Alarmierende Studie: Rückstände von Medikamenten in Wildtieren entdeckt

Medikamente, Wildtiere

Eine Vielzahl biologisch aktiver Arzneimittel kontaminiert weltweit Oberflächengewässer wie Flüsse und Seen. Ob sich die pharmazeutischen Substanzen auch in der aquatischen Nahrungskette befinden, war bisher allerdings noch weitgehend ungeklärt. Jetzt entdeckten Süßwasserökologen verschiedene Rückstände von Medikamenten wie Schmerzmittel und Antidepressiva in Wasserinsekten. Sie stellten fest, dass die Chemikalien von den Insekten aus über die Nahrungskette in größere Wildtiere gelangen. 

Medikamente durchlaufen Nahrungskette 

Für ihre Studie sammelte das Forschungsteam um Dr. Erinn Richmond von der australischen Monash University Insektenlarven aus sechs verschiedenen Bächen in Melbourne. Diese testeten die Wissenschaftler auf 98 verschiedene Medikamente. Um zu überprüfen, ob die pharmazeutischen Substanzen auch die Nahrungskette durchwandern, testeten sie auch Uferspinnen, die sich von den Wasserinsekten ernähren. 

Die Forscher fanden in den Insektenlarven Spuren von 69 Medikamenten. Die am häufigsten nachgewiesenen Arzneimittel waren Memantin (zur Behandlung von Parkinson), Codein (ein Schmerzmittel), Fluconazol (zur Behandlung von Pilzerkrankungen), Metoprolol (gegen hohen Blutdruck und Angina) und Mianserin (ein Antidepressivum).

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Die Tests zeigten außerdem, dass die pharmazeutischen Substanzen über die Nahrungskette an die Spinnen weitergegeben wurden. Das bedeutet, dass Wildtiere weiter oben in der Nahrungskette potenziell auch hohen Dosen an Arzneimitteln ausgesetzt sind. „Unsere vorläufigen Schätzungen deuten darauf hin, dass Schnabeltier und Bachforelle, Vertreter von Tieren an der Spitze der Nahrungskette, bestimmten Medikamenten in ihrer Ernährung in einer Menge ausgesetzt sein könnten, die mit den vorgeschriebenen menschlichen Dosen vergleichbar ist“, heißt es in der Forschungsarbeit. Schnabeltiere ernähren sich von den Insektenlarven, die untersucht wurden. 

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Medikamente von Menschen über Urin und Fäkalien in die Umwelt gelangen. Die bisherigen Tests weisen aber nur einen Bruchteil aller Medikamente im Wasser nach. Die Forscher vermuten, dass die Realität weitaus schlimmer aussieht. Weltweit wurden inzwischen mehr als 600 pharmazeutische Substanzen in der Umwelt nachgewiesen und der Bedarf steigt mit zunehmender Bevölkerung und Alter.

Die Auswirkungen auf die Tiere, die diese Medikamente wahrscheinlich konsumieren, sind unbekannt. „Die Medikamente, die wir einnehmen, haben eine gezielte physiologische Reaktion auf den Menschen – deshalb nehmen wir sie ein“, sagte Professor Michael Grace, Direktor des Water Studies Centre an der Monash School of Chemistry und Mitautor der Studie. „Es ist jetzt zwingend erforderlich, herauszufinden, welche Auswirkungen die Medikamente, die wir einnehmen, auf diese Nicht-Zielorganismen haben.“

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