Arganöl als Naturkosmetik – Tipps und Anwendungen

ARganöl

Arganöl ist ein gesundes und beliebtes Öl für die kalte Küche und geeignet als Naturkosmetik. Es wird aus den Argannüssen des in Marokko endemischen Arganbaums gepresst. Erfahren Sie hier alles Wichtige über Arganöl im Überblick und seine Anwendungen.

Was ist Arganöl?

Arganöl ist das kalt gepresste Öl aus der Argannuss, auch Arganmandel genannt. Es ist sehr hell und eine transparente, gelbliche Farbe. Je nachdem, ob es geröstet oder ungeröstet ist, hat es ein mildes oder stark nussiges Aroma. Für kosmetische Anwendungen wird das ungeröstete Öl verwendet, für kulinarische Zwecke das geröstete.

Der Arganbaum kommt in Marokko endemisch vor und wird von den dort ansässigen Berbern seit Jahrhunderten gehütet und gepflegt. Man sagt, dass etwa 10-20 Arganbäume einen Menschen ernähren können – so ergiebig sind die Bäume und so wertvoll das Öl.

Arganbäume können mehrere hundert Jahre alt werden, wurzeln sehr tief und sind robust. Sie sind damit gut an das trockene, heiße und windige Klima in Zentralmarokko angepasst. In den gebirgigen Regionen kommen sie am häufigsten vor. Ziegen werden häufig dabei beobachtet und fotographiert, wie sie auf die Bäume klettern. Sie naschen dort von den Früchten und den Blättern und nehmen dafür gerne ein Risiko in Kauf.

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Ziegen bei ihrer waghalsigen Tour auf Arganbäumen.
Arganbäume in der Steppe Marokkos

Ist Arganöl gesund?

In Marokko hat Arganöl sowohl als Nahrungsmittel wie auch als Naturkosmetik eine jahrhundertelange Tradition. In der Küche wird es zur Zubereitung von Salaten und Dips verwendet. In einigen Regionen Marokkos wird die hohe Lebensspanne der Bevölkerung mit dem Verzehr von Arganöl in Verbindung gebracht.

Biochemisch ist das Öl nicht so gut untersucht wie vergleichbare Öle, wie Olivenöl, Leinöl oder Schwarzkümmelöl. Doch es ist bekannt, dass es sehr reich an Antioxidantien und Vitamin E, dem wichtigsten Antioxidans der Zellmembran, ist. Der hohe Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (überwiegend Ölsäure) trägt zur Regulation von Blutzucker, Blutfett und Cholesterin bei.

Arganöl kann damit als gesund bezeichnet werden, sofern es als Nahrungsmittel konsumiert wird. Wird ein intensives Aroma erwünscht, empfiehlt sich geröstetes Öl. Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen und auch Autoimmunerkrankungen wird das ungeröstete Öl empfohlen.

Es ist eine Bereicherung für die Küche – doch aufgrund des im Vergleich zu Olivenöl höheren Preises muss das jeder selbst entscheiden.

Als Naturkosmetik kann es ebenfalls als gesund bezeichnet werden, ist doch die Erfahrung für die äußerliche Anwendung sehr lange und sehr positiv.

Argannüsse Arganöl
Argannüsse, aus denen später das Arganöl gepresst wird.

Arganöl als Naturkosmetik – Unbedingt ungeröstet!

Bei der Röstung von Arganmandeln entstehen in geringer Menge Stoffe, die bei Hauterkrankungen und systemischen Infektionen zum Problem werden können. Sie sind als AGE’s (advanced glycation endproducts) bekannt und bilden sich, wenn Kohlenhydrate und Proteine zusammen erhitzt werden. Bei Hauterkrankungen können AGE’s Entzündungen begünstigen.

Für die äußerliche Anwendung wird für einen maximalen Nutzen ein ungeröstetes Öl empfohlen.

Anwendungen von Arganöl

Die wichtigsten Anwendungen von Arganöl sind in der Küche (geröstet oder ungeröstet) und als Naturkosmetik (ungeröstet) zu finden. Durch seinen hohen Gehalt an entzündungslindernden Antioxidantien ist es sehr beliebt.

Bei der Verwendung in der Küche sollte es kalt verwendet werden. Es könnte aus chemischer Sicht auch erhitzt werden. Doch das Aroma intensiviert sich dadurch sehr und es ist nicht bekannt, wie hitzestabil das Öl wirklich ist. In der kalten Küche empfiehlt es sich als Teil des Salatdressings (mit Apfelessig), zur Verfeinerung von gebratenem oder gekochtem Gemüse oder zur Zubereitung von Dips.

Die Anwendungen als Naturkosmetik sind recht vielseitig – sowohl zur Prävention und „Verschönerung“ von Haut und Haar als auch zur Linderung bei Erkrankungen:

Bei blondem Haar ist bekannt, dass Arganöl für einen Glanzeffekt sorgen kann: Wenige Tropfen Öl werden dabei in den Fingern und in die bereits trockenen Haarspitzen verrieben. Ausgehend von den Haarspitzen arbeiten Sie sich dann bis zur Mitte vor. Bei dunklem Haar wird Olivenöl empfohlen.

Bei trockener und gereizter Haut kann Arganöl als eine Art Kur mehrmals täglich auf betroffene Hautareale aufgetragen werden. Dort trägt es zur Wiederherstellung der Hautbarriere, Barriere und Feuchtigkeit bei.

