper? Erfahren Sie dazu hier mehr.

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Ich werde Ihnen nun definieren, was eine Autoimmunerkrankung ist und was dabei im Körper passiert. Dabei werden ein paar Fachbegriffe fallen. Diese werde ich im Laufe der nächsten Zeilen dann ausführlicher erklären:

Eine Autoimmunerkrankung ist eine chronische Fehlregulation des Immunsystems. Immunzellen greifen dabei fälschlicherweise körpereigene, gesunde Zellen an; das betroffene Gewebe wird dabei massiv beschädigt und teilweise sogar ganz zerstört.

Das ist eine Autoimmunerkrankung. Nun werde ich ein wenig zurückrudern und Ihnen den ganzen Prozess etwas anschaulicher erklären:

 

Was macht das Immunsystem?

Das Immunsystem ist Ihr körpereigenes Einsatzkommando gegen Feinde. In der Natur herrscht ein ständiger Kampf – fressen und gefressen werden. Dabei können Sie im übertragenen Sinne nicht nur vom Säbelzahntiger gefressen werden, sondern auch von kleinen Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Schimmelpilze), Giftstoffen und Parasiten (z.B. Bandwürmer).

Sobald also ein Feind oder Fremdpartikel in Ihren Körper eindringt oder einzudringen droht, wird das Immunsystem alarmiert. Im Laufe eines Immunprozesses wird der Feind ausgemacht, bekämpft, vernichtet und sogenannte Gedächtniszellen merken sich die Signatur des Feindes, um für eine zukünftige Invasion noch besser vorbereitet zu sein.

Verschiedene Immunzellen haben dabei verschiedene Aufgaben, damit dieser Prozess perfekt abläuft:

 

Welche Zellen gibt es im Immunsystem? Ein Überblick

Alle Immunzellen werden unter den weißen Blutkörperchen zusammengefasst. Sie haben sicher schon davon gehört, dass es im Blut verschiedenste Blutzellen gibt: Das sind vereinfacht gesagt die roten Blutkörperchen (Erythrozyten, für Sauerstofftransport), die Blutplättchen (Thrombozyten, für Blutgerinnung bei einer Verletzung), und die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten (Immunabwehr).

Weiße Blutkörperchen lassen sich auch rein optisch klar von den anderen Blutzellen unterscheiden:

Abbildung. Blutzellen im Vergleich (Rasterelektronenmikrokop): Rotes Blutkörperchen (links), Blutplättchen (mittig) und weißes Blutkörperchen (rechts).

Leukozyten gibt es viele verschiedene Arten, alle haben einzigartige Aufgaben. Wichtig für Sie ist, dass Leukozyten die Immunabwehr regeln. Wenn Sie das gerne etwas detaillierter wissen möchten, folgt jetzt eine Erklärung: (wenn Sie das nicht im Detail wissen möchten, dann springen Sie direkt auf das nächste Kapitel)

Es gibt das angeborene Immunsystem und das erworbene Immunsystem:

Das angeborene Immunsystem ist immer da, von Geburt an, und nicht sehr wandelbar. Das sind Ihre Berserker-Zellen. Die Fresszellen. Sie haben vielleicht schon von Makrophagen, Monozyten, Dendritenzellen und Granulozyten gehört. Sie alle erkennen Fremdstoffe oder Eindringlinge, beschießen sie mit giftigen Chemikalien und fressen sie.

Das erworbene Immunsystem ist wandelbar, nicht ganz so schnell wie das angeborene Immunsystem, aber unglaublich wichtig für das Überleben der Menschheit. Denn Mikroorganismen (Viren und Bakterien im Besonderen) sind ständig im Wandel und versuchen ständig neue Mechanismen zu entwickeln, um unseren Körper zu infizieren und zu zerstören. Das erworbene Immunsystem muss sich ebenso schnell an diese neuen Erreger anpassen, da das angeborene Immunsystem das nicht kann.

Der wichtigste Mechanismus des erworbenen Immunsystems ist die humorale Immunantwort: Es gibt Zellen, die Antikörper produzieren und solche, die Antikörper erkennen:

 

Was sind Antikörper?

Immunzellen erkennen einen Feind immer an Zellmembran-Bestandteilen wie z.B. Fettsäuren (angeborenes Immunsystem) oder bestimmten Proteinen (erworbenes Immunsystem).

Ein Virus hat z.B. ein ganz bestimmtes Protein auf seiner Oberfläche, dieses Protein ist für diesen Virus einzigartig. Das erworbene Immunsystem produziert gegen dieses Protein dann Antikörper.

Antikörper sind Abwehrproteine des Immunsystems, die ganz spezifisch an ein bestimmtes Protein von einem bestimmten Erreger binden. Allein die Bildung und der Aufbau von Antikörpern ist ein Wunder für sich, da mit ihnen theoretisch 100 Millionen verschiedene Fremdstoffe/Krankheitserreger erkannt werden können.

Wie läuft die Bildung von Antikörpern ab?

Eine Fresszelle erkennt ein Fremdpartikel, tötet und frisst es. Sie verdaut den Feind nur teilweise, denn spezifische Oberflächenproteine des Feindes werden sogleich auf die Oberfläche der Fresszelle geschafft und im sogenannten MHCf-Proteinkomplex anderen Immunzellen gezeigt.

Die B-Zellen (B für antibody, engl. Antikörper) erkennen dieses Oberflächenprotein auf der Fresszelle und produzieren Antikörper gegen ihn. So steht das angeborene mit dem erworbenen Immunsystem im steten Kontakt.

Mit der Hilfe von Antikörpern kann sich das Immunsystem ständig auch an neue Herausforderungen anpassen.

Aber was ist jetzt die Verbindung zu Autoimmunkrankheiten? Dafür spielen die Autoantikörper eine Rolle:

 

Exkurs Biochemie: T-Zell-Rezeptoren

Die Feind-Erkennung im Immunsystem läuft nicht nur über Antikörper ab – denn die T-Zellen, eine große Klasse Lymphozyten, erkennen Feinde über Rezeptoren, die sie in ihrer Membran haben: T-Zell-Rezeptoren (TCR).

TCR sind Antikörpern recht ähnlich, aber sind eben keine echten Antikörper.

Eine nicht entwickelte, d.h. naive T-Zelle trägt TCR auf ihrer Außenmembran und wartet darauf, dass eine Fresszelle oder B-Zelle ein Antigen im MHC trägt, an das der TCR bindet. Dann entwickelt sich je nach Bindung und Antigen in eine T-Helferzelle oder eine T-Killerzelle (zytotoxische T-Zelle).

Das erkläre ich Ihnen, weil es sein kann, dass im MHC versehentlich ein körpereigenes Antigen (oder durch molekulare Mimikry ein ähnliches Antigen) präsentiert wird. Dann entwickelt sich die naive T-Zelle zu einer zytotoxischen T-Zelle und kann auch auf diesem Wege – durch Auto-T-Zell-Rezeptoren – eine Autoimmunerkrankung starten.

Der Fehler steckt hier natürlich nicht in der T-Zelle, sondern in der Präsentation eines falschen Antigens im MHC. Diese Auto-TCR sind streng genommen auch Auto-Antikörper. Das wollte ich Ihnen gerne erklären – denn die Entstehung einer Autoimmunerkrankung geschieht im Wesentlichen durch Auto-Antikörper und Auto-TCR gleichermaßen.

 

 

Was sind AAK? Auto-Antikörper einfach erklärt

Bei Autoimmunerkrankungen besteht nun das Problem, dass das Immunsystem nicht nur gegen körperfremde Partikel und Eindringlinge vorgeht, sondern körpereigene Zellen aufgrund verschiedener Ursachen als Feind erkennt – Immunzellen erkennen dann z.B. ein Oberflächenprotein auf Schilddrüsenzellen als Feind an. Die Schilddrüse wird dann der Feind.

Um diesen „Feind“ nun zu bekämpfen, produzieren die B-Zellen Antikörper gegen ihn. Das sind die Auto-Antikörper: Antikörper, die gegen körpereigene Zellen gerichtet sind. So nimmt das Unheil seinen Lauf:

Die Auto- Antikörper der B-Zellen binden an die Zellen der Schilddrüse, Fresszellen erkennen sie, attackieren und beschädigen die Schilddrüse à Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow ist entstanden. Und die Anto-Antikörper spielen eine ganz zentrale Rolle.

Wie genau es zur Bildung von Auto-Antikörpern kommt und welche Faktoren dies begünstigen, wird in einem anderen Beitrag behandelt. Aber nun wissen Sie, was eine Autoimmunerkrankung im Detail ist und wie sie in etwa abläuft.

 

Exkurs: Welche Rolle spielen T-Zellen?
Exkurs: Welche Rollen spielen dendritische Zellen?
Exkurs: Was sind Granulozyten?