Arganöl kann pur oder mit ätherischem Öl, anderen Ölen oder Pflanzenstoffen gemischt und so der antioxidative Effekt noch verstärkt werden.

Arganöl und ätherische Öle – Eine gute Kombination!

In Verbindung mit ätherischen Ölen kann die antioxidative Kraft des Arganöls verstärkt und in eine bestimmte Richtung gebracht werden:

Mit Lavendelöl gemischt, ergibt sich ein beruhigendes Öl für Haut und Geist. Mit Zitronenöl wirkt es erfrischend, mit Kamilleöl lindernd. Und mit Rosenöl betörend (auch als Massageöl).

Damit kann es auf betroffene Hautpartien oder ganze Hautareale aufgetragen werden. Dank der ätherischen Öle werden neue Wirkungen erzeugt und das Arganöl eher als Trägeröl genutzt.

Arganöl bei Neurodermitis und Schuppenflechte

Die wohl wichtigste Anwendung von Arganöl ist bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Es wirkt lindernd und regt die Regeneration der Haut an. Dabei kann es pur oder in Verbindung mit weiteren Stoffen gemischt werden:

  1. In Verbindung mit ungeröstetem Hanföl werden verschiedene Wege der Entzündungslinderung genutzt. Denn Hanföl enthält über 120 verschiedene Cannabinoide und etwa 4 % Gamma-Linolensäure.
  2. Mit Schwarzkümmelöl gemischt kann ein Öl mit einem Gamma-Linolensäure-Anteil von 20 % zugefügt werden. Bei Neurodermitis und Schuppenflechte hat dies bereits vielen Anwendern geholfen. Alternativ zu Schwarzkümmelöl haben sich Nachtkerzenöl und Borretschöl ebenfalls bewährt.
  3. Mit einigen Tropfen ätherischen Ölen kann immer gearbeitet werden. Als Entzündungslindernd und beruhigend gelten Kamille, Zimt, Lavendel, Pfefferminze und Weihrauch.
  4. Beigemischtes Vitamin E-Öl mit einem Vitamin E-Anteil von 10-20 % kann zusätzlich lindernd wirken.
  5. Bei der Herstellung einer halbfesten Creme kann Kokosöl verwendet werden, um die Konsistenz zu verstärken. Viele Anwender nutzen diese Gelegenheit, um die Kapsel-Inhalte von Vitamin B-Komplexen, Curcumin, Reishi-Extrakt oder Grüntee-Extrakt beizumengen. Bei akuten Entzündungen ist dies besonders gern gesehen. Beachten Sie bitte, dass die Creme dann abfärbt und mit einem Tuch oder Stützverband überdeckt werden sollte.

Abschließend soll es darum gehen, welches Produkt empfehlenswert ist, wenn Sie Arganöl kaufen möchten.

Arganöl kaufen

Wenn Sie Arganöl kaufen möchten, empfiehlt sich der Griff zu einem qualitativ hochwertigen Produkt, um eine möglichst wohltuende Wirkung zu erhalten. In Supermärkten ist gelegentlich Arganöl für 4 € pro Fläschchen zu erwerben – hier erhält man jedoch die Qualität, die man dafür bezahlt.

Bei einem guten Bio-Arganöl ist mit einem Kaufpreis von 10-20 € pro 100 ml zu rechnen. Da meist nur wenige Tropfen pro Anwendung benötigt werden, ist eine 100 ml-Flasche jedoch ergiebig und hält mehrere Monate.

Bei einem guten Produkt ist neben dem Preis auf folgende Kriterien zu achten:

  • Bio-Qualität
  • Kaltpressung
  • Aus Marokko
  • Engagement in soziale Projekte
  • Dunkle Glasflasche
  • Mindesthaltbarkeitsdatum mindestens 6 Monate in der Zukunft
  • Ungeröstet bei kosmetischer Anwendung
  • Keine Zusatzstoffe, Konservierungsmittel oder Aromastoffe

Eine gute Marke ist Elementa Vitae. Hier trifft höchste Qualität auf ein hochwertiges Produkt und einen transparenten Anbieter. Neben Arganöl finden Sie bei Elementa Vitae auch Bio-Leinöl, Bio-Schwarzkümmelöl und Bio-Hanföl.

Zusammenfassung

Arganöl ist das kalt gepresste Öl aus der Arganmandel. Diese wächst am Arganbaum, welcher fast ausschließlich in Marokko wächst. Die Bäume können sehr alt und ausladend werden und wurzeln tief.

Das Öl kann geröstet oder ungeröstet in der Küche verwendet werden und hat ein intensiv-nussiges Aroma. Bei grünen Salaten wird es gerne mit Apfelessig gemischt als Dressing beigefügt.

Bei entzündlichen Hauterkrankungen, Ekzemen oder trockener und geröteter Haut kann Arganöl äußerlich angewendet werden. Dabei ist ein ungeröstetes Öl angeraten. Es wird seit Jahrhunderten für diesen Zweck verwendet und hat sich bewährt.

Das Öl kann mit anderen Trägerölen, ätherischen Ölen, Nährstoffen und Kokosöl vermischt werden, um die Konsistenz zu verändern oder die Wirkung zu verstärken.

Ein Anbieter hochwertiger Qualität ist Elementa Vitae. Das Bio-Arganöl dieser Marke erfüllt alle wichtigen Qualitätskriterien. Sie können das Öl hier bestellen.

 

Quellen
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Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München) und arbeitete in der klinischen Forschung (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

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