Abbildung. Ein Granulozyt unter dem Mikroskop. Deutlich sind die rot gefärbten Granula zu erkennen, bereit, auf einen Feind geschossen zu werden. © unifr.ch

 

Zusammengefasst – Der Autoimmunprozess

Lassen Sie mich kurz den Autoimmunprozess noch einmal zusammenfassen:

  1. Aus verschiedenen Gründen bilden B-Zellen Auto-Antikörper, die gegen körpereigene Zellen gerichtet sind. Die Gründe dafür können Sie hier nachlesen. Oder es kommt zur Bildung auto-reaktiver T-Zellen.
  2. Die Auto-Antikörper binden an diese körpereigenen Zellen und alarmieren Fresszellen und zytotoxische T-Zellen.
  3. Die Fresszellen und zytotoxischen T-Zellen sorgen für eine massive lokale Entzündung im Gewebe, attackieren und beschädigen das jeweilige Organ.
  4. Das betroffene Organ nimmt massiven Schaden und kann seine Funktion nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ausführen.
  5. Wird nichts unternommen, nimmt das Organ so weiter Schaden, bis es irgendwann gar nicht mehr funktionstüchtig Spätestens dann wird der Autoimmunprozess lebensgefährlich und kann sich auch auf andere Organe ausweiten.

Nun haben Sie bereits eine Menge über Autoimmunerkrankungen erfahren. Sie sollten wissen, dass dieser Prozess sehr unnatürlich und bei Naturvölkern, die natürlich leben, praktisch unbekannt ist. Autoimmunerkrankungen sind ein Phänomen der westlichen Gesellschaft2,3,8,9 und mittlerweile so verbreitet, dass das Medizinsystem keine anderen Auswege kennt, als die Symptome zu unterdrücken. Aber wie sind die Symptome bei Autoimmunerkrankungen?

 

Autoimmunerkrankung Früherkennung – Symptome

Theoretisch kann gegen jedes Gewebe im Körper eine Autoimmunerkrankung entstehen. Das ist auch der Grund, warum mittlerweile ca. 140 verschiedene Autoimmunerkrankungen bekannt sind. Die Symptome sind dabei sehr vielschichtig, können sich auf das betroffene Organ beschränken (z.B. auf der Haut), jedoch auch systemisch, d.h. im ganzen Körper, wirken.

Wenn das passiert, sind die Symptome recht allgemein. Sie können die Symptome aber erkennen oder zumindest eingrenzen. Wenn Sie oder ein Ihnen nahestehender Mensch öfter an solchen Symptomen leidet, sollten Sie hellhörig werden:

  • Gewichtsverlust: Ohne Änderung der Ernährung oder des Sportpensums
  • Wiederkehrende Fieberschübe
  • Chronische Müdigkeit
  • Wiederkehrende Infekte
  • Haarausfall, auch schon in jungen Jahren
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsstörungen den ganzen Tag
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen und abnehmende Muskelkraft
  • wiederkehrende Übelkeit
  • Wiederkehrende Kopfschmerzen
  • Darmprobleme  und Leaky Gut 5,12
  • Abwechselnd Hitzewallungen und Frösteln, auch außerhalb der Wechseljahre

Das sind die häufigsten Symptome, hinter denen sich eine Autoimmunerkrankung verstecken kann. Wie gesagt, treten diese (und mehrere dieser) Symptome öfter bei Ihnen oder anderen Menschen auf, sollten Sie hellhörig werden und die Symptome auf ein bestimmtes Organ reduzieren.

Sie können aber auch ein Symptomtagebuch führen und sich an einen gut ausgebildeten Arzt (Internist, Endokrinologen, Funktioneller Mediziner) wenden.

Ich sagte bereits, theoretisch kann jedes Gewebe im Körper eine Autoimmunerkrankung entwickeln, in speziellen Fällen sogar mehrere Gewebe auf einmal. Im Folgenden möchte ich Ihnen einen Überblick über häufige Autoimmunerkrankungen geben, damit Sie sich über unter dem Begriff auch ein paar bekannte Manifestationen vorstellen können:

 

Autoimmunkrankheiten im Überblick

Im Folgenden sind einige betroffene Gewebe aufgelistet und in diesem Gewebe bekannte Autoimmunerkrankungen:

Betroffenes GewebeBeispiel einer diesem Gewebe zugeordnete Autoimmunerkrankung
SchilddrüseHashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow
Bauchspeicheldrüse (Pankreas)Typ I Diabetes
Darmepithel-ZellenMorbus Crohn, Zöliakie
Hautzellen (z.B. am Ellenbogen)Psoriasis (Schuppenflechte)
Nervenzellen mit MyelinscheideMultiple Sklerose
Bestimmte Nervenzellen im GehirnNarkolepsie
WirbelsäuleMorbus Bechterew
NierenzellenGlomerulonephritis
DickdarmColitis ulcerosa
LeberzellenAutoimmunhepatitis

 

 

Warum so viele Betroffene?

Schätzungen zufolge leiden 10-15 Millionen Menschen in Deutschland an einer Autoimmunerkrankung, manche sogar an mehreren Autoimmunerkrankungen gleichzeitig. Wie kann es sein, dass Autoimmunerkrankungen bei uns so verbreitet sind, während Naturvölker davon weniger betroffen scheinen?

Dem geht ein weiterer Beitrag nach, Sie können ihn hier finden. In diesem Beitrag wird erklärt, durch welche Faktoren unser Immunsystem fehlgeleitet wird, Auto-Antikörper produziert und körpereigene Zellen angreift.

Außerdem geht es um weitere Faktoren (zum Beispiel Nährstoffmängel, Leberschäden, Leaky Gut12, hormonelle Dysbalancen6), die auf anderen Wegen diesen Prozess verstärken.

Nach Lesen dieses Beitrages wird Ihnen klar sein, warum es mittlerweile so viele Betroffene gibt. Tendenz steigend2,3,8,9,13.

 

Beginnen Autoimmunerkrankungen im Darm?

Ist es richtig, dass Autoimmunerkrankungen ihren Ursprung immer im Darm haben? Dieses Gerücht geht schon eine Weile um, ist jedoch nur teilweise richtig. Es stimmt, dass das Immunsystem überwiegend am und im Darm angesiedelt ist. Da ist der größte Bedarf, da Krankheitserreger und Giftstoffe hier direkt auf den Körper treffen und der Darm nur sehr dünn und damit anfällig ist.

Immunzellen müssen ständig überwachen, was im Darm vor sich geht, die Krankheitserreger und Toxine kontrollieren und in Schach halten. Mehr zu Magen-Darm-Trakt und warum der Darm faszinierender und interessanter ist als sein Ruf, können Sie hier nachlesen.

Problematisch wird es im Darm, wenn er größere Schäden nimmt, was gemeinhin als Leaky Gut bezeichnet wird. Bei Löchern im Darm geht die Barriere zwischen Darminnerem und Körper verloren und viele Giftstoffe, unverdaute Proteine und Krankheitserreger können in den Körper gelangen. Dadurch wird das Immunsystem chronisch aktiviert, der gesamte Körper geht in einen Entzündungszustand über, was an sich schon eine Autoimmunerkrankung begünstigt.7

Zahlreiche Toxine, unverdaute Proteine und Krankheitserreger, die in den Körper gelangen, erhöhen über einen Prozess namens, molekulare Mimikry die Wahrscheinlichkeit von Autoimmunerkrankungen massiv. Mehr dazu können Sie in diesem Beitrag nachlesen.

 

Welche Rolle spielt die Darmflora?

Die Darmflora bezeichnet alle Mikroorganismen, die sich im Darm, überwiegend im Dickdarm, ansiedeln. Sie können gesunde Wirkungen für den Körper haben (Vergärung von Ballaststoffen, Produktion von kleinen Fettsäuren, Produktion von Hormonen und Vitaminen), können jedoch auch auf ihre Chance warten, dem Körper zu schaden (opportunistische Krankheitserreger).

Letztere sind das größere Problem. Eine sehr ungünstige oder gar toxische Darmflora hat also die Möglichkeit, die Darmzellen zu infizieren, das Immunsystem in Schach zu halten und vielleicht sogar eine Blutvergiftung auszulösen. Durch die Produktion zahlreicher Toxine und die molekulare Mimikry erhöht das die Wahrscheinlichkeit eines Autoimmunprozesses drastisch.

Auf der anderen Seite hat eine gesunde Darmflora das Potenzial, gesunde Stoffe für den Körper zu produzieren, Immunsystem und Körper zu beruhigen, Entzündungen zu lindern und so die Wahrscheinlichkeit von Autoimmunerkrankungen zu senken.

 

Autoimmunerkrankungen und Schwangerschaft

Das ist leider ein brenzliges Thema: Wenn Sie an einer Autoimmunerkrankung leiden und mit dem Gedanken spielen, schwanger zu werden oder es bereits sind, gibt es leider keine pauschale Antwort, ob das gut oder schlecht ist.

Es gibt Autoimmunerkrankungen, bei denen Betroffene mit einer Schwangerschaft gut zurechtkommen. Der Körper muss damit zurechtkommen und sich nicht zu sehr überlasten, aber auch das Kind darf vom Autoimmunprozess nichts mitbekommen, dadurch keinen Schaden nehmen und in seiner Entwicklung nicht beeinträchtigt sein.

Hashimoto ist mittlerweile auch in Bezug auf Schwangerschaften recht gut erforscht und kann in vielen Fällen unter enger ärztlicher Aufsicht gut durchgeführt werden. Jedoch ist die Frage, ob sich Autoimmunerkrankungen mit Schwangerschaft vereinbaren lassen, nicht bei jeder Autoimmunerkrankung verallgemeinerbar. Dazu sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Endokrinologen reden.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie während einer Schwangerschaft eine Autoimmunerkrankung entwickeln. Das ist bei Hashimoto und Lupus Erythematodes schon vorgekommen, Gründe hierfür sind vorübergehende Nährstoffmängel und hormonelle Dysbalancen durch die Schwangerschaft.

Wenn sich während der Schwangerschaft spontan eine Autoimmunerkrankung entwickelt, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese Autoimmunerkrankung sich nach der Schwangerschaft wieder automatisch zurückbilden wird. Es ist jedoch nicht garantiert. Mit einer gesunden Lebensführung haben Sie die besten Chancen.

 

Ernährung bei Autoimmunerkrankungen

In der Ernährung liegt eine wichtige Ursache für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen, denn viele Probleme im Darm, Nährstoffmängel, hormonelle (Un-)Gleichgewichte und mehr sind direkt von der Ernährung abhängig. Ebenso liegt in der richtigen Ernährung auch eine Möglichkeit, aktiv etwas gegen die Autoimmunerkrankung zu tun.

Auf dieser Website (Link Portal) geben wir gegen jede Autoimmunerkrankung daher auch passende Ratschläge zur richtigen Ernährung, um die schulmedizinische Therapie so optimal zu ergänzen.

Es gibt dabei eine spezielle Ernährungsform, die in Bezug auf Autoimmunerkrankungen immer wieder auftaucht: Das Paleo-Autoimmunprotokoll.

Das ist eine spezielle Anpassung der Paleo-Ernährung, bei der nur Lebensmittel konsumiert werden, die gejagt und gesammelt werden können und die es schon in der Steinzeit gab: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Kräuter, Samen, Nüsse, Tee, Kaffee, Knochenbrühe, fermentiertes Gemüse. Allesamt natürliche, unverarbeitete und besonders nährstoffreiche Nahrungsmittel.

Gleichzeitig werden Nahrungsmittel, die Körper, Darm und Immunsystem übermäßig reizen, industriell verarbeitet wurden oder dem Körper auf Dauer einfach nicht guttun, gemieden. Das bezieht sich besonders auf die Nahrungsmittelgruppen Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker, Speiseöle, Fast Food und alle Arten von verarbeiteten Produkten.

Das Paleo-Autoimmunprotokoll geht da noch einen Schritt weiter und streicht Nahrungsmittel, die unser Körper schon seit Hunderttausenden Jahren kennt und die schon in der Steinzeit verfügbar waren, die jedoch auch sehr geringfügig das Immunsystem reizen können. Damit sich das Immunsystem von einer Autoimmunerkrankung erholen kann, ist es nötig, auch diese kleinen Reizstoffe aus der Ernährung zu streichen.

Mehr Informationen zum Autoimmunprotokoll finden Sie hier.

 

Fazit – Eine Autoimmunerkrankung ist eine Fehlleitung des Immunsystems

10-15 Millionen Menschen Deutsche leiden an einer Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem richtet sich dabei nicht gegen körperfremde Stoffe (Krankheitserreger und Fremdpartikel), sondern gegen körpereigene, teils sogar gesunde Zellen. Das betroffene Gewebe wird dabei angegriffen und massiv beschädigt.

Mehr zu den Ursachen von Autoimmunerkrankungen können Sie hier nachlesen. Dort finden Sie Hinweise darauf, warum Autoimmunerkrankungen bei uns so verbreitet sind, während Naturvölker davon kaum betroffen scheinen.

Sie haben heute einen guten Überblick über Autoimmunerkrankungen erhalten, wie sie entstehen und was sie charakterisiert. Außerdem haben Sie ein paar Symptome erhalten, mit denen Sie Autoimmunerkrankungen erkennen können.

Können, nicht müssen: Nicht hinter jedem Fieberschub versteckt sich auch eine Autoimmunerkrankung. Wenn die Symptome vermehrt (mehrere auf einmal) und immer wieder auftreten, sollten Sie hellhörig werden, ein Symptomtagebuch führen, und einen Arzt aufsuchen.

Hier auf dem Autoimmunportal finden Sie außerdem weitere Informationen über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Autoimmunerkrankungen.

 

Quellenverzeichnis

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